So schnell kann es gehen: Nach seinem beim FC Basel stark bedauerten Karrierenende im vergangenen Sommer ging Walter Samuel mit seiner Familie zurück in seine Wahlheimat Mailand. Bei Inter Mailand wollte der 38-Jährige seine Trainerausbildung im Nachwuchsbereich lancieren.

Vier Monate später und viel früher als erwartet steht Samuel wieder mit den Profis auf dem Platz: Der Argentinier gehört zum Mitarbeiterstab des neuen Inter-Trainers Stefano Pioli. "Es ist wahr", sagte Pioli, "ich habe ihn in mein Team geholt, weil Walter die Werte des Vereins kennt wie kein anderer."

Zur Erinnerung: Samuel war vor seinem Wechsel 2014 zum FC Basel neun Jahre Innenverteidiger bei den "Nerazzurri" und erlangte bei den Fans Legendenstatus. Wegen seiner kompromisslosen, aber stets fairen Zweikampfführung nennen sie ihn bis heute ehrfurchtsvoll "il Muro", die Mauer. 2010 gewann Samuel mit Inter Mailand die Champions League im Final gegen Bayern München (2:0).

Wenig überraschend wird sich Samuel in seiner neuen Rolle um die Verteidiger kümmern. Cheftrainer Pioli, der das kriselnde Inter vom Holländer Frank de Boer übernahm, schwärmt von Samuel: "Ich bin sehr glücklich. Er ist eine grosse Figur, er wird in unserer Gruppe von grosser Bedeutung sein." Neben seiner Aufgabe als "Verteidigungs-Minister" wird Samuel als Scout eingesetzt.

Inter rangiert in der Serie nach 12 Spieltagen nur auf Rang 9. In der Europa League liegen die Mailänder in der Gruppe K nach vier Spieltagen auf dem letzten Rang (1 Sieg, drei Niederlagen) - hinter Sparta Prag, dem Fc Southampton und Hapoel Be'er Sheva. Mal schauen, ob Samuel zur Wiederbelebung des stolzen Traditionsklusb beitragen kann. Das erste Spiel hat es auf jeden Fall in sich: Am 20. November kommt es zum Stadtderby gegen die AC Milan - mit einem Sieg hätte das neue Trainerteam bei den Fans gleich zu Beginn einen grossen Stein im Brett.