Promotion League
Die FCB U21 hat bravourös gekämpft und nie ins Spiel gefunden - Black lässt auch das vermissen

Während die U21 des FC Basel den Altersgenossen des FC Zürich in Unterzahl ein 1:1 abtrotzt, gehen die Black Stars in Nyon mit 0:5 unter.

Alan Heckel
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Liam Chipperfield im Angriff gegen die U21 des FC Zürich.

Liam Chipperfield im Angriff gegen die U21 des FC Zürich.

Bild: Edgar Hänggi

Die Promotion-League-Partie zwischen den U21-Mannschaften des FC Basel und des FC Zürich wäre ohne die Szene in der 37. Minute eine ganz andere geworden: Carmine Chiappetta war an der Seitenlinie unsanft, aber nicht unfair vom Ball getrennt worden. Weil Schiedsrichter Simon Rosset die Aktion nicht als Foul taxierte, reagierte der FCB-Flügel mit einer verbalen Entgleisung und musste vom Feld. «Das war dumm, unnötig und undiszipliniert», ärgerte sich sein Trainer Marco Schällibaum.

Denn nun bekam die zuvor ausgeglichene Partie, bei dem das Heimteam eine Spur gefährlicher gewirkt hatte, ein anderes Gesicht. Kaum in Überzahl, übernahmen die Zürcher das Zepter und verlagerten das Geschehen in die Platzhälfte der Rotblauen. Der einzige Schuss aufs Tor in Durchgang eins war dann gleichbedeutend mit der Gästeführung: Carson Buschman-Dormand zog aus 18 Metern ab und traf – weil von Adrian Durrer abgelenkt – unhaltbar in die untere Ecke (42.).

«In den Minuten vor der Pause ist alles gegen uns gelaufen», seufzte Schällibaum, der dann zusehen musste, wie der Zürcher Druck auch nach dem Seitenwechsel nicht abnahm. Bei Miguel Reichmuths Volley (46.) und Weitschuss (53.) bekam Tim Spycher rechtzeitig die Fäuste hoch, bei Roberto Rodriguez' Kopfball an die Latte (53.) wäre der FCB-Keeper aber machtlos gewesen. Der Basler Trainer wusste:

«Wir hatten ein-, zweimal Glück. Zudem hat uns Tim mit seinen Saves im Spiel gehalten.»

Spychers grösste Taten waren nach einem abgelenkten Reichmuth-Schuss (63.) und einem Abschluss Vasilije Janjicics aus fünf Metern (70.). Die tollen Paraden des Goalies nährten den Glauben an einen rotblauen Punktgewinn, der in der 67. Minute noch grösser wurde. Daniele Spataro gewann einen Zweikampf auf der rechten Seite und lancierte Mehmet Manis, dessen scharfe Hereingabe Topskorer Tresor Samba am zweiten Pfosten souverän ins Netz beförderte.

Der Treffer revitalisierte den Platzclub, der in der Folge selbst wieder ab und zu gefährlich vors FCZ-Tor kam. Die Hauptbeschäftigung bestand aber weiterhin darin, Räume zuzulaufen, zu grätschen und sich in gegnerische Abschlüsse zu werfen. Der grosse kämpferische Effort wurde schliesslich belohnt, denn Tore fielen keine mehr. «Kompliment an meine Mannschaft, sie hat heroisch gefightet und sich den Punkt deshalb verdient», lautete das abschliessende Fazit von Marco Schällibaum.

FC Basel U21 – FC Zürich U21 1:1 (0:1)

Leichtathletikstadion St. Jakob. – 300 Zuschauer. – Tore: 42. Buschman-Dormand 0:1. 67. Samba 1:1.

Basel U21: Spycher; Spataro, Lurvink, Djiga, Ejupi (73. Schweizer); Durrer; Chipperfield (79. Moulin), Gubinelli (89. Vishi); Manis (73. Pululu), Samba (73. Vogt), Chiappetta.

