David: Jetzt ist es amtlich: Wir werden schon bald keine Skination mehr sein. Jede WM- oder Olympiagoldmedaille, die wir noch gewinnen werden, könnte die letzte sein.

Flavio: Was ist los? Ich habe gar nicht mitgekriegt, dass Lara Gut jetzt nur noch Fussballer-Frau ist. Klar: «Alles fahrt Schii» ist etwas aus der Mode geraten. Aber wir haben ja noch Beat Feuz und Wendy Holdener. Und all die jungen, aufstrebenden Talente, deren Namen ich wieder vergessen habe.

David: Nein. Darum gehts nicht. Die ETH hat eben eine Klima-Studie veröffentlicht. Dabei ist sie zum Schluss gekommen, dass die Schneefallgrenze in der Schweiz bis ins Jahr 2040 auf 1500 Meter steigt. Vor 100 Jahren lag sie noch bei 400 Metern. Das heisst: Schluss mit lustig. Die Ziellinie in Adelboden und Wengen, den grossen Klassikern, liegt unter 1500 Meter. Und der Start zu unserem aller Lieblings-Spektakel in Kitzbühel liegt knapp über 1600 Meter.

Pius: Vielleicht sind wir bis dann so weit, auch bei Plustemperaturen Schnee herzustellen. Was weiss ich? Irgendetwas wird sich die Wintersport-Industrie einfallen lassen. Schliesslich geht es auch um ein Stück Schweizer Identität.

François: Allein darauf zu vertrauen wäre töricht. Wir müssen alternativ denken.

Pius: Ja, aber was mach ich an einem verregneten Samstagmittag im Januar – und es wird ja im Winter künftig häufiger regnen –, wenn ich nicht die Lauberhorn- oder Kitzbühel-Abfahrt gucken kann?

François: Eine Lösung wäre Kandahar!

Pius: Was Kandahar? Das ist doch die Abfahrt in Garmisch. Und Garmisch liegt weit unter 1000 Meter über Meer.

François: Nein, Kandahar in Afghanistan. Und ich nenne das stellvertretend für eine Region. Freunde und Bekannte, die zum Skifahren in Zentralasien waren, haben von den Schneemassen und -bedingungen regelrecht geschwärmt.

Tobias: Du denkst, man wird den Skiweltcup nach Iran, Afghanistan, Pakistan und Indien verlegen? Also Hüttengaudi im Hindukusch?

François: Skisport auf jeden Fall. Vielleicht einfach ohne Gaudi. Also Jägertee ohne Jäger.

David: Klar ist: Wenn die Klimaforscher Recht bekommen, droht dem Wintersport in den Alpen der Garaus. Das heisst: Der Tourismus in den Bergen muss sich neu ausrichten.

Flavio: Wie kann der Wintersport in den Bergen aussehen, wenn kein Schnee liegt?

Tobias: Ich rate den Grasshoppers, ein Alpenstadion auf 3000 Meter zu bauen. Auf die Zuschauerzahlen hätte das kaum Einfluss, weil sich in Zürich ja kaum einer mehr für diesen Klub interessiert. Andererseits hätten sie auf 3000 Metern einen unglaublichen Wettbewerbsvorteil. Der Heimvorteil bestünde darin, dass die Gegner aus dem Flachland Mühe hätten mit der dünnen Luft. Auswärts hätten sie einen Vorteil, weil Höhentraining die Produktion von roten Blutkörperchen verstärkt, was sich leistungsfördernd auswirkt.

Pius: Gute Idee mit dem Alpenstadion. Vielleicht wären die Grasshoppers dann wieder ein seriöser Gegner.

Flavio: Oder man könnte auch neue Sportarten erfinden. Beispielsweise: «Finde den Ötzi».

David: Hört auf! Das Thema ist zu ernst, um sich darüber lustig zu machen.

Tobias: Was jetzt? Die Klimaerwärmung oder die Grasshoppers?