Champions League

Lehrstunde in Turin: YB hat beim 0:3 gegen Juventus nicht den Hauch einer Chance – Paulo Dybala gelingt Hattrick

Dreifachtorschütze Paulo Dybala und kaum eine Chance für YB: das erste Auswärtsspiel der Berner Young Boys in der Königsklasse endet in einer Machtdemonstration des italienischen Meisters Juventus Turin. Auch ohne den gesperrten Ronaldo gewinnt Juve völlig verdient mit 3:0. Die Young Boys schlagen sich wacker, stossen in dieser Partie aber an ihre Grenzen.

Es ist ja nicht so gewesen, dass die Young Boys nach der Gruppenauslosung mit einem Durchmarsch in die Achtelfinals der Champions League gerechnet hatten. Manchester United, Juventus Turin und Valencia sind grosse Kaliber im europäischen Klubfussball. Aber einen solchen Fehlstart, wie nun nach zwei Spielen zu bilanzieren ist, hatten sie gleichwohl nicht erwartet.

Zwei Spiele, null Punkte, null zu sechs Tore – das Debüt in der Königsklasse ist den Bernern gründlich missglückt. «Es hat heute einiges gefehlt», sagte YB-Trainer Gerardo Seoane hinterher. «Wir werden das Spiel nun analysieren und sehen, wo wir uns vor allem verbessern müssen und welche Spieler das Potenzial haben, in der Champions League zu bestehen.»

YB-Spieler: "3:0-Niederlage ist gerechtfertigt"

YB-Spieler: "3:0-Niederlage ist gerechtfertigt"

Die Berner Young Boys sind im zweiten Champions-League-Spiel chancenlos. Nach 90 Minuten verlieren sie 3:0 gegen Juventus Turin.

YB wird vorgeführt

Nachdem seine Mannschaft beim 0:3 zu Hause gegen Manchester noch ordentlich mitgespielt hatte, verlor sie nun in Turin mit dem gleichen Ergebnis, wurden aber richtiggehend vorgeführt. Sie hätte sich nicht beklagen dürfen, hätten die Gastgeber 5:0 oder 6:0 gewonnen. Aber diese beliessen es bei den drei Toren von Paulo Dybala (5., 33., 69.), der in Abwesenheit von Cristiano Ronaldo ein grosses Spiel gemacht hatte und von YB nie unter Kontrolle gebracht worden war. Einmal hatte er noch mit einem Schuss gegen den Innenpfosten Pech.

Dass dann auch noch der junge Gästeverteidiger Mohamed Camara in der Schlussphase mit der gelb-roten Karte vom Platz geschickt wurde, rundete den Lehrplätz der Gäste ab. Und YB hatte sogar noch Glück, dass nicht auch noch Guillaume Hoarau für ein derbes Foul an Andrea Barzagli Rot sah.

Dabei hatten sich die Young Boys doch so sehr gefreut auf ihren Auftritt in der mit 41 000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena. Sie waren nach neun Siegen in neun Super-League-Spielen mit Selbstvertrauen angereist und hatten tief in sich drin die Hoffnung getragen, sie könnten gegen ein Juve ohne dessen gesperrten Superstar Ronaldo eine Überraschung schaffen.

Ein bitterer Herbstabend

Seoane hatte sich entschieden, seine Mannschaft etwas defensiver einzustellen und mit nur einem Stürmer (Hoarau) auf den Rasen geschickt. Aber nach nur fünf Minuten und dem ersten Streich Dybalas waren die Hoffnungen bereits arg geknickt. Am Ende eines bitteren Herbstabends im Piemont schliesslich musste der Schweizer Meister ernüchtert zur Kenntnis nehmen, dass er sich hier während 90 Minuten in einer anderen Welt befunden hatte.

Mit einer Gesamterfahrung von 28 Spielen in der Champions League war er an einem Gegner abgeprallt, dessen Akteure 427 Partien in der Königsklasse auf dem Buckel hatten, dessen Spieler in diesem Wettbewerb schon 51 Tore geschossen hatten, YB aber ganze zwei. In der Super League eine unerbittliche Tormaschine, ist die Offensive in der Königsklasse nur ein harmloses Lüftchen. Warum ist das so? «Weil die Champions League eine andere Dimension ist», sagte Captain Steve von Bergen.

«Wir haben heute wieder einiges gelernt»

In der Super League kommt Hoarau locker an einen hohen Ball heran, in der Champions League gegen Leonardo Bonucci nicht, weil dieser furchtlos ins Kopfballduell geht; in der Super League erreicht Loris Benitos flache Hereingabe den Adressaten, in der Champions League gegen einen perfekt postierten Andrea Barzagli nicht; in der Super League sprintet Miralem Sulejmani den Gegenspielern davon, in der Champions League den noch schnelleren Juan Cuadrado und Alex Sandro nicht.

Und natürlich darf man sich hier keine solchen Stellungsfehler wie Camara vor dem 0:1 leisten und muss Goalie David von Ballmoos den Schuss von Blaise Matuidi vor dem 0:2 auf die Seite abwehren. «Wir haben heute wieder einiges gelernt», sagte von Bergen. «Jetzt wollen wir in drei Wochen in Bern gegen Valencia die ersten Tore schiessen und Punkte holen.»

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach:

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