Promotion League
Ein rabenschwarzer Tag in Zürich und eine Qualitätsfrage in Basel

Während der FC Basel U21 bei YF Juventus gleich mit 0:6 untergeht, schrammen die Black Stars beim 0:2 gegen Chiasso nur knapp am Remis vorbei. Somit befinden sich beide Promotion Ligisten weiterhin in der Krise.

Alan Heckel
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FCB-Torhüter Tim Spycher musste gleich sechs Mal den Ball aus dem Netz holen.

FCB-Torhüter Tim Spycher musste gleich sechs Mal den Ball aus dem Netz holen.

Edgar Hänggi / bz Zeitung für die Region

Resultate können im Fussball trügerisch sein, denn nicht immer gewinnt die bessere Mannschaft. Das 6:0 zwischen dem SC YF Juventus und der U21 des FC Basel fällt allerdings nicht in diese Kategorie. Vielleicht betrug die leistungsmässige Differenz nicht gerade sechs Treffer, denn die Gäste hatten auch die eine oder andere Möglichkeit und trafen einmal die Torumrandung. Doch über die Richtigkeit des Siegers gab es keine zwei Meinungen. «YF Juventus hat den Match hochverdient gewonnen», hielt auch FCB-U21-Trainer Marco Schällibaum fest.

Die in Weiss spielenden Rotblauen erwischten «keinen guten Tag», wie es Schällibaum formulierte, eher er sein Urteil in «schlecht» änderte. Dazu dürfte ihn vor allem die Anfangsphase seiner Equipe veranlasst haben, die nach nur elf Minuten bereits mit 0:3 im Hintertreffen lag. «Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, weil wir dem Gegner mit einem Eigenfehler in der 2. Minute die Führung geschenkt haben», ärgerte sich Schällibaum. Während bei den jungen Baslern nach zuletzt nur einem Punkt aus vier Partien das Kopfkino zu rattern begann und die Überzeugung an die eigenen Stärken schwand, spielten sich die Zürcher in einen Rausch, der in einem 6:0 gipfelte.

«Der Gegner war sehr aufsässig und wir konnten nicht dagegenhalten», musste der Trainer nach der höchsten FCB-U21-Niederlage seit Einführung der Promotion League konstatieren. Diese dürfte in den nächsten Tagen auf dem Campus besonders detailliert aufgearbeitet werden, denn zur Tagesordnung wird man nicht so schnell übergehen. «Jeder muss sich selbst hinterfragen, denn mit solchen Auftritten werden wir den Turnaround nicht schaffen», so Schällibaum.

SC YF Juventus – FC Basel U21 6:0 (4:0)

Juchhof. – 100 Zuschauer. – Tore: 2. Festic 1:0. 7. Causi 2:0. 11. Lanza 3:0. 38. Causi 4:0. 49. Causi 5:0. 78. Eraslan (Eigentor) 6:0.

YF Juventus: Baumann; von Niedrhäusern, Nater, Lumbu, Villano; Gökpinar, Lanza, Buqaj, Trachsel; Festic, Causi.

Basel U21: Spycher; Okafor, Lurvink (46. Eraslan), Vukelic, Schweizer; Durrer (46. Winkler); Chipperfield (80. Xhemaili), Gubinelli; Samba, Pululu, Tushi (78. Vogt).

Bemerkungen: Juventuns ohne Hadorn, Karanovic, Tanzillo und Zivanovic (alle verletzt, krank, abwesend oder nicht im Aufgebot). Basel ohne Chiappetta, Manis, Moulin, Spataro (alle gesperrt), Ejupi, Hunziker, Jaiteh, Kissling, Krasniqi, Stevanovic (alle verletzt, krank oder kein Aufgebot). – Keine Verwarnungen. – Lurvink verletzt ausgeschieden.

Die Black Stars verlieren gegen ehemalige Super-League-Stars

Ebenfalls im Tief befindet sich derzeit der FC Black Stars, auch wenn beim Quartierklub die Wende nicht weit entfernt scheint. In der Vorwoche schrammte man in Bern nur knapp am Punktgewinn beim Nachwuchs der Young Boys vorbei und auch im Heimspiel gegen den FC Chiasso wäre ein Remis nicht unverdient gewesen. «Chiasso war nicht besser, hat aber 2:0 gewonnen – das ist Qualität», bilanzierte Samir Tabakovic nach Spielende an diesem kalten Samstagabend im Buschweilerhof.

