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Der FCB kassiert in der letzten Sekunde den Ausgleich und spielt gegen den FC Zürich 3:3

Ein absolut verrückter Klassiker endet 3:3. Der FC Basel führte gegen den FC Zürich drei Mal mit einem Tor Vorsprung. Am Ende erzielt er gar das 4:2, das aber wegen einer Offsidestellung zurückgenommen wird. Mit dem letzten Angriff gleicht der FC Zürich wieder aus.

Simon Leser
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Vor dem Spiel ahnt noch keiner, welches Spektakel in den kommenden 90 Minuten der FCZ und der FCB abliefern würden.
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Die FCB-Fans zünden bereits vor Anpfiff. Es wird nicht das letzte Mal sein.
Augen zu und durch: Der Klassiker startet intensiv und ohne Abtasten.
Der FC Basel ist oftmals einen Schritt schneller, hier beispielsweise Arthur Cabral.
Auch Dan Ndoye enteilt seinem Gegenspieler. Doch der FC Zürich hält dagegen.
Blerim Dzemaili bittet Arthur Cabral zum Tanz. Der FCB schwingt in der ersten Halbzeit obenauf.
Denn der FCB hat die besseren Chancen. Liam Millar scheitert an Yanick Brecher.
Der FCZ kommt auch zu Chancen, doch sie sind bei Weitem nicht so gefährlich.
Und dann kommt der grosse Auftritt von Arthur Cabral. Er legt sich den Ball zurecht...
... schiesst aus grosser Distanz...
... und jubelt über seinen Prachtstreffer zum 1:0.
Mit ihm jubeln die Basler über die verdiente Führung gegen den FC Zürich.
Nach der Pause ist es nicht nur umkämpft, sondern auch spektakulär.
Nikola Boranijasevic geht im Strafraum vergessen und erzielt den Ausgleich kurz nach der Pause.
Zusammen mit Dzemaili feiert er.
Doch im direkten Gegenangriff ist es Dan Ndoye, der schon wieder die Basler Führung erzielt.
Arme raus, Brust raus, jubeln.
Doch wieder nur ein paar Minuten später sitzt Fabian Frei enttäuscht am Boden.
Der Routinier ist voller Entschlossenheit. Und erzielt dennoch ein Eigentor.
Frei ist enttäuscht, Heinz Lindner holt den Ball aus den Maschen.
Doch nach 63 Minuten jubelt erneut der FCB, weil Liam Millar die Führung zum 3:2 erzielt.
Der Gästesektor steht Kopf...
... und FCZ-Trainer Andre Breitenreiter gibt ein kurzes Stossgebet ab.
Doch das Spiel ist noch nicht vorbei. Das Geschehen wird immer hitziger.
Der FCB jubelt zum 4:2, doch es wird aberkannt. Im Gegenzug köpft Ceesay zum 3:3 ein.
Es ist der Schlusspunkt in diesem wahnsinnigen Spiel.
Patrick Rahmen holt mit seinem Team zwar einen Punkt. Und ist dennoch ein gefühlter Verlierer.
Auch nach Spielschluss gibt es noch Rudelbildungen. Das Spiel wird noch lange zu reden geben.

Vor dem Spiel ahnt noch keiner, welches Spektakel in den kommenden 90 Minuten der FCZ und der FCB abliefern würden.

Andy Mueller / freshfocus

Das Spiel: Was für ein Spiel. Was für ein Drama. Was für ein Spektakel. Was für eine riesige Show, die der FC Basel und der FC Zürich im Letzigrund zeigen. Ein Spiel, das 3:3 endet. Ein Spiel, in dem der FC Basel drei Mal in Führung liegt. Ein Spiel, in dem der FC Zürich immer wieder zurück kommt. In der allerletzten Sekunde, mit dem allerletzten Angriff zum dritten und letzten Mal. Der FCB, er ist der gefühlte Verlierer. Der FCZ, der gefühlte Sieger. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass dieser Klassiker, der in Erinnerung bleiben wird, keinen Verlierer verdient hat.

