Eishockey

«Hell begeistert von der Art und Weise, wie er gearbeitet hat»: So hat Niki Sirén den EHC Urdorf überzeugt

Stehend, von links: Marco Schwender (Betreuer), Milton Roth, Jessy Stiefel, Louis Leimgruber, Silvan Schwender, Valentin Kiser, Thierry Uebersax, Andreas Bucher, Luca Sireci, Laurin De Crom, Urs Landis (Sportchef); (sitzend, von links): Dorian De Crom, Stefan Karpf, Samuel Kuoni, Colin Wiederkehr, Michael Kiser, Andreas Kubli, Sebastian Hauser, Matthias Walter, Andri Zala. Es fehlen: Niki Sirén (Chefcoach), Florian Wassmer, Iloy Borer, Keegan Evangelista, Florian Fischer, Thierry Gotti, Marco Muttoni, Jann Schmid, Glenn Schwarzenbach.

Stehend, von links: Marco Schwender (Betreuer), Milton Roth, Jessy Stiefel, Louis Leimgruber, Silvan Schwender, Valentin Kiser, Thierry Uebersax, Andreas Bucher, Luca Sireci, Laurin De Crom, Urs Landis (Sportchef); (sitzend, von links): Dorian De Crom, Stefan Karpf, Samuel Kuoni, Colin Wiederkehr, Michael Kiser, Andreas Kubli, Sebastian Hauser, Matthias Walter, Andri Zala. Es fehlen: Niki Sirén (Chefcoach), Florian Wassmer, Iloy Borer, Keegan Evangelista, Florian Fischer, Thierry Gotti, Marco Muttoni, Jann Schmid, Glenn Schwarzenbach.

Die 3.-Liga-Eishockeyaner starten morgen Sonntag in die Saison 2020/2021. Der neue Trainer Niki Sirén verzückte alle schon vorzeitig.

Wenn das mal keine guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kampagne sind: Eigentlich wollte er während zwei Trainings Team und Vorstand der «Stiere» von seinen Qualitäten überzeugen. Doch dann unterschrieb Niki Sirén, 44-jähriger schweizerisch-finnischer Doppelbürger mit einer langen Vergangenheit als Profi-Eishockeyaner unter anderem in der NLA, schon nach einer einzigen Übungseinheit in Urdorf einen Vertrag als Chefcoach. «Er schlug von sich aus vor, zwei Eistrainings zu leiten, damit ihn alle kennen lernen konnten. Um dann zu entscheiden, ob er der richtige Mann für uns sei», führt EHCU-Sportchef Urs Landis aus. Aber das Verfahren konnte abgekürzt werden.

«Ich war mir nach dem ersten Training sicher, dass das passen wird», rapportiert Sirén. «Die Spieler waren hell begeistert von der Art und Weise, wie er gearbeitet hat», sagt Landis. Kurz und gut: Am vergangenen Mittwoch unterschrieb der langjährige Spieler und Nachwuchstrainer der Rapperswil-Jona Lakers einen Einjahresvertrag (die «Limmattaler Zeitung» berichtete am Freitag) und steigt mit seinem neuen Team morgen Sonntag in die 3.-Liga-Saison. Weil in Urdorf noch nicht gespielt werden kann, muss das Heimspiel gegen Rapperswil-Jona II in Küssnacht am Rigi ausgetragen werden.

Dass er seinen Einstand als Urdorfer Chefcoach ausgerechnet gegen die Rapperswiler geben wird, ist eine Laune des Schicksals. «Ich werde sicher den einen oder anderen Spieler von Rappi kennen», sagt Niki Sirén, «das wird bestimmt eine spezielle Sache für mich werden.»

«Da sah ich, dass die Mannschaft Gas geben will»

Doch wie kam es, dass Sirén nach rund zehn Jahren in der Nachwuchsorganisation der Lakers am Obersee seine sportlichen Zelte neu im Limmattal aufschlägt? «Das ist wie vieles im Leben auch ein wenig ein Zufall», sagt Sirén. Eigentlich wollte er sich vom Trainergeschäft zurückziehen und «ein wenig bei den Senioren und Veteranen von Rappi spielen.» Doch dann kam die Anfrage der Urdorfer, die nach dem abrupten Abgang des bisherigen Trainers Patrick Stach kurz vor dem Saisonstart trainerlos dastanden.

Wie genau der Kontakt zwischen den «Stieren» und dem Ex-Profispieler zustande kam, ist in Gesprächen mit den beteiligten Parteien nicht ganz einfach zu eruieren. «Über ein paar Ecken», sagt Urdorfs Sportchef Urs Landis, habe er Sirén kennen gelernt. Wie dem auch sei: Sirén besuchte in der vergangenen Woche ein Training der Urdorfer in Dielsdorf, setzte sich auf die Tribüne und machte sich ein erstes Bild vom Team. «Da sah ich, dass die Mannschaft motiviert ist, dass sie Gas geben will», so Sirén. Es habe ihn plötzlich gereizt, erstmals überhaupt eine Aktivmannschaft zu coachen. «Ich hatte ein gutes Gespräch mit Urs Landis und auch mit Captain Sebi Hauser», sagt Sirén. Schliesslich machte er den Vorschlag mit den beiden «Probetrainings». Der Rest ist Geschichte: Sirén überzeugte das Team, die Spieler überzeugen Sirén.

«Fast schon wie ein Sechser im Lotto»

«Für unseren Verein ist die Verpflichtung eines solch ausgewiesenen Fachmannes fast schon wie ein Sechser im Lotto», freut sich Urdorfs Vereinspräsident Daniel Bucher. Und er stellt im nächsten Atemzug klar, dass der Verein kein finanzielles Risiko eingehe. Siréns Entschädigung bewege sich in ähnlichem Rahmen wie diejenige seines Vorgängers. Der neue Mann ist zuständig für die Belange der 1. Mannschaft, leitet die beiden Trainings unter der Woche und betreut das Team an den Meisterschaftspartien. Warum überträgt man ihm nicht auch gleich noch Aufgaben im Nachwuchs? Dazu Sportchef Landis: «Wir nehmen eines nach dem anderen.» Damit sei man in der Vergangenheit gut gefahren.

«Ich erlebe die Spieler  als äusserst motiviert» 

Sirén – er arbeitet hauptberuflich bei einer Firma, die Sportlernahrung anbietet – übernimmt in Urdorf eine sozusagen fertige Mannschaft, er muss den Spielern in nur zwei Trainings vor dem ersten Ernstkampf seine Philosophie vermitteln. Geht das so schnell? «Wissen Sie, ich erlebe die Spieler als äusserst motiviert. Da sehe ich keine Probleme», windet der neue Mann an der Bande seinen Akteuren ein Kränzchen. Ein Saisonziel möchte er nicht definieren, aber er sagt: «Ich weiss, dass die Mannschaft ein grosses Ziel vor Augen hat.» Den Aufstieg in die 2. Liga? Dazu Präsident Daniel Bucher: «Wir wollen die Qualifikation für die Playoffs anstreben.» Wenn es zu mehr reichen sollte, dann sei das umso besser.

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