Dank einer phänomenalen Schlussrunde, die sie in rund 60 Sekunden lief und auf der sie der Konkurrenz unwiderstehlich davonzog, siegte Dibaba am Ende in 3:50,07 Minuten und blieb damit 39 Hundertstel unter der 22 Jahre alte Bestmarke der Chinesin Qu Yunxia. Ihre eigene Bestmarke über 1500 m, die sie vor kurzem in Barcelona gelaufen war, verbesserte die jüngste der drei Dibaba-Schwestern um mehr als vier Sekunden.

Lange sah es nicht danach aus, als würde Dibaba den Weltrekord knacken können. Chanelle Price, die 800-m-Hallenweltmeisterin von 2014, sorgte für das Tempo, dem neben Dibaba nur die holländische 1500-m-Europameisterin Sifan Hassan folgen konnte. Bei 800 m lag Dibaba noch vier Sekunden über der Weltrekordmarke der Chinesin Qu, deren Rekord als unantastbar gegolten hatte.

Für Dibaba ist es der erste Weltrekord im Freien, nachdem sie in den letzten beiden Jahren in der Halle die Rekord über 1500 m, 3000 m und 5000 m an sich gerissen hatte. An den Weltmeisterschaften Ende August in Peking strebt Dibaba das Double über 1500 m und 5000 m zu an. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Tirunesh, die dreifache Olympiasiegerin und fünffache Weltmeisterin, hat Genzebe Dibaba an einem Grossanlass im Freien noch nie eine Medaille gewonnen.

Ebenfalls ein starkes Rennen boten die Männer über 1500 m. Der Kenianer Asbel Kiprop stellte in 3:26,69 Minuten die fünftbeste Marke aller Zeiten auf. Nur Weltrekordhalter Hicham El Guerrouj (Mar) und Bernard Lagat (Ken/USA) waren bisher schneller gelaufen als Kiprop, der auf den letzten 500 Metern alleine dem Ziel entgegen stürmte. Am Ende blieb der zweifache Weltmeister und Olympiasieger von 2008 nur 69 Hundertstel über der 17 Jahre alten Bestmarke von El Guerrouj. Insgesamt blieben in Monaco sechs Läufer unter 3:30 Minuten.

Im Schatten der beiden 1500-m-Rennen stand für einmal auch Justin Gatlin. Der schnellste Mann in diesem Jahr feierte über 100 m einen überlegenen Sieg und lief in 9,78 Sekunden seine viertbeste Zeit 2015. Der 33-jährige ehemalige Doping-Sünder aus den USA unterstrich damit einmal mehr, dass er als grosser Favorit an die Weltmeisterschaften Ende August nach Peking reisen wird. Die Konkurrenz in Monaco hatte zum wiederholten Mal das Nachsehen. Tyson Gay wurde in 9,97 Zweiter.