Sieg im Klassiker
Ein unglaublich abgezockter FC Basel gewinnt das Spitzenspiel gegen den FC Zürich mit 3:1

In der 8. Runde der Super League war der FC Zürich im Joggeli zu Gast. Vor dem Anpfiff trennte die beiden Erzrivalen nur ein Punkt. Nach dem Spiel sind es deren vier. Obwohl der FCZ mehr Spielanteile und Abschlüsse hat, gewinnt der FCB mit 3:1 und manifestiert dank seiner Kaltschnäuzigkeit die Tabellenführung.

Jonas Stein
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Das Spiel:

Torschützen unter sich: Liam Millar feiert mit Dan Ndoye
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Der Moment der Entscheidung: Arthur Cabral macht im 8. Ligaspiel seinen 11. Treffer und stellt auf 3:1.
Zuvorgegangen war diesem Jubel ein Fehler von FCZ-Goalie Yanick Brecher.
Und Fehler nutzt Cabral gerne aus.
Zuvor ist Heinz Lindner gegen den Penalty von Antonio Marchesano chancenlos.
Dan Ndoye hat viele auffällige Aktionen und verdient sich sein FCB-Premierentor per Abstauber zum 2:0 redlich.
Sergio Lopez ist vor Ousmane Doumbia am Ball.
Liam Millar und seine Kollegen jubeln direkt unter den FCZ-Fans über das 1:0 in Halbzeit 1.
Wer sieht den Ball? Yanick Brecher sieht ihr offensichtlich auch zu spät und muss ihn kurz darauf aus dem Tor holen.
FCB-Cheftrainer Patrick Rahmen lebt an der Seitenlinie die Emotionen vor, die es in einem solchen Spiel braucht.
Arthur Cabral hat es heute mit Abwehrmaschine Mirlind Kryeziu zu tun und zumindest im Luftduell einen schweren Stand.
Das Joggeli ist sehr gut besucht.
Der Gästesektor ist Prall gefüllt. Es herrscht zumindest akustisch Klassiker-Atmosphäre.
Tomas Tavares kommt ganz kurzfristig in die Startelf, weil sich Raoul Petretta beim Aufwärmen verletzte.
Andy Pelmard sieht sich in der Startphase einigen Zürcher Angriffen ausgesetzt.
Liam Millar behauptet sich auf engem Raum gegen Nikola Boranijasevic
Die Ärzte-Legenden Dr. Felix Marti, Dr. Markus Weber und Dr. Markus Rothweiler wurden vor dem Spiel verabschiedet.
Ex-FCB-Spieler Behrang Safari ist zu Besuch im Joggeli.

Torschützen unter sich: Liam Millar feiert mit Dan Ndoye

Marc Schumacher / freshfocus

Nichts Geringeres als die Tabellenführung stand auf dem Spiel, als der Klassiker zwischen Basel und Zürich am Sonntag um 16.30 Uhr angepfiffen wurde. Beide Teams kämpften ab der ersten Minute um jeden Ball, wobei Rotblau mit mehr Ballbesitz und Zürich mit mehr Torchancen zu gefallen wusste.

Basel behielt während der Startphase die Oberhand, war aber im letzten Drittel ideenlos und konnte seine spielerische Überlegenheit nicht in Torchancen ummünzen. Symbolisch für die schwierigen ersten 30 Minuten war Liam Millar, welcher im Minutentakt am Ball anzutreffen war, wobei ihm aber keine gefährliche Offensiv-Aktion gelang.

Das änderte sich in der 34. Minute. Dan Ndoye eroberte in der gegnerischen Hälfte den Ball und setzte mit einem traumhaften Zuspiel ausgerechnet Liam Millar in Szene, welcher keine Nerven zeigte und mit einem satten Flachschuss die Basler Führung erzielte.

Nach dem Seitenwechsel drängte der FCZ vehement auf den Ausgleich. Doch das Tor schoss wieder der FCB. Pajtim Kasami prüfte kurz nach seiner Einwechslung mit einem satten Distanzschuss Yanick Brecher, welcher den Ball nur an den Pfosten lenken konnte. Dan Ndoye reagierte am schnellsten und verwertete den Abpraller in der 73. Minute und liess sich somit seinen zweiten Skorerpunkt gutschreiben.

Doch entschieden war das Spiel dadurch noch nicht. Denn kurz danach brachte Eray Cömert Adrian Guerrero im eigenen Strafraum zu Fall. Der Schiedsrichter zeigte folgerichtig auf den Punkt und Antonio Marchesano verwandelte abgeklärt zum 2:1.

Das Spiel stand auf Messers Schneide, Arthur Cabral klärte nach einem FCZ-Eckball, wobei sich der Befreiungsschlag - auch wegen einem Missverständnis in der FCZ-Defensive zwischen Brecher und Doumbia - als Steilpass für den eingewechselten Fernandes entpuppte. Fernandes sprintete über das ganze Spielfeld und bediente Cabral mustergültig, welcher sein elftes Saisontor erzielte.

Für einmal war der Basler Sieg nicht der individuellen Klasse von Arthur Cabral sondern der engagierten Teamleistung des FCB zu verdanken. Das Team von Patrick Rahmen verteidigt die Tabellenführung und steht weiterhin verdient auf dem ersten Platz.

Das gab zu reden:

Basel startet ohne seinen Captain Valentin Stocker ins Spitzenspiel. «Ihm fehlte in den letzten Spielen die Spritzigkeit. Zudem standen er und auch Pajtim Kasami zu Beginn der Saison unter enormem mentalen und physischen Druck. Darum haben sie eine Pause bekommen», erklärte Patrick Rahmen seinen Entscheid.

Zudem stand Raoul Petretta eigentlich in der Startaufstellung. Dieser verletzt sich jedoch beim Aufwärmen und Tavares kam kurzfristig zum Handkuss, wobei letztgenannter eine gute Leistung über 90 Minuten zeigte.

Der Beste:

Unter der Woche machten erneut Gerüchte über einen möglichen Wintertransfer von Goalie Loris Karius die Runde. Heinz Lindner lässt sich jedoch nichts anmerken und bestätigt seine bestechende Form. Es entwickelte sich ein Privatduell zwischen Marchesano und Lindner, wobei der Basler Torhüter bis auf den Elfmeter die Oberhand behielt. Insgesamt viermal parierte der Österreicher, teilweise mirakulös und brachte FCZ-Trainer André Breitenreiter damit zur Verzweiflung.

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