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Marlen Reusser nach dem 6. Rang im Zeitfahren: «Ich bin vom Resultat auch selber überrascht»

Glänzte im WM-Zeitfahren in England mit dem 6. Rang: die Bernerin Marlen Reusser

Glänzte im WM-Zeitfahren in England mit dem 6. Rang: die Bernerin Marlen Reusser

Für die Schweizer Erfolgsmeldung im WM-Zeitfahren sorgte die Bernerin Marlen Reusser mit ihrem sechsten Rang. Dabei profitierte sie aus ihrer Sicht auch vom Wetter – obwohl es regnete.

Eigentlich war die Vorbereitung alles andere als optimal gewesen für Marlen Reusser. Nach einem Trainingssturz hat sie sich Ende Juli das Kreuzbein gebrochen. Und doch reichte es am Ende zum sechsten Rang im WM-Zeitfahren. Dass sie schon rasch nach der Wiedergenesung wieder auf diesem Niveau fahren kann, überrascht Reusser auch selber. «Ich wusste vor dem Rennen nicht genau, wo ich steh. Darum bin ich vom Resultat doch ein bisschen überrascht», sagt sie. Euphorisch zeigt sie sich dennoch nicht. «Wenn man jetzt sieht, wie das Rennen verlief, dann macht man sich schon Gedanken, was noch hätte sein können. Aber klar ist, dass ich mich über diesen sechsten Rang überhaupt nicht beklagen kann.»

Das Wetter im englischen Yorkshire war ungemütlich regnerisch. Eigentlich ein Wetter, das Reusser nicht mag. Für ihr Abschneiden in diesem Zeitfahren aber könnte der Regen jedoch sogar positiv gewesen sein, glaubt sie.

Der vorsichtige Fahrstil hat mit Stürzen in der Vergangenheit zu tun. Noch immer sind diese nicht ganz vergessen. «Es geht für mich immer noch darum, mit wenig Risiko zu fahren, weil ich weiss, dass ich nicht erneut stürzen darf.» Deshalb fuhr Marlen Reusser im zweiten Teil des Rennens lieber auf Nummer sicher als volles Risiko zu gehen. «Der Mut dazu fehlt mir im Moment noch. Um wieder das Vertrauen zu haben, dass dafür nötig ist, braucht es viele tausend Kurven auf dem Velo.» Die Verletzung hat sie offensichtlich weniger zurückgeworfen als geglaubt, dennoch ärgert sich Reusser: «Schade war vor allem, dass ich die EM verpasst habe.»

Betreuerin beim Männer-Rennen

Nach ihrem sechsten Rang im WM-Zeitfahren half für Reusser am Mittwoch während des Männer-Rennens als Betreuerin ihres Partners, dem Syrier Baddredin Wais. Am Samstag steht für Reusser selber derweil das Strassenrennen auf dem Programm. «Was da für mich möglich sein wird, weiss ich überhaupt nicht. Das Spektrum steht völlig offen», sagt sie lachend. Nach ihrer Erfolgsmeldung kann sie jedoch bestimmt ohne Druck ins Rennen steigen.

Dank des sechsten Rangs im WM-Zeitfahren hat Marlen Reusser übrigens die Olympia-Limite erfüllt. «Mein Traum ist es natürlich dann ganz vorne mit dabei zu sein», sagt sie. Dies Ambition gilt auch für die nächstjährige Heim-WM, die vom 20. bis 27. September in der Romandie ausgetragen wird.

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