Am Wochenende ist die Premier League in die neue Saison gestartet. Arsenal London besiegte Newcastle 1:0. Mitten drin: Granit Xhaka. Der Schweizer durfte die Captainbinde tragen. Und hat damit einen Stellenwert wie zuvor noch kein Schweizer in der besten Liga der Welt. Überhaupt läufts bei Xhaka gerade rund, wird doch der 26-Jährige bald zum ersten Mal Vater.

Ein 1:0 mit Arsenal im ersten Saisonspiel gegen Newcastle – wie zufrieden sind Sie?

Ich bin sehr zufrieden mit den drei Punkten. Auswärts in Newcastle, das ist nicht einfach. Aber wir sind sehr souverän aufgetreten. Dieser gute Start gibt uns Selbstvertrauen und auch Hoffnung für die nächsten Wochen.

Wie gross war die Vorfreude auf die neue Saison? Oder hätten Sie lieber noch ein bisschen mehr Pause gehabt?

Ich habe wieder grosse Lust auf Fussball! Ich konnte mich in den Ferien wunderbar aktiv erholen. Dazu hat die Mannschaft sehr gut trainiert, wir konnten uns optimal auf den Saisonstart vorbereiten. Ich habe häufig gedacht: «Jetzt kann es dann endlich wieder los gehen!»

Nun durften Sie Arsenal sogar als Captain anführen. Was bedeutet Ihnen das?

Das ist ein Traum, auf den ich schon immer hingearbeitet habe. Es ist einerseits eine Anerkennung meiner Leistungen für den Klub, andererseits natürlich auch eine besondere Verantwortung für mich als Persönlichkeit – schliesslich trete ich nicht zuletzt in die Fussstapfen von Vereins-Legenden wie Patrick Vieira oder Thierry Henry.

Anders als viele Trainer nominiert Unai Emery eine Art Captain-Gruppe, bestehend aus fünf Spielern. Wie funktioniert das genau?

Im Moment sind wir erst drei Spieler in diesem Captain-Team, neben mir noch Mesut Özil und Nacho Monreal. Wir führen das Team gemeinsam. Wobei ich quasi «Captain Nummer 1» bin. Die Binde wechselt indes nur bei Verletzungen, Sperren oder sonstigen Absenzen.

Wie beurteilen Sie die letzte Saison?

Ich hatte mir vor der Saison klare Ziele gesteckt. Mir war es zum Beispiel wichtig, meine Passqualität weiter zu verbessern und öfter auch einmal Risiko einzugehen. Zudem wollte ich auch mehr Verantwortung bei Standards übernehmen. Objektiv betrachtet kann man sagen, dass unsere Saison mit dem Erreichen des Europa-League-Finals und Platz fünf in der Liga schon erfolgreich war. Wenn man aber bis zum Schluss um die Champions-League-Plätze mitspielt und sie am Ende durch mehrere unnötige Niederlagen verpasst, kann man trotzdem nicht restlos zufrieden sein.

Wie gross ist die Enttäuschung über das 1:4 im Europa-League-Final gegen Chelsea noch?

Die Niederlage schmerzt mich immer noch, das legt man nicht einfach so ab. Für mich war der Final das bisherige Highlight meiner Karriere. Dementsprechend tut es auch nach Wochen noch weh, den Titel nicht geholt zu haben.

Was gibt Ihnen die Zuversicht, dass Arsenal Ende dieser Saison besser als auf Rang fünf klassiert ist in der Premier League?

Wir waren schon letzte Saison sehr knapp oben dran, haben aber leider gegen vermeintlich schwächere Mannschaften zu häufig unnötig Punkte liegen gelassen. Diese vermeintlichen Pflichtaufgaben müssen wir nun besser bewältigen. Wenn wir das schaffen und den ein oder anderen Big Point landen, werden wir das Rennen um die Champions-League-Plätze erfolgreich gestalten, also mindestens Vierter werden – oder vielleicht sogar den Sprung nach ganz oben schaffen können.