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Ricky van Wolfswinkels langer Weg zurück: «Ich will noch einmal für den FCB spielen»

Nach seinem Aneurysma-Eingriff im Gehirn und dreimonatiger Zwangspause darf Ricky van Wolfswinkel wieder trainieren.

Nach seinem Aneurysma-Eingriff im Gehirn und dreimonatiger Zwangspause darf Ricky van Wolfswinkel wieder trainieren.

FCB-Stürmer Ricky van Wolfswinkel stand zwar wieder mit dem Team auf dem Platz, doch sein Weg zurück ist noch lang. Erstmals hat der Niederländer über seine schwierige Situation gesprochen.

Als Ricky van Wolfswinkel nach seinem operativen Eingriff im Gehirn im Herbst dieses Jahres erstmals auf der Tribüne im Joggeli Platz nimmt, beschleicht ihn ein ungutes Gefühl. Sein Leben lang hat der FCB-Stürmer Fussball gespielt, täglich mit der Mannschaft trainiert und am Wochenende zusammen um Punkte gekämpft. Doch das ist jetzt nicht mehr möglich. Weil die Ärzte im Gehirn des 30-jährigen Niederländers ein Aneurysma entdeckten, ist van Wolfswinkel für längere Zeit zum Zuschauen verdammt. «Ich muss nach Hause», sagt er zu seiner Frau und die Familie verlässt das Stadion, noch bevor die erste Halbzeit vorbei ist. «Ich hatte das Gefühl, dass ich auf dem Platz sein muss, um der Mannschaft und dem Verein zu helfen. Das war sehr schwierig für mich. Es war nicht möglich, dazusitzen und zuzuschauen», sagt van Wolfswinkel diese Woche im Club-TV, wo er von seiner Leidenszeit erzählt.

Kompliziert wird es nach dem Eingriff am Gehirn

Am 7. August wird van Wolfswinkel nach dem Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen den LASK nach einem Zusammenstoss mit Kopfschmerzen ins Spital gebracht. Dort wird zunächst nur eine Gehirnerschütterung dia­gnostiziert. Erst später entdecken die Ärzte ein Aneurysma. «Mir war direkt bewusst, dass ich jetzt lange Zeit nicht spielen kann», sagt van Wolfswinkel. Da der Stürmer nicht mit der ständigen Angst leben will, dass das Gefäss platzen und zu einer Hirnblutung führen könnte, entscheidet er sich für einen Eingriff. Drei Wochen nach dem LASK-Spiel wird er erfolgreich operiert. Am 30. August kann van Wolfswinkel das Spital wieder verlassen.

Der Eingriff ist ohne Komplikationen verlaufen. Doch kompliziert wird es für van Wolfswinkel trotzdem. Denn er darf drei Monate lang überhaupt keinen Sport machen. «Ich hatte plötzlich sehr viel Zeit und habe mir auch Gedanken über das Leben gemacht», sagt er. Vor allem einen Gedanken wird van Wolfswinkel dabei nach eigener Aussage nicht los: «Mein einziges Ziel war es, zurückzukommen und wieder für den FCB zu spielen.» Am 11. Dezember kehrt van Wolfswinkel ein erstes Mal mit der Mannschaft auf den Trainingsplatz zurück. Doch den Gerüchten um ein Blitzcomeback schiebt der FCB schnell den Riegel vor: «Van Wolfswinkel kann zwar wieder mit dem Ball trainieren, doch Körperkontakt und Kopfbälle sind strikt untersagt», vermeldet der Verein.

Van Wolfswinkel selber wird jetzt etwas konkreter: «Es war gut, wieder auf dem Platz zu stehen. Aber das war nur der erste von vielen Schritten. Ich brauche noch Zeit für meine Genesung, mindestens drei Monate, vielleicht auch länger.»

Ende Februar steht fest, wie lange er noch fehlen wird

Ende Februar stehen Tests auf dem Programm. Dann entscheiden die Ärzte, wie lange van Wolfswinkel noch auf Körperkontakt und Kopfbälle verzichten muss. Erst anschliessend ist ein Comeback denkbar. Bis dahin muss sich der Niederländer gedulden. Doch immerhin kann er die Wartezeit jetzt wieder mit Sport überbrücken. «Urlaub gibt es über Weihnachten nur kurz. Ich darf ja wieder trainieren, also will ich auch etwas machen. In zwei Wochen bin ich ein Marathonläufer», sagt er und lacht. Sein persönlicher Marathon soll van Wolfswinkel am liebsten noch in dieser Saison zurück auf den Rasen im Joggeli führen.

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