Rudern
Ein Boot voller Edelmetall: Dem Basel Head ist ein waschechter Coup gelungen

Wenn am Samstag im Rahmen des Basel Head auf dem Rhein gerudert wird, lohnt sich der Blick auf einen ganz besonderen Achter.

Jakob Weber
Drucken
Teilen
Das gab es noch nie: Am Samstag versammelt sich die Weltklasse im Zweier- oder Einerrudern gemeinsam in einem Achterboot auf dem Rhein.

Das gab es noch nie: Am Samstag versammelt sich die Weltklasse im Zweier- oder Einerrudern gemeinsam in einem Achterboot auf dem Rhein.

Kenneth Nars (Archiv)

Martin Sinkovic ist in Kroatien ein Volksheld. Der 32-Jährige hat mit seinem 15 Monate älteren Bruder Valent Sinkovic das Kunstwerk fertiggebracht, 2012 bei den Olympischen Spielen in London im Doppelvierer Silber zu gewinnen, 2016 in Rio im Doppelzweier Gold zu gewinnen und in Tokio im Zweier ohne Steuermann ebenfalls Olympiasieger zu werden. Die Sinkovic-Brüder sind damit die Stars der Ruderszene, denn der Wechsel zwischen den Disziplinen Doppelzweier und Zweier ohne Steuermann bedingt vor allem einen Technikwechsel vom Doppelruder zum Einerruder, dem sogenannten Riemen.

Ein solcher Wechsel ist eher unüblich und in der Szene schüttelten viele Experten den Kopf, als die Sinkovics verkündeten, jetzt auch im Zweier ohne Steuermann Olympiasieger werden zu wollen. Doch es scheint fast so, als müssten sich die Brüder das Leben selber schwer machen, um im Rudersport weiter gefordert zu werden. Denn neben drei Olympischen Medaillen haben Martin und Valent auch sechs Mal WM-Gold und fünf Mal EM-Gold gewonnen. Die Verwunderung hielt sich in Grenzen, als beide jüngst verkündeten, jetzt wieder im Doppelzweier Medaillen einzuheimsen.

Den Veranstaltern ist ein veritabler Coup gelungen

Am Samstag stellt sich Martin Sinkovic nach der kurzfristigen Absage seines Bruders in Basel einer neuen Herausforderung. Beim elften Basel Head sitzt der kroatische Ruder-Star in einem illustren Achterboot. Im «EuropeanEight» haben die Veranstalter gleich acht Medaillengewinner von Tokio vereint und damit für das Highlight am diesjährigen Basel Head gesorgt.

Hinter Sinkovic sitzen die Rumänen Marius Cozmiuc und Ciprian Tudosa, die in Tokio eine Sekunde hinter den Sinkovic-Brüdern im Zweier ohne Steuermann Silber gewannen. Dann kommen mit den Niederländern Stefan Broenink und Martin Twellaar die Silbermedaillen-Gewinner im Doppelzweier. Ausserdem im Boot ist der Goldmedaillen-Gewinner im Einer, der Grieche Stefanos Ntouskos, und die beiden Goldmedaillen-Gewinner im Leichtgewichts-Doppelzweier, Paul O’Donovan und Fintan McCarthy. Die beiden Iren bilden den Schluss des Bootes, weil sie am wenigsten Gewicht mitbringen.

Martin Sinkovic, Marius Cozmiuc, Ciprian Tudosa, Stefan Broenink, Martin Twellaar, Stefanos Ntouskos, Paul O’Donovan und Fintan McCarthy (v.l.n.r.) haben alle in Tokio eine Olympiamedaille gewonnen.

Martin Sinkovic, Marius Cozmiuc, Ciprian Tudosa, Stefan Broenink, Martin Twellaar, Stefanos Ntouskos, Paul O’Donovan und Fintan McCarthy (v.l.n.r.) haben alle in Tokio eine Olympiamedaille gewonnen.

key/zvg

Vier amtierende Olympiasieger und vier Olympiazweite sitzen also am Samstag in einem Boot und bestreiten ab 14 Uhr das Rennen von der Kaserne vors Birsfelder Kraftwerk und zurück. 18 Minuten und 41 Sekunden beträgt der Streckenrekord des Deutschland Achters, der aufgrund des niedrigen Rheinpegels in diesem Jahr wohl nur schwer zu knacken sein wird.

Doch es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Ruder-Stars, die eigentlich in kleineren Booten Weltklasse sind, an die unterschiedlichen Begebenheiten im Achter anpassen. Je nachdem, wie gut das gelingt, wie synchron die Ruder in den Rhein stechen, kann der «EuropeanEight» auch mit den arrivierten Achtern wie dem Deutschland- oder dem favorisierten Holland-Achter mithalten und um den Sieg fahren.

Die Redaktion empfiehlt:

Aktuelle Nachrichten