Vor der Pause sieht es nicht danach aus, dass dieses Spiel so denkwürdig werden würde. Zu abgeklärt ist der FC Basel. Zu wenig lässt er defensiv zu, zu spielfreudig ist er offensiv. Vor allem Liam Millar kriegt die Abwehr des FC Zürich nicht in den Griff. Der Kanadier ist es, der die erste Chance in der 15. Minute für den FCB hat, aber an Yanick Brecher im FCZ-Tor scheitert. Nach 24 Minuten lenkt Brecher einen Schuss Millars an den Pfosten. Doch in der 29. Minute ist auch der Torhüter des FCZ geschlagen. Weil Arthur Cabral den ersten Vorgeschmack auf das gibt, was noch kommen sollte. Sein Schuss von weit ausserhalb des Strafraums ist ein Kunstwerk, ein Strich - ein Traumtor. Unhaltbar schlägt der Ball hinter Brecher ein. Der FCB verpasst es, die Führung noch vor der Pause auszubauen. Darian Males scheitert an Brecher, Ndoye trifft zum zweiten Mal für den FCB die Zürcher Torumrandung. Die Führung des FCB, sie ist absolut verdient. Weil er die wohl beste Leistung der Saison zeigt. Denn der Gegner ist stark, zeigt auch schon vor der Pause, dass er nicht umsonst Tabellendritter ist. Doch die grossen Chancen hat der FC Zürich vor der Pause nicht. Noch nicht.

Denn was nach der Pause geschieht, ist ein pures Spektakel. Eines, das kein Ende nehmen will. Der FCZ kommt wie geladen aus der Pause, gleicht keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff durch Nikola Boranijasevic aus, der im Strafraum des FCB nach einer hohen Flanke vergessen geht. Doch der Jubel der Heimfans ist noch nicht abgeebbt, da brechen im Gästesektor wieder alle Dämme. Denn Dan Ndoye steht im Strafraum der Zürcher, nachdem Cabral den Ball weitergeleitet hatte, mutterseelenallein und bringt den FC Basel wieder in Führung. Im direkten Gegenangriff. Das Spektakel geht weiter. Und weiter. Pajtim Kasami erhöht fast auf 3:1, doch auf der Gegenseite sind es die Zürcher, die ausgleichen. Ceesay, der beste Zürcher Torschütze der Saison, entwischt auf der rechten Seite, passt flach in die Mitte, wo Fabian Frei retten will - und ein Eigentor verursacht. 2:2. Erneut Ausgleich. Erneut nicht lange. Denn in der 63. Minute stimmt beim FC Zürich die Zuordnung überhaupt nicht. Cabral hat Platz auf der Seite, Millar hat Platz in der Mitte und der FCB hat wieder die Führung - 3:2.

Die Führung hält lange. Das Team von Patrick Rahmen verpasst es, die Führung auszubauen, auch weil Brecher gegen Ndoye rettet. Das Team von Andre Breitenreiter verpasst es, auszugleichen. Auch in der 91. Minute, bereits in der Nachspielzeit, als Heinz Lindner mit einer bärenstarken Parade gegen Ante Coric rettet. Doch das Schlussfeuerwerk, es kommt erst noch. In der letzten Minute der Nachspielzeit hat der FCB eigentlich gewonnen, er jubelt, er feiert. Denn Jordi Quintillà versenkt einen Konter zum erlösenden 4:2. Doch das Tor wird aberkannt, weil der VAR ein Abseits von Sergio Lopez an der Mittellinie sieht, das keines ist. Doch weil bei Quintillàs Schuss dann Stocker wirklich im Abseits steht, hätte das Tor letztendlich auch so nicht gezählt. Und dann, ja dann, kommt, was nicht kommen sollte: Der FCB, nach dem gefühlten 4:2 noch in Euphorie, vergisst nach einem letzten hohen Ball der Zürcher im Strafraum Ceesay, der einköpft. Dass der FCZ den Freistoss nach dem vermeintlichen 4:2 an der Mittellinie ausführen darf, ist ein Fehlentscheid. Am 3:3-Ausgleich ändert es nichts.

Beide Teams verloren unter der Woche blamabel im Cup. Beide Teams haben am Samstag gezeigt, warum sie dennoch zu den besten Teams der Schweiz gehören.

Der Beste: Was Arthur Cabral immer und immer wieder zeigt, ist schlicht und einfach phänomenal. Allein das 1:0 verdient die Note 6, weil der Treffer ein wahres Kunstwerk ist. Dazu bereitet er auch noch das 2:1 und das 3:2 vor. Aber auch Liam Millar und Dan Ndoye zeigen ihre mit Abstand beste Leistung für den FC Basel.

Das gab zu reden: Alles. Das Spiel. Die Rudelbildungen. Der aberkannte Treffer des FC Basel in der Nachspielzeit. Der Ausgleich zum 3:3 des FC Zürich, der tief in der Nachspielzeit fällt. Es ist aber in erster Linie ein Genuss, das Spiel zu verfolgen. Es ist nicht beste Werbung für beide Abwehrreihen. Aber beste Werbung dafür, dass der Schweizer Fussball spektakulär sein kann.

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