Kunstturn-EM
School Days: Auch ohne Zuschauer kann der Turnsport in der Region Basel von dem Grossevent profitieren

In Basel findet ab Mittwoch die Kunstturn-EM statt. Mit den School Days kann der Turnsport in der Region aber trotz fehlender Zuschauer die Strahlkraft des internationalen Grossanlasses nutzen.

Esteban Waid
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Ungefähr 2000 Kinder in der Region Basel sollen an den School Days den Spass an der Bewegung finden.

Ungefähr 2000 Kinder in der Region Basel sollen an den School Days den Spass an der Bewegung finden.

zVg/Symbolbild

Mit der Europameisterschaft im Kunstturnen steht ein sportlicher Grossevent vor der Basler Haustür. Während sich in dieser Woche die besten Turnerinnen und Turner Europas in der St.Jakobshalle die Klinke in die Hand geben, steht zeitgleich ein weiteres Projekt in den Startlöchern: die School Days.

«Wir wollen mit den School Days als Sportevent nachhaltige Impulse setzen, und dass auch danach noch etwas spürbar bleibt», sagt die Projektverantwortliche im Organisationskomitee Andrea Neyerlin. Bereits bei der Turn-EM 2016 in Bern gab es ein ähnliches Projekt, sodass von Beginn an klar war, dass man so etwas auch in Basel umsetzten will. Wäre da nicht diese Coronapandemie.

Andrea Neyerlin leitet das School-Days-Projekt von Seiten der Kunstturn-EM.

Andrea Neyerlin leitet das School-Days-Projekt von Seiten der Kunstturn-EM.

zVg/Bardh Hoxha

«Wir hatten uns das Projekt am Anfang anders vorgestellt und hatten gehofft, dass es während der EM schon richtig läuft. Aber unser Ziel ist es jetzt, möglichst viele Kinder zu bedienen», erklärt Neyerlin. Die Kinder sollen durch das Turnen spielerisch die Freude an der Bewegung finden. Neyerlin macht aber klar, dass das Projekt keine Talentförderung ist.

Das Ziel hat sich trotz Corona nicht verändert, lediglich die Umsetzung ist anders. Ursprünglich sollten die professionellen Coaches des Leistungszentrums NKL in Liestal die Kinder in Kindergarten und Primarschule besuchen. Stattdessen startet jetzt die abgeänderte erste Projektphase, in der die Kinder nach Liestal reisen. Bis Mai mit erst mal zwölf Klassen. Danach wird geschaut, wie man das Projekt weiter öffnet.

Trotz Corona bleiben Ziele ambitioniert

Das Ziel bleibt ambitioniert: «Wir wollen insgesamt 100 Klassen bedienen und ungefähr 2'000 Kinder damit ansprechen, um die nachhaltige Förderung zu garantieren», erklärt Neyerlin.

Dass ein solcher Event auch den regionalen Turnsport weiterbringt, weiss auch Martin Leber, Präsident des Baselbieter Turnverbands: «Das bietet uns die Möglichkeit, den Nachwuchs für den Turnsport zu begeistern. Das ist ähnlich, wie wenn der FCB Meister wird.» Ein solcher Event führt sowieso schon zu gesteigertem öffentlichen Interesse. Mit den School Days spricht man die Jüngsten zusätzlich direkt an.

Auch der Präsident des Turnverbands Basel-Stadt, Urs Brunold, sieht das ähnlich und bezeichnet den Event als «Schaufenster für den Sport.» Weiter sagt er: «Gerade weil die Kinder nicht in der Halle zuschauen können, können sie den Turnsport bei den School Days erleben.»

Zahlreiche Partner unterstützen das Projekt

Im Optimalfall profitieren dann auch die Vereine in der Region mit einem Zuwachs von Mitgliedern, auch wenn beide Präsidenten sagen, dass dies kein Problem des Sports sei. Seit Jahren sind die Zahlen dort stabil. Und das trotz Corona und immer wieder aufkommenden Missbrauchsskandalen. Diese sind aber eher ein Problem im Leistungssport, auch wenn in den Verbänden darüber gesprochen wird.

Beide Verbände gehören neben dem nationalen Turnverband und dem Liestaler NKL auch zu den Trägern des School-Day-Projekts. Zusätzlich entstand auch die Kooperation mit dem Departement für Sport, Gesundheit und Bewegung der Universität Basel. Neyerlin erklärt weiter:

«Die Nachhaltigkeit der School Days wird auch durch eine Bachelorarbeit sichergestellt, indem eine sportpädagogische Analyse der Bewegungsworkshops gemacht wird.»

Fehlende Zuschauer und Fans schaden der Strahlkraft des Turniers erheblich. Mit den School Days ist aber immerhin gewährleistet, dass die Kleinsten von dem Event etwas mitnehmen können und so möglicherweise den Weg in den Breitensport finden.