Handball
RTV-Goalie Willimann hält viel, kann die Niederlage gegen Vizemeister Schaffhausen aber nicht verhindern

Der RTV Basel verliert mit 22:28 auch das dritte Spiel in dieser Saison gegen Kadetten Schaffhausen und steht bisher noch ohne Punktgewinn da. Das liegt zu Teilen aber auch an dem bisher schweren Programm der Basler, das auch in der nächsten Woche nicht einfacher wird. Trotzdem lassen sich bei den Realturner aber Verbesserungen beobachten.

Esteban Waid
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Der RTV-Goalie André Willimann hält gegen Schaffhausen viel, kann die Niederlage aber nicht verhindern.

Der RTV-Goalie André Willimann hält gegen Schaffhausen viel, kann die Niederlage aber nicht verhindern.

Edgar Hänggi (Archiv, Mai 2020)

20 Minuten sind in der Sporthalle Rankhof zwischen dem RTV Basel und den Kadetten Schaffhausen gespielt, da hallt ein lauter Schrei durch die Halle. RTV-Goalie André Willimann ist mehr als aufgebracht. Dem Schrei folgt ein Schlag gegen den Torpfosten. Kurz zuvor hatte der Schaffhausener Maros Luka zu einfaches Spiel gegen Willimanns Vorderleute und erzielt den Treffer zum 7:12. Trainer Ike Cotrina sieht sich darauf zu einem Time-out gezwungen.

«Das Spiel war harzig. Wir brauchten Zeit, bis wir in die Gänge kamen – auch ich persönlich. Erst als ein bisschen Emotionen ins Spiel kamen, fing es an, zu laufen», analysiert RTV-Schlussmann Willimann die Partie.

Für die Emotionen sorgte Willimann selbst und auch sein Trainer Cotrina wird in der kurzen Unterbrechung laut – eine Eigenschaft, die eigentlich zu keinem von beiden passt: «Ich bin sonst eine ruhigere Person, aber zwischendurch müssen die Emotionen einfach raus. Es scheint aber genutzt zu haben», sagt Willimann und lacht.

Ein gutes Spiel reicht gegen Schaffhausen nicht aus

Auch wenn die Hausherren fast von Beginn an einem Rückstand hinterher laufen, abschütteln lassen sie sich vom Vizemeister nie, anders als vor einer Woche gegen Meister Pfadi Winterthur, als der Rückstand besonders gegen Ende sukzessive zu wachsen begann. Grund dafür ist auch ein herausragender André Willimann, der sich mit seinem Schlag gegen den Pfosten selbst aufweckt. Am Ende pariert er 13 von 41 Würfen auf sein Tor, darunter zwei Penaltys. Die 22:28-Niederlage verhindert er mit seiner Leistung aber nicht. Trainer Cotrina findet aber, dass das Team insgesamt nicht schlecht war:

«Trotz dieser Niederlage haben wir eine gute Arbeit gemacht. Wir haben in diesen 60 Minuten um jeden Ball gekämpft»,

resümiert der Spanier und weiss auch, dass nur Kampf gegen so einen Gegner nicht ausreicht. «Wenn du gegen eine Mannschaft wie Schaffhausen zu viele technische Fehler machst, hast du keine Chance», ergänzt er. 15 technische Fehler leistete sich sein Team, auf Seiten der Gäste sind es lediglich acht.

Hinzu kommt, dass die Basler auch in der Offensive zu harmlos sind und viele Chancen liegen lassen. Im ersten Durchgang gelingt es Realturner Basil Berger innert kürzester Zeit, drei Bälle der Gäste abzufangen. Während er den ersten Ball an Kreisläufer Igor Cagalj weitergibt, der frei einwerfen kann, vergibt Berger die beiden weiteren Chancen. Erst landet der Ball am Pfosten, wenig später kommt er ins Stolpern.

Chancen, die man gegen eine Mannschaft wie Schaffhausen nutzen muss. Und Szenen, die sich durch das ganze Spiel ziehen. Auch Topskorer Aleksander Spende vergibt in Halbzeit 2 frei vor dem Tor und erzielt an diesem Abend nur fünf Treffer, nachdem er in den ersten beiden Spielen jeweils zweistellig traf.

Während es für Spende nicht ganz so gut lief, wie zuletzt, zeigt sich die neu zusammengestellte Mannschaft aber verbessert und das trotz des strammen Programms. Nach GC in Runde 1 folgten Meister Winterthur und Vizemeister Schaffhausen. Als Nächstes wartet der dritte der letztjährigen Quali, Kriens-Luzern.

«Es ist schwierig, weil man nicht wirklich sagen kann, was funktioniert und was nicht. Es ist ein schwieriges Startprogramm, aber wir müssen weiter dran arbeiten», sagt Goalie Willimann. Denn wenn die machbaren Gegner kommen, will sein Team bereit sein.

Das komplette Spiel in der Wiederholung finden Sie hier.

RTV Basel – Kadetten Schaffhausen 22:28 (12:17)

Basel Rankhof. – 400 Zuschauende. – SR Abalo/Maurer

Basel: Willimann (13 Paraden, 1 Tor); Berger (4 Tore), Cagalj (1), Stamenov, Voskamp (1), Maruon, Esono Mangue, Spende (5), Paban (8), Krause (2).

Schaffhausen: Biosca (17 Paraden); Bartok, Cañellas (1 Tor), Gerbl (3), Herburger (3), Jerry (2), Kusio (6), Lier (3), Maros (2), Matztken (2), Schelker (1), Schmidt (1), Zehnder (4).

Bemerkungen: Technische Fehler: Basel 15, Schaffhausen 8. – 2-Minuten-Strafen: Basel 3, Schaffhausen 1. – Turnover: Basel 15, Schaffhausen 8. – Spieler des Spiels: Basel Willimann, Schaffhausen Kusic.

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