Promotion League
Die Ära Tabakovic auf dem Buschweilerhof endet

Nach knapp zehn Jahren trennen sich die Black Stars vom doppelten Aufstiegstrainer Samir Tabakovic. Fehlende Resultate und die Spielweise des Teams wurden ihm zum Verhängnis.

Riccardo Ferraro
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Samir Tabakovic muss seinen Trainer-Stuhl auf der Bank der Black Stars in der Promotion League räumen.

Samir Tabakovic muss seinen Trainer-Stuhl auf der Bank der Black Stars in der Promotion League räumen.

Kenneth Nars / BLZ

Fast genau zehn Jahre war der Trainerstuhl bei den Black Stars der Arbeitsplatz von Samir Tabakovic. Bis auf ein kurzes Intermezzo beim BSC Old Boys blieb der ehemalige FCB-Spieler dem Buschweilerhof treu. 234 Spiele und ein Punkteschnitt von 1,7 zeichneten ihn aus. In seine Amtszeiten fallen zwei Aufstiege.

In der Saison 2011/2012 coachte Tabakovic das Team von der 2.Liga interregional in die 1.Liga. Sein Team schoss in 26 Spielen ganze 91 Tore und holte sich mit 67 Punkten den ersten Platz in der Gruppe. In der Saison 2018/19 holten die Black Stars unter Tabakovic 58 Punkte in 26 Spielen und wurden Gruppenerster in der 1. Liga. Somit durften sie um den Aufstieg spielen. Einem 3:0-Sieg gegen den USV Eschen-Mauren aus Liechtenstein liessen die schwarzen Sterne ein 4:0-Sieg gegen Baden folgen. Damit war der Aufstieg in die Promotion League perfekt.

Das 235.Spiel von Tabakovic als Black-Trainer – die 0:2-Niederlage gegen Chiasso – wird jedoch sein vorerst letztes sein. Nach dem Abpfiff geht alles sehr schnell. Tabakovic wird noch auf dem Buschweilerhof entlassen. Peter Faé, Präsident der Black Stars, will am Montag am Telefon nicht viel zur Entlassung sagen, ausser dass er und Tabakovic dies zusammen besprochen hätten. Die sinkende Tendenz mit zuletzt vier Niederlagen am Stück – unteranderem verloren die Black Stars 0:5 gegen Stade Nyonnais – waren der berüchtigte Tropfen zu viel.

«Es gab bereits vorher Gespräche mit dem Trainer. Auf die Frage, ob er das Team noch erreicht, antwortete er immer mit Ja», sagt Faé. Auf dem Feld hingegen sah das nicht immer so aus. Auf dem Buschweilerhof war zuletzt sogar zu hören, dass einige Spieler gegen den Trainer spielen würden.

Auch die Kommunikation mit den Spielern gefiel dem Präsidenten nicht mehr. «Ich erwarte auf diesem Niveau nicht nur Teamgespräche, sondern auch Einzelgespräche», sagt er. Den Hauptgrund für die Trainerentlassung sieht Faé jedoch in der Spielweise des Teams. Er sagt:

«Das Ballbesitzspiel hat ausgedient. Wir spielen nicht vertikal genug. Unsere Zuschauer wollen attraktiven Fussball sehen. Das fehlte mir zuletzt.»

Erschwerend kam für Tabakovic die Personalsituation hinzu. Selten hatte ein Trainer über eine so lange Zeit so viele Verletze zu beklagen. «Das kann auch ein Symptom der Pandemie sein. Aber dieses Problem haben nicht nur wir», sagt Faé dazu und unterstreicht, dass dies keine Ausrede sein dürfe.

Der Assistent übernimmt mindestens bis Ende Saison

In Zukunft wird nun der ehemalige Assistent von Tabakovic das Ruder beim Basler-Quartierklub übernehmen: Branko Bakovic. Faé erklärt:

«Er besitzt die nötigen Diplome und hat sich mit Samir sehr gut ergänzt. Seine Trainings sind ebenfalls sehr gut.»

Unterstützen wird ihn Blerim Ahmeti. Der in der Region gut vernetzte Trainer spricht sieben Sprachen und soll das Bindeglied zur Mannschaft sein.

Am Ziel der Black Stars ändert dieser Entscheid nichts. «Wir müssen nicht Erster werden. Über dem Strich wollen wir aber landen», sagt Faé dazu. Mit «über dem Strich» meint der Präsident die Region in der Tabelle, in welcher sich die Teams für die Aufstiegsrunde qualifizieren würden. Momentan sind die Black Stars drei Punkte von dieser Tabellenregion entfernt. Für den Präsidenten war die Entscheidung, sich von Tabakovic zu trennen, nicht einfach. Er sagt:

«Fussball ist und bleibt ein Tagesgeschäft. Trotz der Entscheidung verneige ich mich vor Samir für zehn Jahre sehr gute Arbeit.»

Der ehemalige Trainer seinerseits möchte zur Entlassung nichts sagen.

Ob es noch einmal eine Phase geben wird, in der Tabakovic erneut Black trainieren könnte, lässt Faé bewusst offen. Vorerst ist der langjährige Erfolgstrainer auf dem Buschweilerhof jedoch nicht mehr erwünscht.

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