Super League

Karten-Bonus für YB, Auswärtsschwäche beim FCB und weitere acht Zahlen zur Hinrunde

YB ist nicht nur Leader in der Tabelle sondern auch bei den Fouls.

YB ist nicht nur Leader in der Tabelle sondern auch bei den Fouls.

Die Vorrunde der Saison 2019/20 ist vorbei. Wir haben für jeden Super-League-Verein ein paar Zahlen herausgepickt und sind dabei auf Überraschendes gestossen.

YB:

Der Titelverteidiger ist Wintermeister. Nach Punkten und in einer Kategorie, die so gar nicht meisterlich ist. 271 Fouls begingen die Berner in der Vorrunde, durchschnittlich 15 pro Match. Bemerkenswert: In der Sünderkartei ist Bern ganz hinten. Denn nur jedes achte YB-Foul wird mit Gelb bestraft. Bei YB-Gegnern zücken die Schiedsrichter im Mittel bereits nach 4,6 Fouls eine Karte.

FCB:

Die Wintermeisterschaft verspielte der FCB auswärts. Aus den letzten fünf Auswärtsspielen in der Liga hat Basel nur vier Punkte geholt und elf Zähler liegenlassen. Trotzdem liegt der erste Verfolger der Berner Young Boys gleich in drei wichtigen Statistiken vorne. Bei den her­ausgespielten Chancen (104), bei den wenigsten Gegentoren (17) und beim Ballbesitz (54,2 Prozent).

St. Gallen:

Es hat Spass gemacht, der jüngsten Mannschaft der Liga (Altersschnitt: 22,5 Jahre) zuzusehen. St. Gallen gab – trotz deutlich weniger Ballbesitz als noch in der Vorsaison – nicht nur die meisten Schüsse aufs gegnerische Tor ab. Die Ostschweizer verfügen dank der besten Chancenverwertung (46 Prozent) mit 42 Toren auch über den besten Angriff der Liga.

FCZ:

Auch der FCZ lässt in einer Kategorie alle anderen Teams hinter sich. Stürmer Blaz Kramer ist der Spieler, der in der Liga die meisten siegbringenden Tore geschossen hat. Gleich vier der sechs Saisontore des slowenischen Neuzugangs bescherten dem FCZ drei Punkte. Dreimal traf er zum Endstand mit nur einem Tor Vorsprung, gegen Luzern leitete sein 1:0 den 3:0-Sieg ein.

Servette:

Der Aufsteiger hat nicht nur YB, Basel und Zürich besiegt, sondern mit seiner attraktiven Spielweise auch viele neutrale Zuschauer positiv überrascht. Aktuell liegen die Genfer elf Punkte hinter der Spitze, was auch einer Menge Pech geschuldet ist. Servette traf zehnmal Aluminium und wurde viermal von Schiedsrichter und VAR vor einem Tor fälschlicherweise im Stich gelassen.

Lugano:

Das mit dem «Fuorigioco», italienisch für Offside, sollte den Tessinern mal einer erklären. Gleich 53 Mal und damit öfter als YB und Thun zusammen wurde ein Lugano-Spieler zurückgepfiffen. Gleichzeitig stellte Lugano in der gesamten Vorrunde selber nur elfmal einen gegnerischen Spieler ins Abseits. Hier liegt der Ligadurchschnitt bei 33 und damit dreimal so hoch wie bei Lugano.

Sion:

Die Walliser sind die Glückspilze der Liga. Gleich elfmal trafen ihre Gegner in der Hinrunde Pfosten oder Latte. Auch beim Blocken von Schüssen (58) macht den Sittenern keiner etwas vor. Ob das jetzt daran liegt, dass die Sion-Verteidiger besonders stark antizipieren und sich in die Schüsse werfen oder die gegnerischen Stürmer einfach gerne Walliser abschiessen, ist nicht bekannt.

Luzern:

Viermal waren die Innerschweizer die Leidtragenden des Videobeweises. Denn viermal revidierte der Schiedsrichter seine ursprüngliche Entscheidung pro Luzern, weil sich der VAR eingemischt hatte. Zwar waren diese Entscheidungen aus objektiver Sicht bis auf eine Ausnahme nachvollziehbar, trotzdem ist der «VAR-Müll» beim FCL nicht nur bei Torhüter Marius Müller unbeliebt.

Xamax:

Nach der dramatischen Last-Minute-Rettung in der Relegation befinden sich die Neuenburger erneut auf bestem Weg in die Entscheidungsspiele gegen den Zweiten der Challenge League. Kein Team in der Liga hat weniger Ballbesitz als Xamax (44,6 Prozent), nur Luzern spielt noch weniger Torchancen heraus. Doch zum Glück für Neuchâtel gibt es mit Thun noch ein schlechteres Team.

Thun:

Die Berner Oberländer sind scheinbar abgeschlagen am Tabellenende. Fünf Punkte trennen Thun und Xamax aktuell. Dass es nicht weniger sind, liegt auch daran, dass Thun nach Führungen gerne noch verliert. In sechs Spielen lagen sowohl Xamax als auch Thun vorne. Während der Konkurrent anschliessend zwei Siege und vier Unentschieden holte, verlor Thun trotz Führung noch viermal.

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