Der Vorjahressieger Tom Dumoulin, der mit 40 Sekunden Rückstand in die 20. Etappe von Susa nach Cervinia gestartet war, griff im Schlussanstieg mehrmals an, kam aber nicht weg. Im Gegenteil: Froome hinterliess bei der Bergankunft den stärkeren Eindruck als der Niederländer. Dumoulin verlor im Zielsprint gar noch sechs Sekunden auf Froome und wird seinen Gesamtsieg aus dem Vorjahr nicht wiederholen können.

Froome auf der anderen Seite wird die dritte grosse Rundfahrt in Folge für sich entscheiden nach der Tour de France und der Vuelta 2017. Seit der letztjährigen Spanien-Rundfahrt läuft wegen eines erhöhten Salbutamol-Wertes ein Doping-Verfahren gegen den 33-jährigen Briten. Sein Gesamtsieg hinterlässt deshalb einen faden Beigeschmack. Am letzten Tag einer dreiwöchigen Rundfahrt wird der Leader traditionellerweise nicht mehr angegriffen.

Wie am Freitag, als der vormalige Leader Simon Yates fast 39 Minuten einbüsste, gab es auch am zweitletzten Tag einen grossen Verlierer. Der Franzose Thibaut Pinot brach am zweitletzten Anstieg völlig ein und fiel aus allen Traktanden. Er musste seinen 3. Gesamtrang noch dem Kolumbianer Miguel Angel Lopez überlassen.

Den Tagessieg sicherte sich Mikel Nieve. Der Spanier gewann an seinem 34. Geburtstag zum dritten Mal in seiner Karriere eine Etappe der Italien-Rundfahrt. Nieve hatte einer grösseren Spitzengruppe angehört. Er attackierte an der zweitletzten Steigung und feierte einen souveränen Solosieg.

Auf den folgenden Plätzen der Tageswertung klassierten sich der Niederländer Robert Gesink mit einem Rückstand von 2:17 auf Nieve und der Österreicher Felix Grossschartner (2:42 zurück).