Playoff-Basketball
Das Wunder gegen die Übermannschaft: Die Starwings schaffen das Unmögliche und gewinnen das zweite Mal gegen Genf

Nach dem überraschenden Sieg am Freitag gewinnen die Starwings auch in Spiel 3 gegen die Lions de Genève mit 73:70 und stehen sensationell im Halbfinale. Ein unvergesslicher Abend für die Birsfelder Basketballer.

Georges Küng
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Matthew Milon versenkt wenige Sekunden vor Schluss einen Dreier. Danach bricht bei den Starwings grenzenloser Jubel aus.

Matthew Milon versenkt wenige Sekunden vor Schluss einen Dreier. Danach bricht bei den Starwings grenzenloser Jubel aus.

Freshfocus / Bastien Gallay

Bereits am Freitagabend, nach dem 77:75-Heimsieg gegen die Lions de Genève, die heuer bereits Ligapokal und den Schweizer Cup gewonnen hatten, sprach man von einem «epischen Erfolg» oder vom «Wunder zu Birsfelden». Aber allen war klar, dass die Starwings niemals eine dritte Partie innert fünf Tagen, dazu zweimal auswärts, gewinnen würden.

Eine Playoff-Serie mit noch sechs halbwegs gesunden Akteuren für sich zu entscheiden, gegen einen Rivalen, welcher in der nächsten Saison in Europa einige Duftmarken setzen möchte, war ein Ding der Unmöglichkeit. Die Diskrepanzen zwischen zwölf hochkarätigen Berufsbasketballern und einem Birsfelder Lazarett, das jedem Unbill (Corona, Krankheiten, Quarantäne, Rücktritt und Verletzungen) im Laufe dieser Corona-Meisterschaft getrotzt hatte, war riesig.

Die Starwings kamen zum Siegen nach Genf

Aber bereits nach den ersten zehn Minuten war klar, dass die Wings keinen Sonntagsausflug machten, sondern entschlossen waren, sich den grossen und starken Löwen entgegenzustellen. Das 13:21 liess erahnen, dass die Birsfelder all die Tugenden wie Herzblut, Leidenschaft, Passion und Stolz zeigen würden.

Genf begann mit dem gleichen Quintett, während Trainer Andrejevic den smarten Matthew Milon anfangen liess, während Nathan Krill der einzige Auswechselspieler für einen der drei spielenden Profis war. Ein groteskes Bild – bei Genf eine Millionen-Bank mit lauter Schweizer Nationalspielern und einem US-Amerikaner, bei Birsfelden Andrejevic, Krill und das Lazarett, das die grösste Fraktion bildete.

Es gab kurze Phasen, in denen die Genfer die Starwings erdrückten, aber die Wings wehrten sich, und jeder Spieler wuchs über sich hinaus. Vid Milenkovic und Sébastien Davet spielten 40 Minuten durch.

Als Matthew Milon zum letzten Wurf ansetzte

Und als alle dachten, dass die Gäste aus dem Unterbaselbiet im letzten Viertel auf dem Spielfeld sterben würden, wuchsen den «Sternenadlern» Flügel, und sie spielten stärker und konzentrierter denn je. Die Starwings führten 100 Sekunden vor dem letzten Sirenenton noch mit 70:65, doch die Genfer schafften den Ausgleich.

Aber zwei Sekunden können im Basketball eine genügend lange Zeitspanne sein, um etwas Zählbares zu bewerkstelligen. Vid Milenkovic warf ein und hätte wohl Deondre Burns eingesetzt, doch der beste Spieler der Liga wurde gedoppelt. Cheikh Sane blockte jedoch Matthew Milon frei. Überhaupt lieferte der 207 Zentimeter grosse Sane wohl das Spiel seines Lebens und dominierte die Bretter gegen all die Schränke der Genfer.

So spielte Milenkovic zu Milon, und der ehemalige College-Spieler erzielte als Linkshänder aus sieben Metern einen Korb, wo nur das Netz zuckte. 70:73 – Saisonende für die Genfer, während das Lazarett aus Birsfelden am Mittwoch gegen Neuchâtel spielen wird. Vor einigen Wochen haben die Starwings schon einmal in Neuchâtel gewonnen.

Les Lions de Genève – Starwings 70:73 (35:34)

Genf: Sabeckis (9), Derksen (13), Thomas Jurkowitz, Ivanov (10), Nzege (6); Kovac (9), William­son (7), Natan Jurkowitz (10), Jaunin (5), Kuba (1); Maruotto.

Starwings: Milenkovic (11), Burns (15), Milon (16), Davet (8), Sane (17); Krill (6).

Bemerkungen: Genf ohne den überzähligen (verletzten) US-Profi Adams. - Starwings ohne Haile, Kostic, Vranic, Weibel (alle verletzt), Fasnacht, Pausa (beide Schule/Studium) sowie Fuchs (Rück­tritt). - Viertelsresultate: 13:21, 22:13 (35:34); 15:20 (50:54) und 20:19 (70:73). - Mit fünf Fouls aus­geschieden: 39. Krill. - Fouls: Genf 20, Starwings 15. .

Das ganze Spektakel in der Wiederholung:

Swiss Basketball TV (YouTube)