Handball
Die Kraft reicht nicht bis zum Schluss: Der RTV scheidet in den Playoffs aus

Nach einem guten Start verliert der RTV Basel gegen Pfadi Winterthur auch das dritte Playoff-Spiel mit 22:28 und scheidet aus. Neben dem Coach Darijo Bagaric verabschieden die Realturner auch ihren Spieler Luca Engler.

Sven Gautschi
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Luca Engler bestritt gegen Winterthur sein vorerst letztes Handball-Spiel.

Luca Engler bestritt gegen Winterthur sein vorerst letztes Handball-Spiel.

Juri Junkov (Archiv)

Das war schon ein spezieller und emotionaler Moment, den ich aber sehr geniessen konnte», so der rechte Flügelspieler Luca Engler zu seinem letzten Einsatz in der Nationalliga A. Sein Hauptziel, mindestens 150 Spiele in der höchsten Liga zu ab­solvieren, hatte der 28-Jährige bereits erreicht, mit Zwischenstopps bei anderen Topklubs wie GC Amicitia, Wacker Thun oder auch HC Kriens-Luzern. Ein Sieg im letzten Spiel seiner Aktiv­zeit blieb ihm gegen Pfadi Winterthur jedoch vergönnt.

Die aus Basel angereisten Gäste zeigten vor allem in der ersten Halbzeit eine sehr gute Leistung. Auch Luca Engler bekam äusserst viel Spielzeit und präsentierte sich als polyvalenter Linkshänder, der sowohl am Flügel, am Zweier wie auch als Spielmacher eingesetzt werden kann.

Stets mannschaftsdienlich setzte der hauptberufliche Lehrer den Topskorer Aleksander Spende in Szene, der mit seinen zehn Toren für ein offensives Feuerwerk sorgte. Dennoch gelang dem Favoriten aus Winterthur wegen eines leichtfertigen Fehlers der Basler die knappe Pausenführung von 11:10 durch Roman Sidorowicz.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte war Luca Engler wieder im Zentrum des Geschehens: Unglücklich verlor er nach einem schlechten Zuspiel den Ball an Winterthurs Kevin Jud, der diesen Fauxpas eiskalt zur erstmaligen Drei-Tore-Führung für die Gäste nutzte. Danach verwalteten die Eulachstädter diesen Vorsprung gekonnt, während den Gästen vom Rheinknie langsam die Puste ausging.

Stammspieler wie Luca ­Engler bekamen beim kleinen Traditionsverein kaum eine Pause und rieben sich gegen das Topteam auf. Wenig verwunderlich resultierten daraus gefährliche Verletzungen: RTV-Urgestein Igor Stamenov ­musste mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld, weil ihm ein Gegenspieler unschön auf den Fussknöchel gefallen war.

Auch Basels Tormaschine Aleksander Spende musste zwischenzeitlich vom Feld, da ihm das Knie und das Schienbein Probleme bereiteten. Trotz viel Kampf verlor das Team Darijo Bagarics schliesslich das letzte Spiel unter ihm als Coach mit 22:28 und scheidet aus den Playoffs aus.

Nach der Niederlage verliess Luca Engler trotzdem das Spielfeld mit einem Lächeln im Gesicht. Der Ligaerhalt ist geschafft, alles andere war Zu­gabe. Der Birsfelder ist stolz, Teil dieses Erfolgs gewesen zu sein: «Es war mir eine Ehre, für die Realturner zu spielen und die Stadt Basel in der Nationalliga A zu vertreten», so der 1,90-Meter-Hüne. Mit Handball ist vorerst mal Schluss, stattdessen wird man ihn künftig auf dem Tennisplatz antreffen.

Der RTV sucht Ersatz für seine Identifikationsfigur

Dass der RTV-Vorstand bei Engler mehrmals anklopfte und ihn um eine weitere Saison als Ak­tiven bat, zeigt, wie schwierig es für das Vorstandstriumvirat ist, adäquaten Ersatz für den talentierten Linkshänder zu finden.

Die Uhr tickt: Trotz kleinem Budget muss die RTV-Leitung lokale Identifikationsfiguren wie Engler finden, die bereit sind, das entbehrungsreiche Doppelleben zwischen Handball und Beruf zu führen. Nur so kann ­garantiert werden, dass der neue Trainer Ike Cotrina ein solides Fundament vorfindet, auf dem er für die neue Saison aufbauen kann.

Das komplette Spiel zum Anschauen: