Gerade mal 24 Sekunden waren in der Zuger Bossard-Arena gespielt, als bereits klar wurde, wie sich dieser Abend entwickeln würde. EVZ-Schwede Dennis Everberg, der nach fast dreiwöchiger Verletzungspause erstmals wieder auflief, zog alleine auf das gegnerische Tor zu und konnte von Lausanne-Verteidiger Jonas Junland nur regelwidrig gebremst werden. Zugs Topskorer Lino Martschini vergab zwar den folgenden Penalty. Aber diese Aktion war sinnbildlich für das folgende, ungleiche Duell dieser beiden Mannschaften.

Auf der einen Seite die Zuger, die ihren Gegner mit ihrem Tempo permanent überforderten. Auf der anderen Seite die Lausanner, die bisweilen kaum wussten, wie ihnen geschah und dabei verhängnisvolle Fehler begingen.

Und die hatten Konsequenzen. Es lief die neunte Minute, als Ronalds Kenins’ übler Puckverlust auf dem Stock von Dario Simion landete, der bediente Sven Senteler, welcher zum 1:0 traf. Drei Minuten später unterlief Cory Emmerton der nächste, unverzeihliche Puckverlust in der eigenen Zone, welcher im zweiten Zuger Treffer durch Sven Leuenberger mündete.

Sentelers feiner Trick

Der Slapstick-Auftritt der Waadtländer erreichte zu Beginn des zweiten Drittels seinen Höhepunkt. Erst verlor Tyler Moy in der Vorwärtsbewegung den Puck, dann fuhren sich Kenins und Lukas Frick gegenseitig über den Haufen, was zu einer 3-gegen-0-Situation für die Zuger führte, welche Reto Suri mit etwas Glück zum 3:0 veredelte.

Als Sven Senteler vier Minuten später nach einem fantastischen «Zwischen-den-Beinen-Trick» das 4:0 gelang, da war der Abend gelaufen. Die begeisterten Zuschauer erhoben sich schon vor der Spielhälfte für eine Standing Ovation von ihren Sitzen. Es war in der Tat eine beeindruckende Vorstellung der Zuger, welche im Schnellzug Richtung Final unterwegs waren.

Sie liessen sich auch nicht aus der Bahn werfen, als den verzweifelten Lausannern nach exakt 149 Minuten und 32 Sekunden in dieser Serie mal wieder ein Treffer gelang. Ronalds Kenins 1:4 und Joel Genazzis 2:4, kurz vor Spielende, waren letztlich nur kleine Störfeuer auf dem Weg zur insgesamt fünften Finalteilnahme der Zuger nach 1995, 1997, 1998 und 2017.

Faktor Energie

Der EV Zug verdiente sich das Ticket zum Kampf um den Meistertitel mit seiner energiegeladenen und bisweilen unwiderstehlichen Spielweise, gegen welche die zunehmend müder wirkenden Lausanner kein probates Mittel fanden.

Der Faktor Energie wird den Zugern auch in der Finalserie, welche am kommenden Donnerstag entweder zu Hause gegen Biel, das in der Serie gegen den SC Bern mit 3:2-Siegen führt, oder in Bern beginnen wird, zu Gute kommen. Der EVZ brauchte nur neun Spiele, um sich für die Meisterschaftsentscheidung zu qualifizieren. Wer auch immer der Gegner sein wird: Er wird auf ausgeruhte und äusserst titelhungrige Zuger treffen.