Eishockey

HC Davos: Der Rekordmeister und der bange Blick nach unten

Gilles Senn, Goalie des HC Davos, blickt in eine ungewisse Zukunft.

Der einst so stolze HC Davos kämpft um den Ligaerhalt. Gegen die Aufsteiger Rapperswil-Jona Lakers muss der Rekordmeister beweisen, dass er bereit ist für den nervenaufreibenden Abstiegskampf.

Daran muss man sich erst einmal gewöhnen: Während sich in den Playoff-Halbfinals die Teams aus Bern, Biel, Zug und Lausanne auf dem Weg Richtung Meistertitel duellieren, kämpft die Mannschaft, die in den letzten 20 Jahren zu den erfolgreichsten der National League gehörte (6-mal Meister, 3-mal Finalteilnehmer, 3-mal Halbfinalist), ab heute Abend gegen den Abstieg: der HC Davos.

Der Rekordmeister (31 Titel) steht gegen Aufsteiger Rapperswil-Jona Lakers vor einer ganz heiklen Mission. Natürlich konnten sich die Bündner nun wochenlang auf diese Serie vorbereiten.

Ungewohnter Abstiegskampf

Jetzt, da es aber soweit ist, wird es für den HCD eine Nervenprobe der speziellen Art sein. Kaum einer der Spieler hat Erfahrung im Abstiegskampf. Das Selbstverständnis des Erfolgs, welches diese Mannschaft während Jahren begleitet hat, ist im Umfeld immer noch unterschwellig präsent.

Die Spieler betonen zwar, dass sie den Ernst der Lage erkannt hätten. Aber auch für Routiniers wie Andres Ambühl, Marc und Dino Wieser oder Perttu Lindgren ist dieser «negative» Druck eine neue Erfahrung.

Auf der anderen Seite stehen die Rapperswiler, die eigentlich von Anfang damit rechnen mussten, dass ihr Weg im Playout enden wird. Nur 10 von 50 Qualifikationspartien gewannen die Lakers, die aber immer einen intakten Eindruck hinterliessen.

In der (bedeutungslosen) Klassierungsrunde gewannen die St. Galler vier von sechs Spielen. Die Davoser, die ihre wichtigsten Spieler mehrheitlich schonten, gingen nur einmal als Gewinner vom Eis. Gut möglich, dass das gewisse Auswirkungen auf das Selbstvertrauen hat.

Ungewöhnliche Verlängerung

Interessant ist auch die Tatsache, dass die Rapperswil-Jona Lakers unmittelbar vor Beginn dieses Abstiegsduells den Vertrag mit ihrem Headcoach Jeff Tomlinson verlängert haben.

Lange wurde gemunkelt, dass man die Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Kanadier, der die Mannschaft auf eindrückliche Art und Weise in die höchste Spielklasse zurückgeführt hatte, nicht verlängern würde.

Nun reifte am Zürichsee aber offenbar die Erkenntnis, dass der Ausbildner sehr gute Arbeit abgeliefert hat. Im Hinblick auf die Playouts ist dieser ungewöhnliche Schritt ein starkes Signal, welches die Mannschaft noch enger zusammenrücken lassen könnte. Der HCD ist jedenfalls gewarnt.

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