Leichtathletik
Lang schnuppert beim Triumph in Langenthal an der magischen Höhe

Die Baslerin Salome Lang steigerte sich an den Schweizer Meisterschaften in Langenthal nur eine Woche nach ihrem Schweizer Rekord weiter – und sorgte für den Höhepunkt nicht nur aus Basler Sicht.

Jörg Greb aus Langenthal
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Salome Lang jubelt, nachdem sie als erste Schweizerin überhaupt die 1,97 Meter übersprungen hat.

Salome Lang jubelt, nachdem sie als erste Schweizerin überhaupt die 1,97 Meter übersprungen hat.

Andy Mueller / Freshfocus

Und plötzlich bebte das Stadion Hard in Langenthal. Die Basler Hochspringerin Salome Lang begnügte sich nicht mit dem Meistertitel, der nach ihren übersprungenen 1,88 Metern feststand. Die 23-Jährige meisterte auch 1,91 und 1,94 Meter. Und nun liess sie 1,97 Meter auflegen: neuer Schweizer Rekord, ein Zentimeter mehr als eine Woche zuvor bei ihrem ersten Schweizer Outdoor-Rekord und der Olympialimite. Und Lang reüs­sierte bei Versuch erneut beim dritten und letzten Anlauf. Es handelte sich hierbei um den einzigen Elite-Schweizer-Rekord dieser Titelkämpfe. Das fachkundige Publikum wusste die Leistung zu honorieren.

Salome Lang aber liess es damit nicht bewenden. Als erste Schweizer Hochspringerin versuchte sie es an den magischen 2 Metern. Sie scheiterte. Scheiterte aber zweimal nur ganz knapp. Um ein Versprechen für die Zukunft soll es sich handeln. Und Lang strahlte:

«Dass es an diesem Sonntag so hoch hinausgehen könnte, kann ich kaum glauben.»

Der Erfolg der Vorwoche kostete Kraft. Zeit, ihn zu verarbeiten und um zu verarbeiten, aber fehlte. «Ich wollte nicht ausruhen», sagte sie und schenkte den nationalen Meisterschaften nochmal volle Konzentration. «Du bist in Form, jetzt geniesse ich nur und sauge alles auf, was noch kommt», sagte sie sich.

Salome Lang springt mit 1,97 Metern zum zweiten Mal in diesem Monat einen neuer Schweizer Rekord.

Salome Lang springt mit 1,97 Metern zum zweiten Mal in diesem Monat einen neuer Schweizer Rekord.

Andy Mueller / Freshfocus

Von Lang inspirieren liess sich auch der Basler Werfer Gregori Ott. Am Team-Europacup stand er zum Zeitpunkt von Langs (erstem) Rekordsprung selber im Wettkampf. Und jene Riesenmotivation trug er auch eine Woche später noch in sich. Hinzugekommen ist eine weitere. «Ich hatte den Kopf woanders als beim Kugelstossen und beim Diskuswerfen», sagte er.

Mit seiner Frau erwartet Ott Nachwuchs. «Ich war immer bereit, sofort loszufahren», sagte er. Er musste es nicht tun und kehrte stattdessen mit Gold und neuer persönlicher Bestleistung (54,91 Meter) vom Diskuswerfen und Silber vom Kugelstossen (16,90 Meter) heim.

Hürdensprinter Jason Joseph meldet sich zurück

Die Lockerheit von Salome Lang gewünscht hätte sich auch einer, der sich in der Vergangenheit schon diverse Male genau durch diese Charaktereigenschaft ausgezeichnet hatte: Jason Joseph, der Schweizer Rekordhalter im Hürdensprint und U23- und U20-Europameister. Auch er reüs­sierte und gewann den Titel. Alles andere als selbstverständlich, lief es ihm in den letzten Wochen überhaupt nicht. Weit hinter den Erwartungen und Hoffnungen blieb er zurück. «Alle Widersacher laufen immer schneller und vor allem schneller als ich», konstatierte er in den Tagen vor der Entscheidung.

Schon im Halbfinal aber sah Joseph, «dass die Verletzungsgeschichte überwunden ist». Im Final steigerte er sich weiter, und die Siegerzeit von 13,37 Sekunden entspricht endlich in etwa seinen Vorstellungen. Da spielte es für den 22-Jährigen eine untergeordnete Rolle, dass der Rückenwind mit 2,6 m/s zu stark blies, um als regulär zu gelten. Platz 2 ging mit 13,72 Sekunden an den Liestaler Zehnkämpfer Finley Gaio.

Finley Gaio kann mit Jason Joseph nicht ganz mithalten.

Finley Gaio kann mit Jason Joseph nicht ganz mithalten.

Andy Mueller / Freshfocus

Für die Basler Goldmedaillen 4 und 5 verantwortlich zeichneten Alex Wilson (200 Meter in 20,84 Sekunden) und Matthias Steinmann (Zehnkampf mit 7461 Punkten).