Die Bernerin wurde in einem stark besetzten Feld in 22,72 Sekunden gestoppt, womit sie drei Zehntelsekunden über ihrer persönlichen Bestleistung blieb. Über die halbe Bahnrunde lief Kambundji bislang erst dreimal in ihrer Karriere schneller, entsprechend zufrieden war die 25-Jährige: "Der Lauf fühlte sich gut an. Ich freue mich, dass ich in diesem Feld Fünfte geworden bin." Das erste Rennen über 200 m in einer neuen Saison sei immer hart, so Kambundji. "Gegen Ende musste ich auf die Zähne beissen. Insgesamt kann ich jedoch zufrieden sein, diese Zeit ist sehr gut."

Den Sieg in Schanghai sicherte sich auf überlegene Weise Shaunae Miller-Uibo von den Bahamas in 22,06 Sekunden. Die letztjährige WM-Dritte verwies bei leichtem Gegenwind die niederländische Weltmeisterin Dafne Schippers (22,34) und die Jamaikanerin Shericka Jackson (22,36) auf die weiteren Podestplätze.

Neben Miller-Uibo und Schippers war mit der Ivorerin Marie-Josée Ta Lou (4.) auch die dritte Athletin am Start, die im vergangenen August in London über 200 m auf dem WM-Podest gestanden war. Von den neun gemeldeten Sprinterinnen war Kambundji in Schanghai aufgrund ihrer persönlichen Bestleistung die Nummer 8.

Gatlin weit zurück

Der 100-m-Weltmeister Justin Gatlin kassierte in Schanghai eine deftige Niederlage. Der 36 Jahre alte Amerikaner kam über 100 m in 10,20 Sekunden nicht über den 7. Platz hinaus. Der 14 Jahre jüngere Brite Reece Prescod stürmte derweil in 10,04 überraschend als Erster ins Ziel - eine Hundertstelsekunde vor dem Chinesen Su Bingtian.