Handball
Der RTV Basel gibt mehrmals die Führung aus der Hand und verliert zum Saisonauftakt gegen GC Amicitia

Der RTV verliert das erste Spiel der neuen Saison gegen GC Amicitia knapp mit 28:30. Am Ende sind es vor allem die Strafen, die zu dieser Niederlage führen. Einen Tag vor dem Spiel formulierte der Vorstand noch das Ziel, wieder die Playoffs erreichen zu wollen. Und auch der regionale Handballsport soll in einen neuen Fokus gerückt werden.

Esteban Waid
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Jorge Paban trifft fünfmal gegen seinen Ex-Klub – am Ende zu wenig für einen Sieg.

Jorge Paban trifft fünfmal gegen seinen Ex-Klub – am Ende zu wenig für einen Sieg.

Juri Junkov / bz Zeitung für die Region

Knapp über ein Jahr ist es her, dass die Führung des RTV Basel den Plan verkündete, den Handballklub bis 2029 zu einem Spitzenverein machen zu wollen. «peRspekTiVe2029» wurde das Projekt getauft, das am gestrigen Donnerstagabend mit dem Saisonstart gegen GC Amicitia in das zweite Jahr startete.

Doch noch einen Tag vor dem Spiel standen andere Akteure als die Realturner mit ihrem neuen Trainer Ike Cotrina im Mittelpunkt. An einer Medienkonferenz am Mittwochmorgen informierte der RTV über den Stand seines langfristigen Projekts. Schnell wurde klar, dass dieses um eine Perspektive reicher geworden ist. Denn nicht nur die RTV-Präsidenten Sven Lüdin und sein Vize Tom Ryhiner waren anwesend.

Auch Michael Santeler, Geschäftsführer des Leistungszentrums HSG Nordwest, Ramon Morf, Trainer bei der HSG, und Marcel Keller, der neue Trainer des TV Birsfelden (NLB), fanden sich zu dieser Medienkonferenz ein. Verkündet wurde ein weiteres Ziel: den Handballsport in der Region gemeinsam voranzubringen, sodass junge Talente in der Region bleiben und an die NLA und NLB herangeführt werden können.

Die HSG brachte bereits viele vielversprechende Spieler hervor, mit Yasin Kühner und Jannis Voskamp haben aber nur zwei den Weg in die aktuelle RTV-Mannschaft gefunden, auch wenn es nicht an regionalen Spielern mangelt.

Der RTV will ganz ohne Bangen in die Playoffs

Die Verantwortlichen machen aber auch klar, was es für die Arbeit mit diesen Talenten braucht: Ruhe. Ein Bangen um den Klassenerhalt kann niemand gebrauchen. «Wir müssen früh zu punkten beginnen, damit wir uns im Mittelfeld der Tabelle bewegen, um die Ruhe zu haben und auch mal mit jungen Spielern starten zu können», erklärt RTV-Vizepräsident Ryhiner. Wie in der letzten Spielzeit streben die Realturner die Playoffs an und wollen diese am liebsten so früh wie möglich erreichen, ganz ohne Bangen.

Für Ruhe können nur die Spieler selbst sorgen. Auf die Unterstützung der Fans können sie indes hoffen. Der Eintritt wird in dieser Saison dank der Sponsoren gratis sein. Auch das ist Teil der Strategie, den Handballsport in der Region attraktiver zu machen. «Das ist ein grosser Fortschritt, wenn man sieht, dass wir letzte Saison vor leeren Rängen gespielt haben», sagt Präsident Lüdin.

Wenn Aleksander Spende wirft, landet der Ball meistens im Tor. Gegen GC trifft er gleich elfmal.

Wenn Aleksander Spende wirft, landet der Ball meistens im Tor. Gegen GC trifft er gleich elfmal.

Juri Junkov / bz Zeitung für die Region

Ein erster sportlicher Fortschritt macht sich im ersten Spiel gegen GC Amicitia zu Beginn auch auf dem Platz bemerkbar. Der RTV startet besonders in der Defensive aggressiv, so wie es sich Neutrainer Cotrina gewünscht hatte. Fast sieben Minuten dauert es, bis die Gäste aus Zürich ihren ersten Treffer zum 4:1 machen. Das erste Mal stossen die Zürcher die Tür zum RTV-Tor auf und lassen diese zunächst offen.

Denn zehn Minuten später leuchtet der 5:5-Ausgleich auf der Anzeigetafel auf. Unter den Augen von Ex-Trainer Darijo Bagaric müssen die Hausherren viele 2-Minuten-Strafen hinnehmen. Dem sonst ruhigen Cotrina gefällt nicht, was er sieht. «Wir waren oft in Unterzahl. Deswegen konnten wir nicht so verteidigen, wie wir wollten», erklärt er. Dass der RTV zur Pause mit 14:16 hinten liegt, können auch die sieben Tore von Aleksander Spende nicht verhindern.

Der Einbruch kommt auch nach der Pause

Auch nach dem Seitenwechsel startet der RTV gut und bringt sich zurück in die Partie – und liegt nach 36 Minuten gar mit 19:17 in Führung. Neben dem Anfangsfurioso wiederholen die Realturner aber auch den Einbruch aus der ersten Hälfte. Nach einem Doppelschlag gehen die Zürcher wieder in Führung und bringen den RTV aus dem Konzept. Davon erholt sich das Team bis zum Schluss nicht – am Ende steht es 30:28 für die Gäste. Klar, dass sich Ike Cotrina seinen Start in die Saison anders vorgestellt hatte:

«Ich bin nicht zufrieden. Aber wir haben dieses Spiel erwartet. Es gab keinen grossen Unterschied zwischen den Teams»

Den Kampfgeist seiner Mannschaft sieht er positiv, aber Arbeit steht noch viel an. Und Ruhe konnte sich der RTV zum Saisonstart erst einmal nicht verschaffen.

Hier sehen sie das komplette Spiel in der Wiederholung.

RTV Basel – GC Amicitia Zürich 28:30 (14:16)

Rankhof Basel. – 200 Zuschauende. – SR: Boshkoski/Stalder

Basel: Willimann (2 Paraden), Kühner (3); Basler, Berger (1 Tor), Cagalj (1), Esono Mangue, Krause (6), Mauron (3), Paban (5), Spende (11), Stamenov, Voskamp (1).

Zürich: Bachmann (2 Paraden), Marinovic (11); Ben Romdhane (4 Tore), Bodenheimer, Brücker (6), Maric (1), Poloz (6), Popovski (5), Prakapenia (2), Quni (1), Sluijters (5).

Bemerkungen: Wurfquote: Basel 54 Prozent, Zürich 79 Prozent. Turnover: Basel 8, Zürich 16. 2-Minuten-Strafen: Basel 5, Zürich 4. 

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