Mannschaftsauflösung und Aufstieg - Kalte Achterbahnfahrt der Gefühle für den EHC Laufen

Turbulente Monate für den EHC Laufen: Erst die Auflösung der ersten Mannschaft, dann der Aufstieg aus der 4. Liga. Am Ende kann der Verein sogar zwei Mannschaften finanziell stemmen, trotz Coronapandemie. Anderen Vereinen ergeht es da anders, erzählt Sportchef Roger Stähli.

Edgar Hänggi Jetzt kommentieren
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Der EHC Laufen wird die Coronapandemi laut Sportchef Stähli gut überstehen.

Der EHC Laufen wird die Coronapandemi laut Sportchef Stähli gut überstehen.

Eh-Presse / Wochenblatt Schwarzbubenland Laufental (28.07.2018)

Roger Stähli, der Sportchef und Offensivspieler des EHC Laufen lacht. «Ja, so schnell habe ich wirklich noch nie mehrere Ligen gewechselt.» Als Ende Juli des vergangenen Jahres Geschäftsleitungsmitglied Andreas Neuschwander die Auflösung des Zweitliga-Teams verkündete, löste dies doch Erstaunen aus. Zusammen mit den Spielern des 4. Liga-Teams bildeten die verbliebenen Spieler des Fanionteams eine Equipe, die Willens war, trotz starker Konkurrenz aus Olten und Sissach sofort den Aufstieg in die 3. Liga zu realisieren.

Das Startspiel am 17. Oktober zu Hause gegen Uni Basel gewann Laufen mit 9:2 – doch dann kam der Saisonabbruch. «Unser Ziel anfangs Saison war klar: Aufstieg! Den wollten wir unbedingt realisieren , entweder sportlich oder dann halt per Antrag an den Verband. Für die Entwicklung des Vereins ist es enorm wichtig, dass wir unseren jungen Spielern, die ins Aktivalter übertreten, eine Perspektive bieten können», schildert Finanzchef Roman Bucher die Gründe.

Plötzlich waren genug Spieler für zwei Teams da

Stähli bekam den Auftrag, sich mit dem Verband in Verbindung zu setzen. «Ich musste ein Papier erstellen, das bestätigt, dass wir über genügend Spieler und Eiszeit verfügen. Ebenfalls, ob es wirtschaftlich machbar sein wird. Doch das war alles nur Formsache. Wir konnten das ja bis letzte Saison stets erfüllen.» Am Samstag informierte Stähli das Team über den Aufstieg. Zwei Teams sollen in der neuen Saison im Einsatz stehen, liessen die Laufentaler verlauten.

Auf den ersten Blick etwas erstaunlich, waren im vergangenen Sommer doch nicht mehr genügend Spieler vorhanden. «Wir hatten letzte Saison nicht mehr genügend Spieler für ein Zweitliga-Team. Dank dem Rückzug sind einige, die nicht mehr auf dieser Stufe spielen wollten, jetzt immer noch dabei. Zudem haben Spieler, welche zuletzt in der 4. Liga eigentlich nur noch zum Plausch spielten, plötzlich Blut geleckt und sind jetzt für die 3. Liga wieder voll motiviert. Zu ihnen stossen noch ein paar Junioren, die ins Aktivalter kommen.» Anzumerken sei, so Bucher, dass mit der zweiten Mannschaft jetzt wieder eine Möglichkeit für all jene geboten wird, die mehr zum Plausch spielen wollen, oder denen es für die 3. Liga noch nicht reicht.

Der EHC Laufen kommt besser weg als andere Vereine

Der Verein könne es wirtschaftlich stemmen, zwei Teams anzumelden. «Wir werden mit einem blauen Auge aus der Pandemie kommen. Da haben andere mehr Sorgen. Ich bin froh, dass zumindest unser Nachwuchs trainieren kann.» Offen sei jetzt, so Stähli, vor allem noch die Trainerfrage:

«Stefan Schwander hat mir gesagt, er wolle weiter in Laufen arbeiten, weil es ihm Spass mache, gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten. Er hat den Vertrag auf dem Tisch und muss nur noch unterschreiben.»

Schwander soll jedoch auch noch ein Angebot eines anderen regionalen Klubs haben. In der zweiten wie dritten Liga wären weitere Teams willkommen. Mit Altstadt Olten und Zunzgen-Sissach haben die beiden stärksten Teams der aktuellen 4. Liga-Gruppe 1 aber bereits abgewunken. «Einen Aufstieg am grünen Tisch wird es bei uns nicht geben», erklärt Daniel Wyss vom SC Altstadt Olten. Auch Remo Hunziker, Sportchef der Oberbaselbieter, hat eine klare Meinung. «Für uns ist ein Aufstieg auf diese Art kein Thema.» Allerdings ist die Situation weder in Olten noch Sissach mit jener in Laufen vergleichbar.

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