Michael Phelps war in London nicht mehr der Überschwimmer, als der er sich 2008 in Peking als achtfacher Goldgewinner präsentiert hatte. Aber der heute 27-jährige aus Baltimore im US-Bundesstaat Maryland war auch in Britanniens Hauptstadt noch immer der beste. Zum Abschluss der Schwimm-Wettbewerbe holte er sich - nach seinen Siegen über 200 m Lagen und 100 m Delfin sowie mit der Staffel über 4 mal 200 m Crawl - mit der Lagen-Staffel nochmals Gold, sein viertes an diesen Spielen. Einzig Teamkollegin Missy Franklin schaffte gleichviel. Dass er den Rekord der russischen Kunstturnerin Larissa Latynina, die es von 1956 bis 1964 auf 18 Medaillen gebracht hatte, übertreffen würde, war ja schon vor den Londoner Spielen praktisch klar gewesen. Alleine als Staffel-Schwimmer der USA konnte er diese Vorgabe gar nicht verpassen.

Über 1500 m Crawl schwamm der Chinese Sun Yang der Konkurrenz auf und davon. Der 20-jährige gewann mit über acht Sekunden Vorsprung und stellte in 14:31,02 Minuten den achten Weltrekord der Spiele in London auf. Sun Yang war nochmals um 3,14 Sekunden schneller als letztes Jahr an den Weltmeisterschaften in Schanghai. Der Chinese war am ersten Tag bereits Olympiasieger über 400 m Crawl geworden und hatte über 200 m Silber geholt. Auf den Plätzen 2 und 3 landeten der Kanadier Ryan Cochrane und Oussama Mellouli, der Titelverteidiger aus Tunesien.

Weltrekord Nummer 9 schwamm das amerikanische Frauen-Quartett in der Lagen-Staffel. Um 14 Hundertstel unterbot die USA die bisherige Bestmarke von China. Bei 3:52,05 Minuten stoppten die Uhren. Hinter den USA schlugen Australien und Japan an. Die schnellste Schwimmerin kommt aus Holland. Die knapp 22-jährige Ranomi Kromowidjojo, die am Donnerstag bereits über 100 m triumphiert hatte, gewann auch über 50 m Crawl. Hinter der Weissrussin Alexandra auch Zweite über 100 m, holte sich mit Marleen Veldhuis eine zweite Holländerin eine Medaille.