Eishockey Playoffs

SCB kann Playoff, Biel noch nicht - Bern gleicht Halbfinal-Serie aus

Biel-Goalie Jonas Hiller (l.) reklamiert, die Berner feiern: Der umstrittene Treffer zum 1:0 für den SC Bern.

Biel-Goalie Jonas Hiller (l.) reklamiert, die Berner feiern: Der umstrittene Treffer zum 1:0 für den SC Bern.

Der SC Bern schlägt Biel auswärts mit 5:2. Ein kurioses, aber reguläres Tor weist Biel den Weg in die Niederlage – und ins «Aus»?

Die vielleicht entscheidende Niederlage der Bieler in diesem Halbfinal lässt sich mit einem ganz banalen Satz erklären: Eishockey ist ein unberechenbares Spiel, ausgetragen auf einer rutschigen Unterlage.

Den Anfang vom Ende für Biel bringt nämlich eines der kuriosesten Tore unserer Playoff-Geschichte seit 1986. Jonas Hiller steht – im Glauben, die Partie sei unterbrochen – locker hinter dem Tor. Die Scheibe rutscht derweil vor das Tor, wo Simon Moser heranstürmt und zum 1:0 für den SCB einschiebt.

Biels unglücklicher Goalie reklamiert wütend. Der Puck sei zuvor von ausserhalb des Spielfeldes bei der Bieler Spielerbank aufs Eis zurückgesprungen.
War das so?

Kurioses, aber reguläres Tor

Die TV-Bilder, die von den Schiedsrichtern in diesem Falle ohnehin nicht hätten herangezogen werden dürfen, liefern keinen hundertprozentigen Beweis, dass der Puck in vollem Umfang ausserhalb des Spielfeldes war, als er von der Kante des Plexiglases aufs Eis zurückprallte. Und es war auch kein unerlaubter SCB-Befreiungsschlag. Also: kurioses, aber reguläres Tor.

Eishockey ist eben ein so unberechenbares Spiel, dass selbst einer der besten Schweizer Torhüter aller Zeiten von einer kuriosen Situation überrascht werden kann. Dieser Treffer ist zu hundert Prozent der Fehler von Jonas Hiller. Wie sich am Ende zeigen wird, ist dieser fatale erste Gegentreffer eine Hypothek, welche die Bieler nicht mehr amortisieren können. In einer Partie, in welcher der erste Treffer grosse, schicksalsschwere Bedeutung hat.

Zweite Chance

Biel ist nämlich dazu verurteilt, der drohenden Niederlage davon zulaufen und zelebriert das spektakulärere, modernere aber eben auch schwierigere, anspruchsvollere Hockey. Erfolgreich kann es nur cool und selbstbewusst zelebriert werden. Wie aber cool und selbstbewusst sein, wenn man schon vor dem Spiel nervös ist und dann gleich ein solches «Ei» kassiert?

Der SCB gerät nie in Rückstand, muss nie den Ausgleich hinnehmen und kann den Vorsprung verwalten. Die Bieler geben zwar auch nach dem 0:2 nicht auf, raffen sich noch einmal zu druckvollem Angriffsspiel auf.

Sie bekommen von den Hockeygöttern sogar eine zweite Chance. Und wieder gibt es Diskussionen: Grégory Sciaroni checkt Jan Moser in die Bande (27.). Der Bieler hat zwar die Scheibe und darf dementsprechend gescheckt werden.

Aber es ist ein Check in die Bande. Das Regelwerk sieht zwei Möglichkeiten vor: 2 plus 10 Minuten oder 5 Minuten plus Restausschluss. Für einen gewöhnlichen Bandencheck gibt es 2 Minuten. Aber es ist ein mit Anlauf und Wucht geführter Check in die Bande. Das scharfe Strafmass (5 Minuten) ist richtig. Die Bieler nützen diese letzte Chance zum Anschlusstreffer (1:2).

Der entscheidende Berner Sieg?

Ein Tor müsste eigentlich im Schlussabschnitt aufzuholen sein. Eigentlich. Tatsächlich lassen sich die Bieler selbst vom 1:3 (44.) nicht entmutigen, schaffen nochmals den Anschluss zum 2:3 (49.). Aber die defensiven Schablonen von Kari Jalonen halten diesmal und der SCB rettet den Sieg in dieser intensiven, hochstehenden Partie über die Zeit und gleicht diesen Halbfinal aus.

So wie das 0:1 für diese Partie entscheidend war, so könnte sich am Ende diese 2:5-Niederlage als die entscheidende, als der Wendepunkt in diesem Halbfinal erweisen. Der SCB kann Playoff. Biel noch nicht.

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