Die angesprochene Qualität der Tessiner liess sich vor allem an drei Namen in deren Startformation ablesen. Mit Alexander Farnerud, Daniel Pavlovic und François Affolter standen drei Akteure auf dem Kunstrasen, die zu ihren besten Zeiten in einer europäischen Topliga und für die Nationalmannschaft ihrer Heimatländer gespielt hatten. Dennoch war die Partie in der ersten Halbzeit ausgeglichen, auch wenn die einzigen guten Möglichkeiten den Gästen gehörten. Carte Said scheiterte aber am gut reagierenden Steven Oberle (8.) und Rilind Nivokazi schoss aus sechs Metern übers Tor (29.).

Nach dem Seitenwechsel wurde der Aufstiegsaspirant etwas gefährlicher, weil er nun etwas schneller in die Spitze spielte. Die Kopfbälle von Nivokazi (51.) und Said (52.) verfehlten ihr Ziel, doch in der 56. Minute zappelte der Ball schliesslich hinter Oberle im Netz. Die Black Stars hatten sich auf ihrer linken Seite etwas gar einfach düpieren lassen und vergassen zudem in der Mitte Farnerud, der eigentlich viel zu zentral abschloss. Doch weil Black-Abwehrchef Ricardo Farinha e Silva den Ball ablenkte, war Goalie Oberle ohne Abwehrchance.

Die beste Phase der Tessiner endete nach 70 Minuten ohne ein weiteres Tor, dann lancierte das Heimteam seine Schlussoffensive. Die Basler standen nun höher, drängten die Gäste in deren Hälfte und kamen nun zu vereinzelten Abschlüssen. Die beste Möglichkeit hatte der eingewechselte Dino Babovic, der allein vor Keeper Miodrag Mitrovic scheiterte (78.). «Wenn du gegen Chiasso Punkte holen willst, musst du solche Chancen machen», seufzte Trainer Tabakovic, der kurz darauf mit ansehen musste, wie Chiasso-Joker Evans Maurin seinem Team in der 84. Minute den K.o.-Schlag verpasste.

Auch der zweite Gäste-Treffer war vermeidbar gewesen, was Samir Tabakovic sichtlich ärgerte: «Wir verlieren im Mittelfeld den Ball, schliessen die Räume im Zentrum nicht und der gegnerische Stürmer kann allein auf unser Tor zulaufen. Solche Tore kannst du ein, zwei Mal pro Saison kriegen, doch wir kassieren in jedem Match eines oder mehrere auf diese Art. Das hat auch mit Qualität oder mit dem Fehlen davon zu tun.»

FC Black Stars – FC Chiasso 0:2 (0:0)

Buschweilerhof. – 150 Zuschauer. – Tore: 56. Farnerud 0:1. 84. Maurin 0:2.

Black Stars: Oberle; Jankowski, Farinha e Silva, Sevinç, Dejan Zunic (76. Edwige); Muzangu (76. Erçin), Kaufmann (76. Fischer), Adamczyk, Ouedraogo; Rashiti (75. Babovic), Mushkolaj.

Chiasso: Mitrovic; Mazzoletti, Affolter, Pavlovic; Abedini; Martinho (88. De Queiroz), Said, Farnerud (77. Maccoppi), Stefanovic; Correia (77. Maurin), Nivokazi.

Bemerkungen: Black Stars ohne Uruejoma (gesperrt), Ait Jloulat, Ferreira, Mumenthaler, Türkes, Xheladini und Dalibor Zunic (alle verletzt, krank oder kein Aufgebot). Chiasso ohne Cinquini, Laghi, Lulic, Manicome, Morganella, Soldini (alle verletzt), Bragotto, De Jesus, Gimenez, Kasoyi, Martorana, Ronchetti, Savino und Zahaj (alle kein Aufgebot). – Verwarnung: 50. Kaufmann (Foul). – 67. Pfostenkopfball Nivokazi.

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