FC Basel

Konkurrenz aus Österreich: Das ist die Rolle des neuen FCB-Goalies Heinz Lindner

Der neue FCB-Goalie Heinz Lindner war bisher nur als Gegner im St. Jakobpark.

Der neue FCB-Goalie Heinz Lindner war bisher nur als Gegner im St. Jakobpark.

Der FC Basel hat mit Heinz Lindner einen neuen Torhüter. Doch noch ist unklar, ob er überhaupt spielen wird, denn eigentlich ist Djordje Nikolic als neue Nummer 1 eingeplant.

Djordje Nikolic war in der abgelaufenen Saison der zweitbeste Torhüter der Super League. Seine Statistiken sind nur minim schwächer, wie die des mittlerweile nach Montpellier abgewanderten FCB-Stammtorhüters Jonas Omlin. Nikolic hielt 73 Prozent aller Schüsse auf sein Tor, Omlin 74 Prozent. In der Super League kamen in der abgelaufenen Spielzeit nur noch Luzerns Marius Müller und Luganos Noam Baumann auf Werte von über 70 Prozent. Dazu kassierte Nikolic in 14 Spielen nur 16 Gegentore und hielt seinen Kasten sieben Mal sauber.

Djordje Nikolic hat eine neue Nummer auf dem Trikot. Er darf sich aber keinen Fehler mehr erlauben, sonst könnte er schnell wieder die Nummer 2 werden.

Djordje Nikolic hat eine neue Nummer auf dem Trikot. Er darf sich aber keinen Fehler mehr erlauben, sonst könnte er schnell wieder die Nummer 2 werden.

Und trotzdem sind sich Viele nicht sicher, ob der 23-jährige Serbe zur neuen Nummer 1 beim FC Basel taugt. Der Grund sind vor allem die beiden haarsträubenden Patzer in Drucksituationen wie im Viertelfinale der Europa League gegen Donezk oder im Cupfinal gegen YB. Beide Male vergriff sich Nikolic und beide Male verlor der FCB die wichtige Partie.

Nikolic trägt neu die Nummer 1 auf dem Trikot

Durch die Verpflichtung von Heinz Lindner hat Nikolic jetzt ernsthafte Konkurrenz um die Nummer 1. Doch drei Indizien sprechen dafür, dass der neue FCB-Trainer Ciriaco Sforza aktuell noch mit Nikolic zwischen den Pfosten plant. Zum einen sagt Sforza, auf die beiden kapitalen Schnitzer angesprochen: «Wir haben kein Goalie Problem.» Ausserdem schreibt der FCB in der gestrigen Mitteilung: «Lindner soll mit seiner Erfahrung und seiner aufgeschlossenen Art das Goalie-Team optimal unterstützen und ergänzen. Gerade junge Torhüter profitieren stark von einem erfahrenen Goalie wie Lindner.» Und auch auf dem Trikot hat Nikolic die Nase vorn. Denn Lindner wird die Nummer 13 von Nikolic aus der vergangenen Saison tragen. Der Serbe wird dagegen neu die Nummer 1 von Jonas Omlin übernehmen. Doch klar ist auch, dass Sforza bei weiteren Patzern von Nikolic jetzt eine erfahrene Alternative hat.

Das erste Treffen mit Lindner fand schon vor vier Wochen und damit vor Nikolics Patzern statt. Seitdem hielten sich die Gerüchte über ein Engagement des 30-Jährigen hartnäckig. Am Montag war dann auf Instagram zu sehen, dass sich der 27-fache österreichische Nati-Goalie in Basel befindet. Einen Tag später vermeldete der FCB den Transfer als fix. Der Verein verkündet, dass Lindner am Morgen einen Vertrag bis Sommer 2023 unterschrieben hat.

Und so stand der 30-Jährige am Dienstag bereits im FCB-Trainingsoutfit auf dem Platz. Gegenüber dem Klub-TV sagt Lindner nach der Übungseinheit: «Ich will dem Team helfen, seine Ziele zu erreichen. Wir werden versuchen dort anzugreifen, wo wir hingehören: nämlich ganz oben.» Das tönt dann doch ganz schön angriffig für eine Nummer 2, auch wenn Lindner sagt, dass er sich erst einmal herantasten wolle. Doch Lindner hätte wohl kaum unterschrieben, wenn er sich nicht auch Chancen auf die Ablösung von Nikolic ausrechnen würde.

Zwei Abstiege in Serie, doch an Lindner lag es nicht

Zuletzt spielte Lindner, der mit Austria Wien 2013 Meister wurde, immer am anderen Ende der Tabelle. Nach zwei Jahren bei GC stieg er 2019 mit den Zürchern aus der Super League ab. Und auch sein letztes Engagement bei Wehen Wiesbaden in der 2. Bundesliga endete vor wenigen Monaten mit dem Abstieg. Doch an Lindner lag das in beiden Fällen nicht. Bei GC war er in der Abstiegssaison Captain und einer der wenigen Spieler mit Super-League-Niveau. Und auch bei Wehen Wiesbaden war gemäss dem «Kicker» in der Abstiegssaison der notenbeste Spieler. Seine Fangquote lag in 23 Einsätzen in der 2. Bundesliga übrigens bei 72 Prozent. Damit war er nicht nur der fünftbeste Goalie der Liga sondern auch in dieser Statistik Djordje Nikolic direkt auf den Fersen.

Meistgesehen

Artboard 1