Powell sorgte am einmal mehr gut besetzten Meeting in der Allmend in Luzern für den ersten Höhepunkt des Abends. Der 32-jährige Jamaikaner und ehemalige Weltrekordhalter feierte über 100 m bei Windstille einen überlegen Sieg und blieb in 9,87 Sekunden bereits zum sechsten Mal in dieser Saison unter zehn Sekunden. Powell blieb nur sechs Hundertstel über seiner Saisonbestzeit von 9,81, die er bei seinem Sieg am Diamond-League-Meeting in Paris aufgestellt hatte.

Der Jamaikaner kam damit bei seinem dritten Start in Luzern zu seinem ersten Sieg, nachdem es 2003 und 2014 jeweils nur zu einem vierten Platz gereicht hatte. Im letzten Jahr hatten die Luzerner Organisatoren nicht gezögert, Powell einen Tag nach Ablauf von dessen Dopingsperre gleich eine Startgelegenheit zu geben.

In der B-Serie in Luzern klassierte sich der Jamaikaner Yohan Blake, der Weltmeister von 2011, in 10,20 Sekunden auf Platz 2. Blake hatte in den letzten beiden Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und kehrte erst vor kurzem wieder auf die Bahn zurück. 2012 hatte er in Luzern in 9,85 gewonnen, ehe er an den Olympischen Spielen in London über 100 m und 200 m Silber holte.

Für eine Überraschung sorgte Wayde van Niekerk über 200 m. Der in Kapstadt geborene Südafrikaner blieb in der B-Serie einen Tag vor seinem 23. Geburtstag mit 19,94 Sekunden erst als vierter Läufer in diesem Jahr unter 20 Sekunden. In der Jahresweltbestenliste belegt Van Kierkerk nun hinter Gatlin und Isiah Young Platz 3.

Bei den Frauen feierte die Amerikanerin Charonda Williams über 100 m (11,14) und 200 m (22,32) einen Doppelsieg. Mujinga Kambundji stellte über 100 m in 11,26 eine Saisonbestzeit auf und wurde Vierte. Die 23-jährige Bernerin war nur an den Europameisterschaften in Zürich bislang schneller gewesen, als sie im Final ihren Schweizer Rekord von 11,20 aufgestellt hatte.