Es war keine leichte Aufgabe, die die Schweizer Théry Schir, Claudio Imhof, Robin Froidevaux und Lukas Rüegg im Duell um Bronze zu bestehen hatten. Einerseits war da das Publikum, das keinen Hehl daraus machte, wen es als Sieger sehen wollte: Gastgeber Weissrussland und nicht die Schweiz. Andererseits waren da die Erkenntnisse aus der Qualifikation, die den Vorteil wie schon in Sachen Publikumsgunst bei den Weissrussen verorten liessen.

In 3:59,286 hatte die Schweiz die Qualifikation im 4. Rang hinter Weissrussland abgeschlossen, allerdings noch nicht in der finalen Formation. Für die Entscheidungsläufe rückte Claudio Imhof anstelle von Nico Selenati nach. Imhof hatte bis am Sonntag noch an der Tour de Suisse im Einsatz gestanden, wo er zwischenzeitlich gar als Leader der Bergpreis-Wertung in die Etappen gestartet war. Viel Zeit sich auf der Bahn in Minsk anzugewöhnen bekam der 28-Jährige nicht. Dennoch ging die Rochade der Schweiz auf.

Harmonierte die neue Formation in der ersten Runde gegen Russland noch nicht wie gewünscht, klappte die Zusammenarbeit im Kampf um Rang 3 tadellos. Mit Fortdauer des Verfolgungsrennen verstummten ob der souveränen Schweizer Leistung nicht nur die Anfeuerungsrufe für den Gastgeber allmählich, auch wurde konkreter, dass der Bahnvierer den Schweizer Rekord anvisierte. Letztlich senkten Schir, Imhof, Froidevaux und Rüegg die alte Bestmarke um mehr als eine halbe Sekunde auf 3:54,210.

Eine Medaille hätte es auch für Aline Seitz im Scratch werden sollen. An dem Ort, an dem das 22-jährige Rad-Multitalent vor Jahresfrist einen Weltcupsieg feiern konnte, blieb ihr diesmal allerdings das nötige Glück verwehrt. Seitz, die sich sowohl auf dem Mountainbike, in der Bahn wie auch auf der Strasse wohl fühlt, wurde Siebte.

Beachsoccer-Nati im kleinen Final

Einen Rückschlag erlitt die Schweizer Beachsoccer-Nati. Im Halbfinal unterlag die Schweiz trotz zwischenzeitlicher 2:0-Führung gegen Spanien mit 3:5. Dennoch ist das Ziel einer Medaille noch in Reichweite. Im Duell um Bronze trifft die Schweiz am Samstag auf die Ukraine.

Bis in die Viertelfinals schaffte es Badminton-Spielerin Sabrina Jaquet. Dort unterlag sie der favorisierten Britin Kirsty Gilmour nach hartem Kampf. Während zwei Sätzen vermochte Jaquet der als Nummer 3 gesetzten Britin Paroli zu bieten. Nach gewonnenem Startsatz (22:20) stand die Romande im zweiten Durchgang sogar nur wenige Punkte vom Exploit und der damit verbundenen Halbfinal-Qualifikation entfernt.

Für die Schweizer Greco-Ringer Andreas Vetsch (bis 67 kg) und Nicolas Christen (bis 77 kg) bedeuteten jeweils die Achtelfinals Endstation. Vetsch unterlag dem Serben Mate Nemes 0:8, Christen blieb gegen den Türken Yunus Emre Basar (0:4) das Nachsehen.