Handball
Die entscheidenden Kleinigkeiten fehlten zum Exploit des RTV Basel

Der RTV Basel verliert trotz guter Leistung beim BSV Bern mit 22:25 (13:13) und wartet weiter auf die dringend nötigen Punkte.

Alan Heckel
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Andre Willimann (im Bild gegen Thun) spielte am Sonntag gegen den BSV Bern stark auf.

Andre Willimann (im Bild gegen Thun) spielte am Sonntag gegen den BSV Bern stark auf.

Patrick Straub / KEYSTONE

Wenn der Zweitletzte beim Tabellenzweiten verliert, entspricht das einer gewissen Logik. Dennoch war der RTV Basel dem BSV Bern praktisch die ganze Spieldauer über ebenbürtig und hätte mit etwas mehr Fortune auch etwas Zählbares mitnehmen können. Am Ende gaben aber das deutlich breitere Kader des Favoriten und die Tatsache, dass den Gästen in der Mitte der zweiten Halbzeit ein paar entscheidende Fehler zu viel unterliefen, den Ausschlag zu Gunsten der Bundesstädter.

Von Beginn weg agierten beide Teams auf Augenhöhe. Den Bernern bot sich zwar nach fünf Minuten die Gelegenheit, in Überzahl auf drei Tore davonzuziehen, doch der hartnäckige Underdog machte schnell klar, dass er nicht nach Gümligen gekommen war, um zwei Punkte abzuliefern, und glich in der 7. Minute aus (4:4). Der RTV-Mittelblock stand gut, während Aleksander Spende als vorgezogener Verteidiger den BSV-«Künstlern» das Leben schwer machte. Zudem zeigte Keeper André Willimann eine sehr gute Leistung, was den Gästen zusätzlichen Auftrieb gab. So war es praktisch nur der individuellen Klasse von Ex-Bundesliga-Spieler Pontus Zetterman (acht Tore) zu verdanken, welche dafür sorgte, dass die Berner zur Pause nicht in Rückstand lagen (13:13).

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig an der Physiognomie dieser guten NLA-Partie. Es dauerte bis zur 47. Minute, ehe sich das Heimteam erstmals um drei Tore absetzte (20:17). In der letztlich entscheidenden Phase der Begegnung machte es sich bemerkbar, dass die Berner viel mehr Wechseloptionen gehabt hatten, während die von Verletzungssorgen geplagten Basler praktisch den ganzen Match mit den gleichen sieben Spielern bestreiten mussten, bei denen nun – wenig überraschend – die Konzentration etwas nachliess.

Während der BSV seine Angriffe erfolgreich abschloss, tat dies der RTV dreimal in Folge nicht: Erst scheiterte Ismael Esono am starken Mario Cvitkovic (47.), dann bekam Igor Stamenov ein Stürmerfoul gegen sich gepfiffen (48.) und zu schlechter Letzt musste Igor Cagalj aufgrund eines Schrittfehlers den Ball dem Gegner überlassen (50.). Trotz eines zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstands (21:17, 49.) gaben die Gäste aber nicht auf und hatten durch Maurus Basler die grosse Chance, auf 22:20 zu verkürzen. Der Gegenstoss-Spezalist scheiterte aber frei vor Cvitkovic und im Gegenzug erzielte Ante Kaleb das 23:19. Es war die Entscheidung in dieser Partie, die schliesslich mit 25:22 für den Favoriten ausging.

BSV Bern – RTV Basel 25:22 (13:13)

Mobilar Arena, Gümligen. – 540 Zuschauer. – SR Hennig, Meier. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Bern, 5-mal 2 Minuten gegen Basel.

Bern: Schelling, Cvitkovic; Aellen, Arn, Eggimann, Freiberg (1), Getzmann, Jauer (1), Kaleb (3), Mühlemann (4), Oyamendan, Rohr, Strahm (5), Weingartner (3), Widmer, Zetterman (8/3).

Basel: Willimann, Kühner; Basler (3), Cagalj (1), Esono, Krause, Mauron, Paban (8/5), Schärer, Spende (5/1), Stamenov (5), David Dietwiler, Thim Dietwiler.

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