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«Ich war nie einer, der schnell wechselte»: Alex Freis Wechsel zum FC Wil ist eine Landung auf festem Boden

Alex Frei gilt als guter Ausbildner – dies möchte er beim FC Wil beweisen.

Alex Frei gilt als guter Ausbildner – dies möchte er beim FC Wil beweisen.

Wenige Wochen nach seinem Abgang beim zerrütteten FC Basel wird Alex Frei Trainer des FC Wil. Er sieht sein Engagement in der Challenge League nicht etwa als Plan B: «Leute, die mich kennen, wissen, dass ich nie Ambitionen hatte, Trainer des FC Basel zu werden.» In der Ostschweiz hat der Schweizer Rekordtorschütze langfristige Pläne.

«Eine sehr gute Entscheidung!», ruft Alex Frei im Wiler Bergholz über den Platz. Es ist sein erstes Training als Coach einer Profimannschaft. Sein Ruf bezieht sich auf eine Aktion eines Spielers. Die Aussage hat aber Symbolcharakter an diesem Nachmittag. Der 41-Jährige, der als Fussballer soviel erreicht hat wie kaum ein anderer in diesem Land, machte zuvor glaubhaft klar, dass sein Engagement beim Challenge-League-Klub keine Verlegenheitslösung oder ein Plan B sei. Sondern, eben: Die richtige Entscheidung. «Ich kann mich mit dem FC Wil voll und ganz identifizieren. Er ist ein bodenständiger Verein, der weiss, wo er herkommt.»

Alex Frei gibt vor den Medien Auskunft zu seinem überraschenden Wechsel.

Alex Frei gibt vor den Medien Auskunft zu seinem überraschenden Wechsel.

Nur wenige Tage ist es her, dass Frei den FC Basel verlassen hat. U21-Trainer war er dort gewesen, und vielen galt er als möglicher Nachfolger von Trainer Marcel Koller. Zur Basler Geschichte will sich der 84-fache Internationale nicht im Detail äussern. Er sagt aber, er gehe ohne Groll: «Leute, die mich kennen, wissen, dass ich nie Ambitionen hatte, Trainer des FC Basel zu werden.»

Definitiv: Alex Fr

Definitiv: Alex Fr

«Ich war nie einer, der schnell wieder wechselt»

Wil sei der ideale Ort, um herauszufinden, ob er das Zeug zum Profitrainer habe, sagt Frei. Er will den Klub denn auch nicht als Sprungbrett sehen – sondern spricht von langfristigen Plänen mit den Ostschweizern. «Ich war nie einer, der schnell wechselte», sagt Frei. In Rennes, Basel, Servette oder Dortmund hatte er stets mindestens drei Saisons aneinandergereiht. Vorerst hat er in Wil einen Vertrag bis 2022 unterzeichnet.

Maurice Weber, Präsident FC Wil.

Maurice Weber, Präsident FC Wil.

Dass der FC Wil nach Ciriaco Sforza einen weiteren Namen mit Ausstrahlung an sich binden könne, mache ihn stolz, sagt FC-Wil-Präsident Maurice Weber. Auch wenn der Name kein Kriterium gewesen sei für Freis Verpflichtung. «Aber wir spürten schnell, dass wir dieselben Werte leben.»

An der Medienkonferenz steht Frei im Fokus, 30 Medienleute sind gekommen. «Das wird bald anders sein, und das ist gut so», sagt er. Die öffentliche Präsenz suche er nicht – auch wenn dies früher vielleicht anders gewirkt habe. Als U21-Trainer hat er sich einen Ruf als ruhiger und guter Ausbildner erarbeitet, als Spieler aber hatte er seine Macken, seine Ecken und Kanten. Der Egoismus, der ihn in seiner Spielerkarriere wohl manchmal begleitet habe, sei nicht mehr angebracht als Trainer, so Frei. «Aber zugegeben: Vor neun Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich einmal in der Ostschweiz landen würde.» Damals war seine Beziehung zu St.Gallen belastet, weil er dort nach einem vergebenen Penalty als Nationalspieler ausgepfiffen wurde – es war der Anfang des Endes seiner Nationalteam-Karriere.

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