FC Zürich

Kommentar: Der Abstieg des FC Zürich ist die Quittung für Canepas Egotrip

François Schmid-Bechtel
FCZ-Präsident Ancillo Canepa regiert zusammen mit seiner Frau Heliane selbstherrlich

FCZ-Präsident Ancillo Canepa regiert zusammen mit seiner Frau Heliane selbstherrlich

Ancillo Canepa hat keine andere Wahl, als nach dem Abstieg weiterzumachen. Denn jene, die sich mit ihm beim FCZ finanziell engagiert haben, hat er mit seinen Ego-Trips in die Flucht getrieben. Und jene, die mit dem Gedanken gespielt haben, in den FCZ zu investieren, vergrault er mit seiner eigenbrötlerischen Art.

Canepa war mal ein gewinnender Typ. Doch das ist Jahre her. Längst hat er sich in die Rolle des dünnhäutigen, besserwisserischen Aussenseiters manövriert. Bleibt einzig die Hoffnung, dass Canepa in seiner schwierigsten Stunde als FCZ-Präsident realisiert: Jeder Egotrip landet irgendwann in der Sackgasse.

FCZ-Fans machen ihrem Ärger Luft und "besingen" Club-Präsident Canepa

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Canepa ist naiv. Ganz selten böse, häufig gutmütig, aber eben auch naiv. Selten ist er kopf-, häufig bauchgesteuert. So verliert er nie den Glauben an den hochbegabten, teuren und verletzungsanfälligen Ego-Kicker Yassine Chikhaoui. Canepa wehrt sich mit allem, was ihm zur Verfügung steht, um einen Wechsel Chikhaouis nach Basel zu verhindern. Bloss nicht Basel, der Erzkonkurrent! Dabei ignoriert Canepa, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis beim Tunesier nie wirklich gestimmt hat.

In die lange Liste seiner naiven Entscheidungen gehört auch, dass er nach der Trennung von Marco Bernet glaubt, er brauche keinen neuen Sportchef, sondern könne die Aufgabe auch selbst erledigen. Folglich ist die Mannschaft völlig konzeptlos zusammengestellt.

Zu viele Stürmer in der Vorrunde, zu wenige in der Rückrunde. Naiv auch, wie Canepa kürzlich zuliess, dass die Spieler über das Schicksal von Trainer Sami Hyypiä entschieden. Oder wie er sich mit den Fans verbrüderte, nachdem er sie als «Vollidioten» beschimpft hatte. Oder wie er bei Urs Meier von einem «Trainer mit internationaler Erfahrung» sprach, weil dieser
mal Assistent in Liechtenstein war.

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François Schmid-Bechtel

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