Zürich U21: De Nitti; Hodza, Wallner, Montolio, Gloor; Janjicic (88. Morina); Koide, Reichmuth, Rodriguez, Buschman-Dormand (45. Kissling); Haile Selassie (81. Jusufi).

Bemerkungen: Basel ohne Eraslan, Gradaille, Hunziker, Jaiteh, Krasniqi, Okafor, Pergjoka, Stajic, Stevanovic, Vukelic und Xhemaili (alle verletzt, krank, abwesend oder kein Aufgebot). – Platzverweis: 37. Chiappetta (Schiedsrichterbeleidigung). – Verwarnung: 71. Rodriguez (Foul). – 31. Tor von Samba aberkannt (Offside). 53. Lattenkopfball Rodriguez. – Buschman-Dormand verletzt ausgeschieden.

Keinen Punkt verdient hatte derweil die Darbietung des FC Black Stars in Nyon. Die von zahlreichen Absenzen geplagten Basler erwischten einen rabenschwarzen Tag, fanden nie richtig ins Spiel und gingen als verdiente 0:5-Verlierer vom Platz. Das Resultat fiel keineswegs zu hoch aus, denn die spielfreudigen Waadtländer hätten bei einer besserer Chancenauswertung den einen oder anderen Treffer mehr erzielen können.

Das Unheil aus Black-Sicht nahm in der 8. Minute seinen Lauf, als sich die Westschweizer ohne grosse Gegenwehr aus der Abwehr durchs Mittelfeld kombinieren konnten. Schliesslich kam der Ball zu Kassim Hadji, der aus halbrechter Position flach und wuchtig zum 1:0 traf.

Die Führung kam den Gastgebern entgegen, denn so konnten sie die Basler kommen lassen und bei Ballgewinnen schnell umschalten. Wie gut die Nyonnais dieses Spiel beherrschen, bekamen die Sterne schmerzhaft zu spüren: Dreimal (28., 53., 78.) verloren die Gäste mitten in der gegnerischen Platzhälfte den Ball, dreimal wurden sie mustergültig ausgekontert. Torschütze war jedes Mal Gentian Bunjaku. Der Stürmer setzte mit einem verwandelten Foulpenalty nach 82 Minuten auch den Schlusspunkt in dieser äusserst einseitigen Begegnung, in der die Black Stars nur einmal halbwegs gefährlich aufs gegnerische Tor schossen.

FC Stade Nyonnais – FC Black Stars 5:0 (2:0)

Colovray. – 200 Zuschauer. – Tore: 8. Hadji 1:0. 28. Bunjaku 2:0. 53. Bunjaku 3:0. 78. Bunjaku 4:0. 82. Bunjaku (Foulpenalty) 5:0.

Stade Nyonnais: Guedes; Gazzetta (83. Monteiro), Baron, Marque, Vumbi Bundu; Hadji, Jaton, Gaillard, Pasche (71. Shayan Maroufi); Escorza (78. Bega); Bunjaku (83. Portelinha).

Black Stars: Thürkauf; Jankowski, Edwige, Farinha e Silva, Sevinç (71. Erçin); Kaufmann; Uruejoma (74. Fazlija), Adamczyk; Dejan Zunic, Mushkolaj, Ouedraogo.

Bemerkungen: Nyon ohne Brenet, Danho, Dugourd, Grossrieder, Guerin und Shaho Maroufi (alle verletzt, krank, abwesend oder kein Aufgebot). Black Stars ohne Fischer, Mumenthaler (beide gesperrt), Levante (noch nicht qualifiziert), Babovic, Ferreira, Jloulat, Oberle, Rosenblatt, Türkes, Xheladini und Dalibor Zunic (alle verletzt, krank, abwesend oder kein Aufgebot). – Verwarnungen: 15. Farinha e Silva, 71. Jaton (beide Foul). – 69. Tor von Bunjaku aberkannt (Offside).

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