Snowboard

Die Ära Van Wijnkoop startet mit Verletzungssorgen

Julie Zogg ist eines der Aushängeschilder der Schweizer Alpin-Snowboarderinnen

Julie Zogg ist eines der Aushängeschilder der Schweizer Alpin-Snowboarderinnen

Die Alpin-Snowboarder starten heute im russischen Skigebiet Bannoje mit neuem Cheftrainer in die Weltcup-Saison. David van Wijnkoop tritt die schwierige Nachfolge von Christian Rufer an.

Es war ein standesgemässer Abschied, als im vergangenen März die Ära von Christian Rufer als Cheftrainer der Alpin-Snowboarder in Winterberg nach insgesamt 13 Saisons ihr Ende fand. Patrizia Kummer, die Olympiasiegerin von 2014, sicherte der Schweiz im letzten Parallel-Slalom der Saison 2019 den Sieg, Ladina Jenny schaffte es als Dritte neben ihrer Teamkollegin aufs Podest, und Julie Zogg durfte die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Disziplinenwertung entgegen nehmen.

Sechs Olympiamedaillen und 15 Mal WM-Edelmetall gehen auf Rufers Schaffen im Verband zurück. Es sind Werte, die ihresgleichen Suchen, das ist man sich auch bei Swiss-Ski bewusst. Entsprechend gross ist die Lücke, die Rufers Nachfolger David van Wijnkoop ab dieser Saison zu füllen hat. Der 31-jährige Bündner profitiert dabei davon, dass er die letzten Jahre bereits unter Rufer gearbeitet hat und die Athleten und Abläufe im Schweizer Team bestens kennt.

Dennoch war Van Wijnkoop, vor vier Jahren selber noch als Alpin-Snowboarder unterwegs, vom ersten Tag an gefordert. Besonders das Team der Männer beschäftigte ihn vor dem Start in den Weltcup am Samstag intensiv. Im September erreichte den neuen Coach die Nachricht, dass Dario Caviezel - der aufstrebende 24-Jährige erreichte vergangene Saison drei Podestplätze - aufgrund eines Knorpelschadens und der daraus folgenden Operation erst später in die Saison würde starten können.

Mitten im Trainingslager in Schweden erhielt Van Wijnkoop letzten Monat die nächste Hiobsbotschaft: Nach Caviezel würde auch Teamleader und Olympiasieger Nevin Galmarini nicht um eine Operation umhinkommen. Beim 32-jährigen Engadiner meldete sich zum wiederholten Mal der Rücken, diesmal so heftig, dass die Operation schnellstmöglich durchgeführt wurde, um Spätfolgen und langfristige Probleme zu vermeiden. Wie lange Galmarini pausieren wird, ist unklar. Klar dagegen ist, dass die Schweiz bei den Männern in Russland einzig durch Kaspar Flütsch - der nach eineinhalb jähriger Verletzungspause sein Comeback gibt - vertreten sein wird.

Im Feld der Frauen stehen Rufers Nachfolger mit Weltmeisterin Zogg, Olympiasiegerin Kummer und der WM-Dritten Jenny beim Saisonstart drei Podiumsanwärterinnen zur Verfügung. Was nach Luxus klingt, birgt bei den Alpinen allerdings seine Tücken: Es besteht die Gefahr, dass sich das schlagkräftige Trio gegenseitig aus dem Rennen nimmt. Wie an den Weltmeisterschaften im Februar, als Zogg auf dem Weg zum Titel Teamkollegin Kummer in den Viertelfinals aus dem Rennen warf.

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