Regio-Fussball
Dreimal einen Punkt beim Tabellenführer und zwei prominente Abgänge bei FCB U21 und FCB Frauen

Die regionalen Spitzenteams teilen sich mit den Tabellenführern die Punkte: In der Promotion League spielt der FC Basel U21 1:1 in Yverdon (Aufstiegsrunde) und der FC Black Stars 3:3 gegen YF Juventus (Abstiegsrunde). Und in der Women's Super League holen die FCB-Frauen ein 2:2 bei Meister Servette.

Alan Heckel und Jakob Weber
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U21-Trainer Matthias Kohler muss den Verein nach nur einem Jahr wieder verlassen.

U21-Trainer Matthias Kohler muss den Verein nach nur einem Jahr wieder verlassen.

Freshfocus

In der Aufstiegsrunde der Promotion League gastierte die U21 des FC Basel am Samstag in Yverdon. Die Romands, die bereits als Aufsteiger in die Challenge League feststehen, wollten sich bei den Rotblauen für die einzige Saisonniederlage revanchieren und starteten entsprechend angriffig. Immer wieder wurden die Gäste hoch angelaufen, doch diese vermochten sich zumeist spielerisch aus der Umklammerung zu lösen und verschafften sich dadurch die nötige Luft.

Nachdem der FCB die erste Druckphase unbeschadet überstanden hatte, fand er immer besser in die Partie. In der 38. Minute köpfelte Daniele Vesco Rotblau in Führung und kurz darauf verpasste Mihailo Stevanovic aus fünf Metern den zweiten Basler Treffer. Der Favorit hielt auch nach dem Seitenwechsel den Druck hoch und bei den Gästen begann sich der eine oder andere Fehler einzuschleichen, dennoch hätte Lirik Vishi das 0:2 erzielen können. Stattdessen fiel in der 86. Minute der Ausgleich, als die Vaudois nach einem Ballgewinn im Mittelfeld ein Überzahlspiel durch Gentian Bunjaku erfolgreich zu Ende brachten.

«Wenn man so kurz vor Schluss führt, will man auch gewinnen», sagte U21-Trainer Matthias Kohler, wies aber darauf hin, «dass es mir immer auch auf die Art und Weise ankommt». Und in dieser Beziehung musste Kohler seinem Team ein Kompliment machen: «Die Jungs haben gegen einen zukünftigen Challenge-Ligisten in der Spielauslösung die Ruhe behalten, wir hatten immer wieder gute Ballbesitzphasen.» Auch dank Fortschritten dieser Art ist der Basler Nachwuchs in der Aufstiegsrunde noch ungeschlagen.

Matthias Kohler muss gehen, Nachfolge unbekannt

Trotzdem wird Trainer Kohler seine Arbeit nach dieser Saison nicht fortsetzen dürfen. Dies teilte ihm die neue Führung letzte Woche mit. Im Communiqué, in dem Remo Gaugler vor zwei Wochen als neuer Nachwuchs-Chef präsentiert wurde, hatte der FCB bereits vermeldet, dass es zu personellen Veränderungen kommen wird. Namen wurden offiziell aber keine genannt.

Dass Martin Dellenbach keine Zukunft im FCB-Nachwuchs hat, sickerte damals bereits durch. Jetzt hat Matthias Kohler selber bestätigt, dass auch er Teil der personellen Umstrukturierungen im FCB-Nachwuchs ist. Dazu hat die bz erfahren, dass auch der österreichische Nachwuchstrainer Michael Steiner nicht wie vom FCB im April vermeldet aus Salzburg nach Basel kommen wird.

Wer nächste Saison die U21 des FC Basel trainieren wird, steht noch nicht fest. Dennis Hediger, der aus Thun kommen wird, fehlen aktuell noch die nötigen Diplome für die ältesten zwei Jahrgänge. Auch Kohler selber, der von Percy van Lierop im Sommer 2020 nach Basel geholt wurde, weiss noch nicht, wo er in Zukunft arbeiten wird.

Das Telegramm

Yverdon Sport FC – FC Basel U21 1:1 (0:1)

Municipal. – 100 Zuschauer. – Tore: 38. Vesco 0:1. 86. Bunjaku 1:1.

Yverdon: Martin; Alic (61. Perrault), De Pierro, Le Pogam, Zeneli (61. Bunjaku); Eleouet (46. Peyretti), Lusuena (46. Glauser), Kabacalman, Mobulu (46. Le Neün); Fargues; Cortelezzi.

Basel U21: Glaus; Spataro, Lurvink, Isufi, Levante; Gubinelli (78. Stajic); Suter (91. Pululu); Stevanovic; Manis (63. Jakob), Vesco, Vishi.

Bemerkungen: Yverdon ohne Danner, Morelli, Ninte, Nioby, Sejmenovic (alle verletzt) und Guedes (krank). Basel ohne Durrer, Ejupi, Gradaille, Jankowski, Moulin (alle verletzt) und Samba (krank). – Verwarnungen: 45.+2 Isufi (Unsportlichkeit), 77. Le Pogam, 81. Stajic (beide Foul).

Riola Xhemaili jubelt mit dem Team nach ihrem Tor zum 1:2. Es wird das Letzte im Trikot des FC Basel gewesen sein.


Riola Xhemaili jubelt mit dem Team nach ihrem Tor zum 1:2. Es wird das Letzte im Trikot des FC Basel gewesen sein.

Pascal Muller / Freshfocus

Im Stade de Genève gastierten die FCB-Frauen derweil bei Meister Servette. Bevor der Champion der Women's Super League den Pokal in die Höhe stemmen konnte, wollte der dem Publikum etwas bieten. Dies gelang vor allem in der hochattraktiven ersten Halbzeit, wobei auch die Baslerinnen grossen Anteil am Spektakel hatten. Vier teilweise herrliche Tore und drei Alu-Treffer gab es zu bestaunen, das 2:2-Schlussresultat stand bereits nach 34 Minuten fest.

