Handball
Der Meister ist eine Nummer zu gross: Der RTV Basel verliert deutlich gegen Pfadi Winterthur

Nach der knappen Niederlage zum Saisonauftakt gegen GC Amicitia Zürich wartete auf den RTV Basel eine Mammutaufgabe. Zu Gast beim Meister Pfadi Winterthur war für die Realturner wenig zu holen, auch wenn sie hin und wieder ihr Potenzial andeuten konnten. Am Ende verlieren die Basler deutlich mit 35:22, trotz eines kleinen Hoffnungsschimmers vor dem Spiel.

Esteban Waid
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Die One-Man-Show in der Basler Offensive. Von 22 Treffern erzielte allein Aleksander Spende 15.

Die One-Man-Show in der Basler Offensive. Von 22 Treffern erzielte allein Aleksander Spende 15.

Juri Junkov / bz Zeitung für die Region

Die Zuschauer am Ranhkof blickten am Donnerstag in enttäuschte Gesichter beim RTV Basel. Mehrmals schnupperten die Basler am Donnerstag gegen GC Amicitia Zürich am Sieg. Trotzdem verlieren sie am Ende knapp mit 28:30. Ein Spiel, nachdem eine Mannschaft allzu gerne ein Zeichen setzten würde. Das Problem: Auf die Realturner wartete ein ganz dicker Brocken in der zweiten Runde dieser NLA Saison – auswärts spielten sie beim Meister Pfadi Winterthur.

Ein wenig Hoffnung hatten die Basler dennoch, denn zum Saisonstart unter der Woche verlor Pfadi überraschend mit 30:32 beim BSV Bern. Nach saisonübergreifend 12 Siegen musste sich der Meister geschlagen geben. Die Hoffnung zerschlägt sich aber schnell. Eigene Fehler und defensiv starke Winterthurer bringen die Basler früh in Bedrängnis. Bezeichnend dafür ein Konter über den starken Aleksander Spende, der auf Neuzugang Igor Cagalj spielt. Der Spielzug wird aber zu langsam vorgetragen, sodass Hadj Sadok, der den Ball zuvor verloren hatte, längst wieder zur Stelle ist. Das macht den eigenen Plan schnell zunichte, wie der neue RTV-Trainer nach dem Spiel erklärt:

«Wir hatten einen Plan, den haben wir uns aber durch eigene Fehler kaputtgemacht.»

Immer wieder versuchen die Basler ihr Spiel aufzuziehen, versuchen es mal über die Flügel, mal über die Mitte. Aber die Deckung der Heimmannschaft war zu stark. Das einzige Mittel war aber schnell gefunden und trug den Namen Aleksander Spende. Wenn etwas in Richtung Winterthurer Tor kommt, dann von ihm. «Klar ist Spende unsere Referenz in der Offensive. Aber es war nicht unser Plan, dass nur er die Tore macht», sagt Cotrina nach dem Spiel. Die Zahlen sprechen aber Bände. Von den 22 RTV-Toren erzielt allein Spende 15.

Am Ende kommen auch die Verletzungen hinzu

Gänzlich abschütteln lässt sich der RTV aber nie. Lange können die Gäste den Abstand zwischen fünf und acht Treffern halten. Hinzu kommt aber ein weiteres Problem: «Wir mussten am Ende viel rotieren. Dennis Krause konnte in der zweiten Halbzeit kaum spielen, Jorge Paban hatte Probleme in den Adduktoren», erklärt Cotrina. Weitere Spieler scheinen nicht mehr ganz fit zu sein.

Auf der anderen Seite gerät die Winterthurer Maschinerie nie ins Stocken und kann ihr Tempo stets hochhalten. Ob beim schnell ausgeführten Anspiel oder die wirbelnden Pfadi-Flügel Joël Bräm und Benedikt Dechow – die Basler scheinen keine Antwort zu finden, sind immer einen Schritt zu spät. Die Folge: Der Rückstand wächst. Aus dem 15:9 zur Halbzeit wird ein deutlicher 35:22-Endstand.

«Klar haben wir uns mehr erhofft»,

sagt Trainer Cotrina enttäuscht nach dem Spiel. Dass auf der anderen Seite der Meister stand, ist für ihn keine Ausrede. Und wieder macht er klar, dass noch Arbeit vor dem Team steht. «Wir brauchen mehr Disziplin in Angriff und Abwehr. Hinten brauchen wir mehr Aggressivität, wir haben zu viele 1-gegen-1-Situationen verloren», erklärt der Spanier weiter. Und vorne soll es eben nicht immer nur die One-Man-Show Spende richten. Die nächste Möglichkeit zu zeigen, dass man aus den ersten beiden Niederlagen gelernt hat, gibt sich am kommenden Samstag. Zu Hause im Rankhof treffen die Schwarz-Weissen auf die Kadetten Schaffhausen (18 Uhr).

Pfadi Winterthur – RTV Basel 35:22 (15:9)

Axa-Arena Winterthur. – 412 Zuschauende. – SR: Keist/Winkler.

Winterthur: Shamir (1 Parade), Wipf; Bräm (6 Tore), Dechow (2), Freivogel (1), Hadj Sadok (2), Jud (5), Lagerquist (3), Leopold, Ott (1), Pecoraro (3), Radovanovic (5), Schönfeldt (3), Störchli (1), Tskhovrebadze (3).

Basel: Willimann (5 Paraden, 1 Tor), Kühner (2); Basler (1 Tor), Cagalj (1), Esono Mangue (1), Krause (1), Mauron, Paban, Schärer (1), Spende (15), Stamenov, Voskamp (1).

Bemerkungen: Turnover: Winterthur 1, Basel 1. – Wurfquote: Winterthur 50 Prozent, Basel 43 Prozent. – Spieler des Spiels: Winterthur: Joël Bräm, Basel: Aleksander Spende.

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