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Der FC Schattdorf verspielt seine letzte Rettungschance

Der FC Schattdorf unterliegt im Derby dem FC Brunnen mit 0:2. Damit steht der Abstieg in die 2. Liga regional so gut wie fest.

Urs Hanhart
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Der Schattdorfer Berke Özyürek versucht es vergeblich mit einer Direktabnahme.

Der Schattdorfer Berke Özyürek versucht es vergeblich mit einer Direktabnahme.

Bild: Urs Hanhart

Das am Samstag vor einer ansehnlichen Kulisse ausgetragene Auswärtsspiel gegen den Tabellenachten Brunnen hätte Schlusslicht Schattdorf unbedingt gewinnen müssen, um den Anschluss in der Gruppe 4 der 2. Liga interregional nicht vollends zu verlieren. Die drei in der Tabelle unmittelbar vor den Urnern liegenden Mannschaften von Novazzano, Goldau und Eschenbach bezogen in der 23. Runde allesamt Niederlagen. An der nötigen Schützenhilfe fehlte es also nicht.

Doch das Team aus dem alten Landsgemeindedorf konnte daraus keinen Profit schlagen. Der scheidende Schattdorfer Trainer Gabriel Gabriel brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt, indem er bilanzierte: «Wir haben sehr unglücklich gekämpft und zahlreiche gute Torchancen nicht genutzt. Die heutige Partie war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Wir haben einmal mehr Lehrgeld bezahlt.»

Brunnen agiert deutlich abgeklärter

Die Gäste aus dem Kanton Uri starteten sehr fulminant ins Spiel. In der 3. Minute hämmerte Berke Özyürek eine Direktabnahme spektakulär über die Latte – und nur wenige Augenblicke später hatte Patrik Stampfi, der von Captain Ramon Scheiber massgeschneidert bedient worden war, den Führungstreffer auf dem Fuss.

Im Vergleich zu den Schattdorfern agierten die Platzherren deutlich abgeklärter und effizienter. Matej Schwendt bescherte dem FC Brunnen in der 24. Minute gleich mit der ersten richtigen Möglichkeit das 1:0. Zum Erfolg kam er mit einem beinahe ansatzlosen Schuss aus der Drehung. Der FC Schattdorf versuchte, postwendend zu reagieren. Ein Abschluss aus vollem Lauf von Patrik Stampfli in der 36. Minute prallte vom linken Pfosten direkt vor die Füsse von Robin Mahrow, dem das Abstaubertor jedoch verwehrt blieb, weil er zu ungenau zielte.

Kurz nach dem Seitenwechsel folgte die nächste kalte Dusche für die Gabriel-Elf: Marco Wiget lenkte einen flach getretenen Freistoss zum 2:0 ins Tor ab. Nun mussten die Gäste ihre Offensivbemühungen weiter verstärken, wodurch die Hausherren zu mehreren gefährlichen Konteraktionen kamen. Schattdorf-Keeper Livio Mahrow hatte zweimal Glück, nachdem er weit ausserhalb des Strafraums zu klären versuchte, aber den Ball nicht wunschgemäss wegbrachte. In der Schlussviertelstunde stemmte sich der Tabellenletzte nochmals mit aller Macht gegen die verheerende Niederlage. Doch er schaffte es trotz mehrerer Topchancen nicht, den Anschlusstreffer zu markieren und eine Wende zu erzwingen.

Weiterkämpfen bis zum Schluss

«Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat vor allem auch in kämpferischer Hinsicht eine starke Leistung gezeigt», meinte Trainer Gabriel. «Über das ganze Spiel gesehen waren wir in meinen Augen das bessere Team. Aber es fehlte das nötige Abschlussglück. Zudem hat der Schiedsrichter einige fragwürdige Entscheide getroffen.»

Schattdorf liegt drei Runden vor Schluss acht Punkte hinter dem rettenden 11. Platz. Damit steht der Abstieg so gut wie fest. Doch Gabriel möchte trotzdem keine Kehrausstimmung aufkommen lassen. Er betonte: «Wir werden auch in den Partien gegen die beiden Spitzenreiter Taverne und Emmenbrücke sowie im abschliessenden Spiel gegen Hergiswil alles geben und versuchen, noch den einen oder anderen Punkt einzufahren. Es geht darum, uns würdig aus der Liga zu verabschieden.»

Neues Trainergespann

Ab der kommenden Saison steht die 1. Mannschaft des FC Schattdorf unter neuer Leitung. Jonas Enz und Thomas Zberg ersetzen den abtretenden Trainer Gabriel Gabriel und werden fortan zusammen mit Reto Infanger für die Geschicke des aktuellen 2. Liga-inter-Teams zuständig sein. Enz und Zberg sind im Verein bestens bekannt und verwurzelt. Beide durchliefen sämtliche Juniorenstufen, waren über mehrere Jahre hinweg Aktivspieler und bringen bereits einen grossen Rucksack an Erfahrung als Aktivtrainer mit. Jonas Enz war Trainer der 2. Mannschaft, Thomas Zberg trainierte zuerst die 1. Mannschaft des FC Schattdorf, bevor er beim Kantonsrivalen Altdorf an der Seitenlinie stand. FCS-Sportchef René Gnos, ist überzeugt davon, mit dem neuen Trainergespann eine ideale Lösung gefunden zu haben. «Wir haben mit Jonas, Thomas und Reto ein Trainergespann, das unsere Strategie, eigene und junge Spieler zu fördern, erfolgreich weiterführen kann», sagt er. «Mit ihrer Kompetenz und Erfahrung sind wir uns sicher, dass unsere 1. Mannschaft weitere Fortschritte erzielen kann.» (rbo)

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