Leichtathletik
Jason Joseph und Salomé Lang suchen auf der Schützenmatte noch nach ihrer Olympia-Form

Beim Pfingstmeeting auf der Basler Schützenmatte lieferten sich die Leichtathletinnen und Leichtathleten spannende Wettkämpfe. Während Jason Joseph und Salomé Lang noch nicht ihre Olympia-Teilnahme gesichert haben, muss Rückkehrer Alex Wilson nicht mehr zittern.

Jörg Greb
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Jason Joseph kommt noch nicht an die Olympia-Limite von 13,32 Sekunden heran.

Jason Joseph kommt noch nicht an die Olympia-Limite von 13,32 Sekunden heran.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Bereits im Winter über die 60 Meter Hürden zeigte sich eine spannende Konstellation: Die routinierte Noemi Zbären, die aufstrebende letztjährige Freiluftmeisterin Ditaji Kambundji und die Baslerin Selina von Jackowski lieferten sich – ergänzt durch die Siebenkämpferin Annik Kälin – nicht nur hochspannende Duelle, sie taten dies auch auf einem hohen Level. Die Folge: Alle drei qualifizierten sich für die Hallen-Europameisterschaften in Torun.

Mitte Februar war das, und seither sind schon über zwei Monate vergangen. Nun ist der Dreikampf in Basel über 100 Meter Hürden wieder lanciert worden. Vor allem Noemi Zbären präsentierte sich vielversprechend. Die Bernerin gewann in 13,09 Sekunden und strahlte.

«Dieser Einstand macht mich glücklich.»

In den beiden letzten Freiluftsaisons lief sie nur unwesentlich schneller bei ihren besten Rennen. «Ich konnte die gute Basis vom Winter mit den Fortschritten beim Start und der Beschleunigung mitnehmen», sagte die 27-Jährige und sieht sich in einer neu-alten Zuversicht. An der Olympia-Limite von 12,84 Sekunden will sie sich nun orientieren. Zbärens Bestmarke von 2015 steht bei 12,71 Sekunden.

Optimismus strahlten auch die beiden klar geschlagenen Widersacherinnen aus: Aufsteigerin Ditaji Kambundji lief mit 13,25 auf Position zwei, vor Jackowski mit 13,35. Die jüngste Schwester von Rekordsprinterin Mujinga Kambundji sagte: «Ich bin froh, dass ich meine Marke vom Saisoneinstand von 13,80 korrigieren konnte.» Letzten Sommer lief sie in ihrem besten Rennen 13,07 Sekunden.

Und auch Selina von Jackowski fühlte sich beschwingt: «Super, auch bei mir geht es im Wochenturnus aufwärts.» Schon fix vor Augen hat die Doktorandin in Rechtslegung an der Uni Basel das Augenmerk klar auf ihre Bestmarke aus dem Jahr 2018 gerichtet. Bei 13,16 steht diese und ist realisiert worden vor dem Kreuzbandriss. Und nicht abwegig: Auch Kambundji und von Jackowski haben Olympia im Kopf, allenfalls übers World Ranking.

Noch nicht zum Frohlocken ist Jason Joseph zu Mute. Der Therwiler Hürdensprint-Rekordhalter kehrte vor einem Monat im Rahmen der Spitzensportler-RS von seinem Winterdomizil in Florida mit der hochkarätigen Trainingsgruppe um «Startrainer» Rana Reider zurück.

Jetzt trainiert er weiterhin nach den Plänen des US-Amerikaners und wird vor Ort von seiner langjährigen Förderin Claudine Müller angeleitet. Seine Zeit von 13,67 Sekunden interessierte ihn nicht. Sein eigener Schweizer Rekord steht bei 13,29, die Olympia-Limite bei 13,32. Ganz klar, in diesen Bereich will er sich schnellstmöglich steigern.

Salomé Lang weiss nicht, warum es aktuell nicht so gut läuft.

Salomé Lang weiss nicht, warum es aktuell nicht so gut läuft.

Marc Schumacher / freshfocus

Vom Steigern spricht mit Salomé Lang eine weitere Basler Athletin mit internationalem Anspruch. Für die Hochspringerin würde die Höhe von 1,96 Metern das Ticket nach Tokio bedeuten. Doch derzeit fühlt sich die 23-Jährige etwas verunsichert. Nach dem guten Saisoneinstand über 1,90 Meter musste sie sich anschliessend mit 1,87 und gestern mit 1,86 begnügen.

«Ich bin absolut sicher, dass ich höher springen kann, aber irgendwie funktioniert es nicht»,

rätselte sie. Besser machte es Stabspringer Dominik Alberto. Mit seinen 5,61 Metern glückte ihm eine persönliche Besthöhe. Lediglich zehn Zentimeter fehlen ihm zum Uralt-Schweizerrekord von Felix Böhni, 19 Zentimeter aber zur Olympia-Limite. Erfreuliche Nachrichten gab es beim Basler und schnellsten Schweizer, Alex Wilson. Wegen einer Leistenoperation konnte er seit 2019 an keinem Wettkampf mehr teilnehmen. Mit seiner Zeit von 10,54 über 100 Meter kann er zwar nicht zufrieden sein. Um Olympia muss er sich aber keine Sorgen machen. Die Limite hatte er bereits im Juni 2019 geknackt.

Alex Wilson trainierte in Las Vegas. Keine 24 Stunden nach seiner Ankunft in Basel startet er auf der Schützenmatte.

Alex Wilson trainierte in Las Vegas. Keine 24 Stunden nach seiner Ankunft in Basel startet er auf der Schützenmatte.

Georgios Kefalas / KEYSTONE