Für den FCB trafen Sonja Merazguia, die nach einem Lattenknaller Kristina Sundovs das Leder aus kurzer Distanz humorlos ins Netz knallte (20., 1:1), und Captain Riola Xhemaili, die den Ball aus 20 Metern aus der Drehung ins Lattenkreuz zirkelte (26., 1:2). Es wird ihr letztes Tor im Trikot des FC Basel gewesen sein, denn Xhemaili wird den Verein verlassen. Denn die 18-jährige Solothurnerin wechselt nach drei Jahren beim FC Basel zur kommenden Saison zum SC Freiburg in die deutsche Bundesliga. Xhemaili gilt als eines der grössten Schweizer Talente im Frauenfussball und ist jetzt offenbar bereit, den nächsten Schritt zu gehen.

Ihre letzte Partie in der Schweiz tröpfelte in der 2. Halbzeit vor sich hin und nahm erst bei der Pokalübergabe nach der Partie wieder Fahrt auf, als die Frauen von Servette ihren ersten Titel feierten.

Das Telegramm

Servette FC Chênois Feminin – FC Basel Frauen 2:2 (2:2)

Stade de Genève. – 100 Zuschauer. – Tore: 11. Sarrasin 1:0. 21. Merazguia 1:1. 26. Xhemaili 1:2. 34. Peiro Gimenez 2:2.

Servette: Keizer; Hurni, Gillioz (78. Abbé), Spälti; Revelli, Serrano, Duclos (62. Arfaoui), Maendly, Soulard (91. Laaroussi); Peiro Gimenez (91. Di Pasquale), Sarrasin (62. Padilla).

Basel: Tschudin; Rey, Bunter, Hirschi; Saoud, Mayr, Schmid, Merazguia (73. Horning); Hoti (57. Jermann); Xhemaili, Sundov.

Bemerkungen: Servette komplett. Basel ohne Brunner, Burla, Csigi, Ferrara, Fockers, Huber, Sturgess, Surdez und von Rotz (alle verletzt/abwesend). – Verwarnungen: 49. Serrano, 69. Bunter (beide Foul). – 6. Lattenkopfball Sarasin. 20. Lattenschuss Sundov. 31. Corner von Sundov an die Latte.

Luftetar Mushkolaj und die Black Stars geben die Führung aus der Hand.

Luftetar Mushkolaj und die Black Stars geben die Führung aus der Hand.

Edgar Hänggi

Einen Punkt hätte der FC Black Stars in den letzten drei Runden der Abstiegsrunde der Promotion League im allerschlimmsten Fall noch holen müssen, um den Klassenerhalt zu sichern. Doch nach dem 3:3 gegen Tabellenführer YF Juventus war Samir Tabakovic nicht erleichtert und schon gar nicht erfreut. Der Black-Trainer regte sich vielmehr darüber auf, dass seine Equipe einen 3:1-Vorsprung leichtfertig aus der Hand gegeben hatte: «Wenn man ein Spiel gewinnen kann, sollte man dies auch tun!»

Die Basler hatten den Rückstand durch Patrick Pereira (18.) noch vor der Pause ausgleichen können, als Alexandre Edwige nach einer Freistossflanke Adriano Ferreiras per Kopf erfolgreich war (36.). Ein Penaltytreffer Antonio Fischers (49.) und ein Kontertor Moyo Uruejomas (81.) brachten das Heimteam schliesslich in Tuchfühlung mit drei Punkten. Doch weil man sich in der Folge unerklärlich passiv verhielt, wurde das Heimteam von Pereira noch zweimal dafür bestraft.

«Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht», kritisierte Tabakovic und dachte schon an die nächste Spielzeit: «Wir senden mit solchen Auftritten das falsche Zeichen aus! Die anderen Teams kommen jetzt mit dem Bewusstsein nach Basel, dass man dort auch nach Rückstand was holen kann!» Zwei Partien haben die Sterne noch, um etwas an diesem Eindruck zu ändern. «Vielleicht ist mit dem geschafften Ligaerhalt ja der Druck weg und wir können uns steigern», hofft Tabakovic.

Das Telegramm

FC Black Stars – SC YF Juventus 3:3 (1:1)

Buschweilerhof. – 100 Zuschauer. – Tore: 18. Pereira 0:1. 36. Edwige 1:1. 49. Fischer (Foulpenalty) 2:1. 81. Uruejoma 3:1. 84. Pereira 3:2. 87. Pereria 3:3.

Black Stars: Thürkauf; Ouedraogo, Edwige, Kaufmann (60. Mushkolaj), Zunic; Uruejoma, Fischer (81. Di Noto), Sevinc; Covella (46. Mumenthaler), Türkes, Ferreira (60. Muzangu).

YF Juventus: Bonorand; Nils von Niederhäusern, Villano, Lanza, La Rocca; Buqaj; Aliu, Zuffi, Teixeira (70. Causi), Pereira; Festic (60. Krasniqi).

Bemerkungen: Black Stars ohne Adamczyk, Babovic, Gaudiano, Iberdemaj (alle verletzt), Farinha e Silva (gesperrt) und Fazlija (kein Aufgebot). YF Juventus ohne Giampa, Robelli, Trachsel, Nick von Niederhäusern (alle verletzt), Akessi, Loue (beide abwesend), Kovacic und Makripodis (beide kein Aufgebot). – Verwarnungen: 9. Lanza, 39. Festic, 56. Ferreira, 92. Ouedraogo, 93. Nils von Niederhäusern (alle Foul).