Playoff-Basketball
Stark verbessert, aber müde: Die Starwings verlieren auch das zweite Finalspiel gegen zu gute Fribourger

Nach der deutlichen Niederlage am Mittwoch zeigen sich die Starwings stark verbessert. Bis ins vierte Viertel bleiben die Birsfelder dran, verlieren am Ende aber mit 66:82. Die Hoffnung auf ein mögliches Spiel 4 hat bei den Wings aber noch keiner verloren.

Esteban Waid
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Im Vergleich zum Spiel in Fribourg kommt Topskorer Deondre Burns vor heimischen Publikum besser ins Spiel.

Im Vergleich zum Spiel in Fribourg kommt Topskorer Deondre Burns vor heimischen Publikum besser ins Spiel.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Vier Minuten waren am Mittwoch im ersten Finalspiel zwischen den Starwings und Fribourg Olympic gespielt, da sah es kurz so aus, als ob die Birsfelder dort weiter machen könnten, wo sie im Viertel- und Halbfinal gegen Genf und Neuchâtel aufgehört hatten. Mit acht Punkten lag das Team von Trainer Dragan Andrejevic vorne. Am Ende wurde es aber eine 68:87-Pleite, die die Wings in Fribourg hinnehmen mussten.

Aber auch schon im Viertelfinal gegen Genf hatten die Starwings das erste Spiel der Serie verloren, bevor sie im ersten Heimspiel den Grundstein für den furiosen Siegeszug legen konnten, der sie in diese Finalserie gebracht hatte. Eine Geschichte, die die Starwings an diesem Samstag gerne wiederholen wollten, um dem möglichen Titel einen Schritt näher zu kommen.

Fribourgs Topskorer Arnaud Cotture versucht Sebastien Davet den Weg zum Korb zu erschweren.
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Vid Milenkovic behauptet den Ball gegen stark verteidigende Fribourger.
Unter dem Korb hatte es Center Cheikh Sane schwer gegen die physisch starken Gäste.
Und immer wieder zieht Sane dort den Kürzeren.
Nathan Krill holte sich mit 10 Rebounds die meisten Bälle unter dem Korb.
Deondre Burns erziele 17 Punkte vor den eigenen Fans.
Das Spiel ist lange umkämpft und der Kampf geht auch auf dem Boden weiter.

Fribourgs Topskorer Arnaud Cotture versucht Sebastien Davet den Weg zum Korb zu erschweren.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Der Start in die Partie war diesmal aber ein anderer. Zwar können sich die Wings in ihrer heimischen Sporthalle nicht so schnell absetzen wie noch vor drei Tagen, dafür halten sie diesmal deutlich länger mit den scheinbar übermächtigen Fribourgern mit. Nur zwei Punkte beträgt der Rückstand nach dem ersten Viertel (16:18). Anders als noch in Fribourg kommen die Starwings besser mit der Verteidigung der Gäste klar und können so selbst skoren.

Besonders Matthew Milon zeigt sich in der ersten Hälfte wieder gewohnt treffsicher aus der Distanz und lässt die 50 Zuschauenden regelmässig aufspringen, ebenso wie Vid Milenkovic. Und wie schon in Spiel 1 kommen auch Branislav Kostic und Ilija Vranic zum Einsatz. Beide kommen aus monatelangen Verletzungen, können ihr Potenzial aber immer noch nicht ganz ausschöpfen.

Am Mittwoch kamen sie noch testweise bei einem 20 Punkte-Rückstand zum Einsatz. Nun sollen sie die nötige Rotation für eine weitere Sensation bringen und helfen mit, dass es auch zur Halbzeit nur 38:40 steht. Aber nach dem Spiel macht Andrejevic klar: «Vranic und Kostic spielen zwar, aber sie sind noch nicht bei 100 Prozent.»

Am Ende schlägt die Müdigkeit zu

Die Starwings spielen ihre Heimstärke auch im zweiten Durchgang voll aus. Angefeuert von den Fans spielen die Birsfelder den lästigen Underdog, der sich nicht abwimmeln lassen will. Wo in Fribourg die Romands schon auf teilweise 30 Punkte enteilt waren, schnuppern die Wings an diesem Abend immer wieder am Ausgleich. Wenn Sean Barnette oder Marquis Jackson auf Seiten der Fribourger skoren, sind Deondre Burns oder Milon da, um zu antworten.

Aber irgendwann zeigen sich die Wings menschlich, machen mehr Fehler, wirken müde, während Fribourg auf der anderen Seite munter weiterpunktet und sich Mitte des letzten Viertels beginnt abzusetzen. Das sensationsverwöhnte Publikum hofft zwar bis zum Schluss auf eine Aufholjagd. Beim letzten Ton in der Halle steht es aber dann trotzdem 82:66 für die Favoriten.

Für Topskorer Deondre Burns ist aber eine klare Entwicklung zu sehen: «Im ersten Spiel waren wir besonders am Anfang gut. Heute waren wir bis im vierten Viertel dran. Wir werden besser», analysiert der US-Amerikaner nach dem Spiel. Auch für ihn persönlich ging das Punktewerfen einfacher von der Hand.

«Wir haben viele Videos analysiert nach dem ersten Spiel. So wussten wir, wie sie uns decken werden. Das hat mir geholfen.»

Auch Trainer Dragan Andrejevic sieht das ähnlich: «Wir hatten Möglichkeiten, um das Spiel zu gewinnen, aber am Ende hat sich gezeigt, dass die Spieler müde waren. Die Playoffs sind anstrengend, vor allem wenn man nur sechs oder sieben Spieler hat, die fit sind.»

Mit einem Sieg am Dienstag könnten sich die Starwings in das vierte Finalspiel retten, andernfalls würde sich Fribourg zum dritten Mal in Folge den Titel holen. Tritt dieser Fall ein, wäre das auch das letzte Heimspiel der Birsfelder gewesen. Aber auch jetzt macht Dragan Andrejevic wieder klar: «Für mich sind die Jungs jetzt schon Champions.»

Starwings – Fribourg 66:82 (38:40)

Sporthalle Birsfelden. – 50 Zuschauende. 

Starwings: Burns (17), Milenkovic (13), Krill (7), Davet (8), Sane (6); Milon (13), Kostic, Vranic (2).

Fribourg: Cotture (7), Barnette (18), Jackson (15), Gravet (7), Krajina (9); Mbala (5), Morris (10), Hart, Zinn (11).

Bemerkungen: Starwings ohne Haile, Weibel. – Fribourg komplett. – Viertelresultate: 16:18, 22:22 (38:40), 14:19 (52:59), 14:23 (66:82). – Fouls: Starwings 17, Fribourg 20. – Punkte von der Bank: Starwings 15, Fribourg 26. – Punkte nach Turnovers: Starwings 6, Fribourg 14. – Rebounds: Starwings 28, Fribourg 33.

Die Highlights des leidenschaftlichen Kampfs:

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