Rudern
Sowohl im Sprint, als auch im Klassiker: Auf dem Rhein dominieren die Niederländer

Die 11. Basel Head Regatta wurde zu einem Schaulaufen der niederländischen Ruderer.

Riccardo Ferraro
Drucken
Teilen
Der Holland Achter war das schnellste Boot auf dem Rhein.

Der Holland Achter war das schnellste Boot auf dem Rhein.

Detlev Seyb

Als Tramfahrer ist es nicht immer einfach, die Mittlere Brücke zu passieren. Mal muss sie umfahren werden und mal ist sie voll mit Fussgängern. Was normalerweise auf ein Feuerwerk auf dem Rhein oder die Fasnacht schliessen lässt, ist am Samstag bei der Basel Head Regatta auch der Fall. Das traditionelle Ruderrennen findet auf dem Rhein statt, und die Mittlere Brücke bildet den Start für den Sprint. Der Kommentator sagte schon früh:

«Trams und Busse halten für Ruderfans nicht immer so schnell wie erhofft. Bleiben Sie also auf einer Seite der Brücke stehen.»

Dieser und seine zwei Kolleginnen hatten keinen einfachen Tag. Mal wurde vom Schiedsrichterboot die Startreihenfolge verändert, mal versagte die Technik. So versuchten sie mit allen möglichen Hilfsmitteln, die Zuschauer auf dem Laufenden zu halten. Beispielsweise setzten sie ein Fernglas ein, um die Startnummern zu sehen und somit die Boote zu identifizieren.

Die Sportler gaben ebenfalls alles. Noch bevor das erste Boot im Wasser war, waren die Steuerfrauen und Männer zu hören. Gut hörbar dirigierten sie die Crew beim Transportieren der Boote an Land. Im Wasser waren sie dann selbstverständlich die Lautesten. «Los, alle zusammen. Ihr wollt doch gewinnen, oder? Also konzentriert euch», schrie die Steuerfrau des Masters-Boots vom Rowing Club Bern.

Schreien müsste sie jedoch nicht. Um die Kommunikation mit den Ruderern zu garantieren, sind die Steuerleute mit einem Mikrofon ausgestattet. Unter jedem Ruderplatz ist ein kleiner Lautsprecher mit dem Mikrofon verbunden. Da die zahlreichen Fans jedoch oft lauten Applaus spendeten und sich mit Anfeuerungen nicht zurückhielten, konnte ein lautes Kommando sicherlich nicht schaden.

Spannende Sprints und ein verregneter Klassiker

Das erste Duell des Tages fand um 10.30 Uhr statt. Da auf dem Rhein fliegend gestartet wurde, war es für die Zuschauer schwierig, direkt zu sehen, wer das Duell jeweils gewonnen hatte. Schliesslich kam es für die Gesamtwertung jedoch nur auf die gefahrene Zeit an. Sowohl für die Zuschauer als auch für die Teams steigerte der Duellmodus aber die Spannung. In beiden Elite-Kategorien gewann am Ende ein niederländisches Team.

Bei den Herren war dies der Holland-Achter und bei den Damen das A.S.R. Nereus Team. Beste Schweizer waren bei den Herren der Club Canottieri Lugano, und bei den Damen war die RGM RC Erlenbach/SC Luzern erfolgreich.

In der Kategorie Damen-Elite gewann der Niederländische Klub A.S.R. Nereus das Classic-Rennen.

In der Kategorie Damen-Elite gewann der Niederländische Klub A.S.R. Nereus das Classic-Rennen.

Am Nachmittag startete dann der Klassiker. Auf der 6,4 Kilometer langen Strecke traten nochmals alle Teams gegeneinander an. In einem 30-Sekunden-Takt starteten die Boote bei der Klingentalfähre. Vorsicht war bei der Wende vor dem Kraftwerk geboten.

Auf der Strecke waren zudem zahlreiche Schiedsrichter stationiert, die das Renngeschehen genau im Auge hatten. So wurden die Boote, die nicht regelkonform fuhren, mit 30-Sekunden-Strafen belegt. Nach 18:28,88 Minuten kam der Holland-Achter bereits wieder im Ziel an und stellte so einen neuen Rekord auf.

Auch bei den Frauen gewannen die Niederländerinnen. Der Rowing Club Bern konnte die Ziele nicht erreichen und beendete das Rennen auf dem dritten Platz der Kategorie Masters Herren. Weil es zu regnen begann, verabschiedeten sich die Zuschauer zum Ende schnell. Die Mittlere Brücke leerte sich, und die Tramführer konnten diese nun wieder beruhigt passieren.

Aktuelle Nachrichten