Nachgefragt
FCB-Captain Valentin Stocker nach dem 4:3 in Luzern: «Diese Spielfreude hat man schon lange nicht mehr von uns gesehen»

Der FC Basel gewinnt das erste Spiel nach dem Trainerwechsel und der definitiv begnadigte Captain Valentin Stocker spricht erstmals nach seinen Zwangsferien wieder zu den Medien.

Jakob Weber (aufgezeichnet)
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Valentin Stocker spricht nach dem 4:3 gegen Luzern über viel, aber nicht über die Gründe für seine Zwangsferien und das Captain-Theater.

Valentin Stocker spricht nach dem 4:3 gegen Luzern über viel, aber nicht über die Gründe für seine Zwangsferien und das Captain-Theater.

Urs Lindt / freshfocus

War dieser Auftritt jetzt der Effekt des Trainerwechsels?

Valentin Stocker: Nein, das war vor allem der Effekt einer Mannschaft, die in den letzten Wochen nicht gut gespielt hat und sich steigern konnte. Wir haben uns gesagt, dass wir heute wieder einmal zeigen müssen, was es bedeutet, für Rot-Blau zu spielen.

Hat heute nur der Kopf das Spiel entschieden?

Es war entscheidend, dass wir heute alle im Kopf parat waren. Es war sehr entscheidend, dass wir probiert haben, ein paar Steine aus dem Rucksack zu nehmen, der uns aktuell alle belastet. Wir konnten mit einer gewissen Leichtigkeit auftreten. Am Anfang ist das nicht gelungen, aber nach dem Rückstand haben wir die Spielfreude an den Tag gelegt, die man schon lange nicht mehr von uns gesehen hat. Da müssen wir auch in Zukunft anknüpfen, dass wir diese Leichtigkeit und Freude auf den Platz bringen.

Was haben Sie nach dem frühen Gegentor gedacht?

Das zieht natürlich extrem Energie. Du kommst hier her, willst etwas verändern und dann liegst du direkt zurück. Ich muss ehrlich sagen: Ich bin sehr stolz, dass die Reaktion nach dem 0:1 so gut ausfiel.

Am Ende wurde es sehr spannend. Warum konntet ihr den Sack nicht vorher zumachen?

Wir sind zu leichtfertig mit unseren Chancen umgegangen. Das rächt sich dann in der zweiten Halbzeit. An einem guten Tag von Luzern geht auch der Pfostenschuss noch zum 4:3 für sie rein und wir verlieren das Spiel. Hier fehlt uns noch die nötige Sicherheit und das Selbstverständnis, auch in solchen Situationen die richtigen Lösungen zu haben. Doch ich hatte das Gefühl, dass wir auch dran waren und der Siegtreffer auch für uns noch möglich ist. So kam es ja dann auch.

Ist das jetzt schon ein Befreiungsschlag?

Es ist ein erster Schritt in eine andere Richtung: wieder nach vorne. Aber es ist allen klar, dass wir weiter gut arbeiten müssen. Die Positivität und die Selbstsicherheit nehmen wir mit, damit wir weiter gewinnen können. Denn auf Gedeih und Verderb müssen wir einfach mehr Matches gewinnen.

Welche Rolle spielt der neue Trainer Patrick Rahmen?

Nach so kurzer Zeit ist es schwierig, das zu beurteilen. Es ging in erster Linie darum, dass wir Spieler eine Reaktion zeigen und jeder individuell sehr viel Verantwortung übernimmt. So machen wir auch dem neuen Trainer das Leben einfacher.

Was hat Rahmen konkret verändert?

Eigentlich nicht viel. Das ist auch richtig, dass in einem solchen Moment nicht alles auf den Kopf gestellt wird. Wir hatten auch in der Vergangenheit Phasen, die sehr gut waren. Aber wir haben souveräne Spiele oft aus der Hand gegeben und verloren. Das sah auch heute wieder so aus. Aber manchmal erarbeitet man sich das Quäntchen Glück. Das war heute endlich mal wieder auf unserer Seite und wir haben es uns mit einer guten Trainingswoche und einem mehrheitlich guten Spiel auch verdient.

Rahmen sagte, er wolle intensiver arbeiten. Wie hat sich das im Training gezeigt?

Wir haben viele Ballhaltesituationen auf engem Raum trainiert. Da sind wir uns das ein oder andere Mal auf die Füsse gestanden und haben ein gutes Gegenpressing aufgezogen. Wir haben die ganze Mannschaft in die Pflicht genommen. Alle sind extrem wichtig, jeder muss einen Schritt machen. Solche Situationen sind für jeden im Kader auch immer eine Chance zum Lernen, zum Wachsen und zum Verantwortung-Übernehmen.

Sind die schönen Offensivaktionen nach Ballgewinnen, wo es oft direkt und schnell in die Spitze ging, auch ein Handzeichen von Rahmen?

Ja. Wir haben das natürlich auch im Vorfeld angeschaut. Wir wussten, dass wir gefährlich sind, wenn wir in den Rücken der Fünferkette von Luzern kommen. Das ist uns wiederholt gut gelungen und so kamen wir unweigerlich zu vielen guten Abschlussgelegenheiten.

Ein heiss diskutiertes Thema könnten Sie noch klären. Wie war das mit den Zwangsferien, die Sie verordnet bekamen?

Dazu möchte ich nichts sagen.

Ist diese Geschichte gegessen?

Wie gesagt: Dazu will ich nichts sagen.