Lea Sprunger hatte an ihrem Lieblings-Meeting ausserhalb der Schweiz Grosses vor. In Monaco peilte die Europameisterin über 400 m Hürden selbstbewusst eine 54er-Zeit an - erstmals in dieser Saison, nachdem sie an der Athletissima in Lausanne mit dem Saisonbestwert von 55,24 Sekunden die Vorgabe für die Olympischen Spiele in Tokio erfüllt hatte. Nachdem sie die Limite erfüllt habe, könne sie sich nun voll auf sich konzentrieren, hatte Sprunger vor dem Wettkampf erklärt.

Doch Monaco brachte Sprunger Ratlosigkeit statt Freude. In 55,60 beendete die 29-Jährige das Rennen im 6. Rang, wobei sie über drei Zehntel hinter ihrer Leistung von Lausanne zurückgeblieben ist. "Es ist schwierig zu erklären, wieso es nicht gut lief", sagte Sprunger im Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF. Dass Sprunger auf der für sie ungewohnten Bahn 2 laufen musste, sei nicht der Grund für die enttäuschende Zeit gewesen. "Damit kam ich zurecht."

Während Sprunger nicht wie gewünscht vom Fleck kam, zeigte die erst 19-jährige US-Amerikanerin Sydney McLaughlin ein überragendes Rennen. In 53,32 lief die Junioren-Weltmeisterin von 2015, die seit Oktober 2018 als Profi unterwegs ist, in Saisonbestleistung zum Sieg vor ihrer Landsfrau Ashley Spencer.

Weltrekord von Sifan Hassan

Für die Leistung des Tages sorgte Sifan Hassan. Die niederländische Mittel- und Langstreckenläuferin mit äthiopischen Wurzeln knackte in Monaco im Meilen-Rennen, das zu Ehren der an Krebs verstorbenen Läuferin Gabriele Grunewald abgehalten wurde, den 23-jährigen Weltrekord der Russin Swetlana Masterkowa (4:12,56), den diese in Zürich aufgestellt hatte. Sifan entledigte sich früh sämtlicher Konkurrenz und lief in 4:12,33 alleine und als strahlende Siegerin im Ziel ein.

Im Feld der Männer fieberten Experten und Fans dem Duell zwischen Youngster Noah Lyles und Routinier Justin Gatlin über 100 m entgegen. Noch behielt im inner-amerikanischen Duell der 37-jährige Gatlin die Oberhand. In 9,91 Sekunden siegte der Weltmeister mit einer Hundertstel Vorsprung auf seinen 16 Jahre jüngeren Konkurrenten.

Eine wenig erfreuliche Diamond-League-Premiere erlebte Jonathan Jones von den Barbados über 400 m. Der 20-Jährige kam nach der absolvierten vollen Bahnrunde nicht aus dem Staunen, später nicht aus dem Lamentieren heraus. Jones hatte als einer von drei Athleten einen Fehlstart nicht mitgekriegt und durchgezogen. "Traurig, deprimiert und sehr wütend" verzichtete Jones wie auch der Kolumbianer Anthony Zambrano in der Folge auf den Start im Rennen, in dem Steven Gardiner (44,51) vor dem eigentlichen Hürdenspezialisten Abderrahman Samba (45,00) siegte.