Leichtathletik

Usain Bolt poliert sein Denkmal und plant sein Karriereende

Usain Bolt startet am Wochenende in die Saison.

Usain Bolt startet am Wochenende in die Saison.

Der Übersprinter plant seinen Abgang – und droht in seiner Sportart eine riesige Lücke zu hinterlassen. Aufhören will der Jamaikaner wohl nach der WM 2017.

Wenn Usain Bolt auf einen Mann hört, dann auf Glenn Mills. Seinem Coach vertraut der Sprintstar blindlings, und von ihm lässt er sich auch zurückpfeifen. So geschehen nach Bolts Ankündigung, seine Karriere nach der WM 2017 beenden zu wollen.

«Mein Coach meint, ich soll diesen Entscheid noch offenlassen», sagt Bolt inzwischen, auch wenn er kaum verhehlt, dass er keine Lust hat, noch jahrelang weiterzulaufen. «Ich muss zunehmend mehr Opfer bringen und es braucht so viel Zeit, sich an der Spitze halten zu können.»

Wie gut kennen Sie Sprint-König Usain Bolt?

Testen Sie jetzt Ihr Wissen über den jamaikanischen Sprint-Star.

Wie viele Olympische Goldmedaillen hat Bolt bisher gewonnen?

3

5

6

Usain Bolt hält über 100 Meter einen beeindruckenden Weltrekord. Bei wie viel Sekunden liegt Bolts Rekord?

9,91 Sekunden

9,58 Sekunden

9,15 Sekunden

Wie hoch war die Höchstgeschwindigkeit, die Bolt bei seinem Rekordlauf in Berlin erreichte?

32,56 km/h

38,98 km/h

44,72 km/h

Usain Bolt ist bekennender Anhänger eines Fussballteams aus der Premier League. Von welchem Team ist die Rede?

FC Arsenal

Manchester United

FC Liverpool

Bolt behauptet, wäre er nicht Leichtathlet geworden, so wäre er heute Profi in einer anderen Sportart. In welcher?

Cricket

Tennis

Golf

Hat Usain Bolt Geschwister? Wenn ja, wieviele?

Bolt ist Einzelkind.

Er hat einen Bruder und eine Schwester.

Der Sprint-Star hat vier Brüder.

Wie viele WM-Titel sammelte Usain Bolt bereits?

11

8

5

Usain Bolt plant voraus. Er kündigte an, seine Karriere nach welchem Grossereignis beenden zu wollen?

Olympische Spiele 2016

Zentralamerika- und Karibikmeisterschaft 2017

Leichtathletik-WM 2017

Im Vorlauf gescheitert

Schade! Ihr Bolt-Wissen reicht noch nicht für die Final-Qualifikation, geschweige denn die Goldmedaille.

Podestplatz

Wie der Engländer rechts im Bild, sind Sie Bolt zwar auf den Fersen, für die Goldmedaille reicht es aber noch nicht.

Goldmedaille

Glückwunsch! Sie sind ein wahrer Bolt-Experte und sprinten der Konkurrenz, ganz wie Bolt, davon.



Auch Bolt scheint nicht alles in den Schoss zu fallen. Auch ihm nicht, dem scheinbar unbesiegbaren Übermenschen, der sprintet, als sei er als Kind in einen Topf mit Zaubertrank gefallen. Seit 2008 wurde der Jamaikaner bei Titelkämpfen nicht mehr besiegt. Es brauchte schon einen Fehlstart im 100-m-Final an der WM 2011 in Daegu und die darauf folgende Disqualifikation, um ihn für einmal am Gewinn der Goldmedaille zu hindern.

Die Konkurrenz versuchte dies vergeblich: Selbst der Amerikaner Justin Gatlin, zuvor selber zwei Jahre lang ungeschlagen, scheiterte bei der WM 2015 in Peking mit seinem Vorhaben, Bolt eine Niederlage zuzufügen – obwohl sich dieser den grössten Teil der Saison mit Beckenproblemen herumgeschlagen hatte.

In diesem Jahr soll seine Vorbereitung deutlich reibungsloser verlaufen sein, obwohl ihm diesmal Knöchelbeschwerden zu schaffen machten. «Ich bin gut drauf», sagt Bolt vor seinem Saisondebüt heute in Georgetown auf den Cayman-Inseln.

Das dreifache Olympia-Triple

Der mehrfache Weltrekordhalter scheint beseelt davon, seinen sportlichen Nachlass zu ordnen. «Ich möchte als einer der Grössten in meiner Sportart in Erinnerung bleiben», sagt Bolt, der bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Verteidigung seiner Titel anstrebt. Bei den letzten beiden Spielen in Peking 2008 und London 2012 gewann er jeweils dreimal Gold – über 100m, 200m sowie mit der jamaikanischen Staffel. In Brasilien soll nun das dritte Triple folgen, was bisher noch keinem Olympiateilnehmer gelungen ist. «Das ist das Vermächtnis, das ich hinterlassen will.»

Seinen Platz in der Ehrengalerie der Leichtathletik hat sich Bolt zwar längst gesichert. Sein Denkmal will er sich aber nicht beflecken lassen, indem er den richtigen Zeitpunkt für den Abgang verpasst. Eine Abschiedstournee in der Saison 2017, ein lockeres Auslaufen zum Ende seiner beispiellosen Karriere kommt für ihn daher nicht infrage.

«Ich werde nicht als Witzfigur auftreten», sagt der Jamaikaner, der am Schlusstag der Olympischen Spiele von Rio seinen 30. Geburtstag feiern kann. Seine Absicht ist es, seine Ungeschlagenheit bei Grossanlässen seit 2008 bis zum Ende fortzusetzen. «Ich bin ein Sieger und hasse es, zu verlieren.»

Als Erster unter 19 Sekunden?

Darüber hinaus hat der 1,96 m lange Athlet, der bereits als 15-Jähriger bei der Junioren-WM in seiner Heimat Kingston alle älteren Konkurrenten stehen liess, noch weitere grosse Pläne. So will er als erster Mensch die 200m unter 19 Sekunden laufen. Sein eigener Weltrekord steht bei 19,19 Sekunden.

Im Leichtathletik-Verband IAAF, der zuletzt vor allem im Zusammenhang mit Dopingskandalen für Schlagzeilen sorgte, blickt man derweil bereits bange auf die Nach-Bolt-Ära.

Ein gleichwertiges globales Aushängeschild für die Sportart dürfte nach dem Rücktritt des Sprintstars, der die Stadien praktisch im Alleingang füllt, nicht so rasch zur Hand sein. Das sieht IAAF-Präsident Sebastian Coe genauso: «Wenn Bolt aufhört, haben wir ein grösseres Problem.»

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Autor

Simon Steiner

Simon Steiner

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