Ski alpin

10 Jahre ohne Podestplatz: Retten Aerni und Murisier die Rennen in Adelboden?

Marcel Hirscher, hier bei der Einfahrt in den Zielhang im vergangenen Jahr, ist auch 2018 der grosse Favorit am Chuenisbärgli.

Marcel Hirscher, hier bei der Einfahrt in den Zielhang im vergangenen Jahr, ist auch 2018 der grosse Favorit am Chuenisbärgli.

2008 gewann Marc Berthod den Riesenslalom am Chuenisbärgli in Adelboden. Seither warten die Fans auf einen Heimsieg. Seit 10 Jahren stand nie mehr ein Schweizer auf dem Podest. Können dies Luca Aerni und Justin Murisier ändern?

10 Jahre sind eine lange Zeit. Besonders, wenn man sie wartend verbringt. Seit 2008 hat in Adelboden kein Schweizer mehr gewonnen. Damals konnte Marc Berthod, der 2007 schon den Slalom am Chuenisbärgli gewann, den Riesenslalom für sich entscheiden. Er siegte vor Daniel Albrecht.
Seither waren ein vierter Rang von Sandro Viletta 2009 im Riesenslalom und ein sechster Rang von Marc Gini 2010 im Slalom die Schweizer Bestresultate in Adelboden. 10 Jahre ohne Schweizer Podestplatz– seit 1967 das erste Weltcuprennen in Adelboden durchgeführt wurde, dauerte die Schweizer Wartezeit nie länger.

Der neidische Blick nach Wengen

Diese Negativserie steht im krassen Kontrast zum anderen Event im Berner Oberland. In Wengen gab es seit 2008 einzig vor zwei Jahren keinen Schweizer Podiumsplatz. Dafür in zehn Jahren bereits sieben Heimsiege. Und obwohl die Organisatoren in Adelboden jährlich fast 40 000 Besucher zählen, stellt sich mit jeder Austragung die Frage: Wie lange noch?


Während die Veranstalter alles dafür tun, damit die Rennen jedes Jahr stattfinden können, haben sie auf die Leistungen der Schweizer keinen Einfluss und sind so auf fremde Retter angewiesen. Nur wird vor und nach den Rennen am Chuenisbärgli von den Schweizer Trainern schon lange auf das Gleiche verwiesen: ein starkes und junges Technikerteam, das einfach noch Zeit brauche.

Die Negativserien

Doch mit jedem Jahr ohne Schweizer Podestplatz im Riesenslalom (Carlo Janka war im März 2011 in Kranjska Gora der Letzte, dem dies gelang) und im Slalom (Silvan Zurbriggen stand im Januar 2010 in Schladming auf dem Podest) wurden die jungen Athleten älter und die Durchhalteparolen unglaubwürdiger. Bis Luca Aerni mit 24 Jahren der Gegenbeweis gelang. Kurz vor Weihnachten verpasste er im Slalom in Madonna di Campiglio den Sieg um vier Hundertstelsekunden. Rang zwei war aber der Beweis dafür, dass es eben doch nur eine Frage der Zeit war, bis die Negativserie im Slalom endet.


Zuvor war der Kombiweltmeister von St. Moritz mehrmals nahe am Podest. Nur eben nie darauf. Gleiches gilt nun im Riesenslalom für Justin Murisier. Der 25-Jährige will dies am liebsten schon heute Samstag in Adelboden ändern und zum Retter werden, der Aerni am im Slalom-Sonntag sein soll. Nur bleibt bei Murisier zumindest bis zum Rennen die Möglichkeitsform. Der Beweis muss folgen.


Aerni hat diesen in Italien ein erstes Mal erbracht und danach gesagt: «Der Podestplatz im Slalom bedeutet für mich fast noch mehr als der WM-Titel in der Kombination.» Weil Gold in St. Moritz zufälliger kam und in einer Disziplin, die schon bald aus dem Weltcupzirkus verschwinden könnte. Sein Fokus, seine Aufbauarbeit galt in erster Linie dem Slalom. Die Belohnung ist darum umso süsser.

Adelboden träumt

Noch schöner wäre für Aerni aber ein Slalom-Podestplatz in der Schweiz. Von einem Sieg am Chuenisbärgli oder eine Woche später in Wengen träumt er, seit er ein Kind ist. Und in Adelboden träumen sie mit: von den Rettern aus der Schweiz.

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