Handball
Eine Niederlage, die nicht hätte sein müssen für den RTV Basel gegen Bern

Die NLA-Handballer des RTV Basel zeigten im Heimspiel gegen den BSV Bern zwei komplett unterschiedliche Gesichter und verlieren schliesslich mit 20:25 (13:11).

Jakob Weber
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Der RTV Basel lässt sich im zweiten Durchgang überrumpeln.

Der RTV Basel lässt sich im zweiten Durchgang überrumpeln.

Edgar Hänggi / Archiv

Gekonnt steigt Aleksander Spende hoch zum Sprungwurf und verwertet den Freiwurf nach angezeigtem Zeitspiel mit viel Power zum Zwischenstand von 9:6. Für die Basler lief die Partie gegen den BSV Bern bis zu dieser Aktion in der 19. Spielminute perfekt. Vorne traf der slowenische Topscorer beinahe im Minutentakt und trug mit seinen acht Treffern entscheidend bei zur Halbzeitführung von 13:11, während hinten Torwart André Willimann mit einer Abwehrquote von phasenweise 60 Prozent den Kasten dicht hielt und die Berner verzweifeln liess. Was konnte da noch schief gehen?

Genau diese Abhängigkeit von dem Zwei-Meter-Hünen wurde den Realturnern schliesslich zum Verhängnis. Kommt der 28-jährige linke Rückraumspieler nämlich frei zum Wurf, ist er in seiner aktuellen Verfassung kaum zu stoppen. Auch BSV-Coach Aleksandar Stevic muss dies aufgefallen sein, denn in der zweiten Halbzeit liess er Basels Schlüsselspieler konsequent angehen. Seine Verteidigung tat dies unglaublich effektiv, denn Spende traf von nun an gerade noch drei Mal und schoss den BSV-Schlussmann Mario Cvitkovic warm, der am Schluss der Partie beinahe jeden zweiten Torversuch der Basler zunichte machen konnte.

Die zwischenzeitlich deutliche Führung des RTV Basels schmolz als Konsequenz nur so dahin und war mit dem Ausgleichstreffer von Berns Sebastian Schneebergers zum 16:16 Geschichte. Der Basler Traditionsverein rannte darauf bis zum Schlusspfiff dem Sieg hinterher, wobei ihm vor allem in den letzten fünf Minuten der Partie völlig die Puste ausging. Die fehlende Kreativität in der Offensive, die sich als Schwäche bereits in der eingangs gezeigten Szene andeutete, manifestierte sich nun knallhart. Selbst in doppelter Überzahl brachte es das Team von Darijo Bagaric gar zustande, keinen einzigen Treffer zu markieren, aber hinten noch ein Gegentor zu kassieren. Das war zu wenig, um auf den Tabellensiebten der Handball League aufzuschliessen: Der RTV Basel verlor das Spiel schliesslich mit 20:25 und hat nun gerade noch drei Punkte Vorsprung auf GC Amicitia Zürich, welches sich im Kellerduell gegen den TV Endingen durchsetzen konnte.

Damit es im finalen Spiel gegen die Zürcher nicht zu einem Showdown kommt, müssen die Basler Handballer nun in den nächsten zwei Spielen unbedingt noch punkten. Nach der Osterpause warten am 10. April mit dem Tabellenvierten HSC Suhr Aarau wie auch am 18. April mit dem Tabellenfünften TSV St. Otmar St. Gallen harte Brocken auf die Realturner, wo es zu punkten gilt.

Der Konkurrent um den Playoff-Platz aus der Stadt Zürich hat mit Wacker Thun und dem HSC Suhr Aarau ebenfalls kein leichtes Programm zu bewältigen, hat aber mit zuletzt zwei Siegen und einem Unentschieden aus den vergangenen fünf Partien gefährlich an Selbstvertrauen gewonnen. In der Zwischenzeit konnte die Vereinsführung immerhin weitere Erfolge im Sponsoring für sich reklamieren, wo man einen Briefkasten-Anlagebauer ins Boot holen konnte.