Der 30-Jährige hat die Medien zu einer Pressekonferenz nach Salzburg geladen, die moderiert von Marco Büchel unter dem Motto «Rückblick, Einblick, Ausblick» stattfindet. Das sei nur so zu deuten, ist man sich im Nachbarland einig, dass Hirscher zurücktrete.

Dass ORF 2 die Pressekonferenz ab 20.15 Uhr live überträgt, zeigt die Bedeutung Hirschers in seiner Heimat. Denn der Sender hat deswegen sogar die TV-Debatte vor der Nationalratswahl nach hinten geschoben, erst ab 21 werden die Spitzenkandidaten der Parteien streiten.

Hirscher war der dominierende Skirennfahrer des letzten Jahrzehnts. In den vergangenen acht Wintern gewann er in jeder Saison den Gesamtweltcup. Der Slalom- und Riesenslalom-Spezialist entschied 67 Weltcuprennen für sich und belegt damit in der ewigen Bestenliste Rang 3 hinter Ingemar Stenmark und Lindsey Vonn. Er wurde sieben Mal Weltmeister und 2018 in Pyeongchang Doppel-Olympiasieger.

Teilnahme an der Rallye Dakar?

Zuletzt hatte es Ende Juli geheissen, Hirscher habe sich noch nicht entschieden, ob er die Karriere fortsetzt. Des öfteren hatte sich der fünfmalige Sportler des Jahres in Österreich in der Vergangenheit darüber beklagt, welch grosser Wirbel um seine Person gemacht wird. Er besitzt in Österreich den Stellenwert, den Roger Federer in der Schweiz geniesst. Seit dem vergangenen Sommer ist Marcel Hirscher mit seiner langjährigen Partnerin Laura Moisl verheiratet, im Oktober kam das erste Kind des Paares zur Welt.

Felix Baumgartner, der Österreicher, der aus dem All sprang, ist überzeugt: Die Ski-Karriere mag vorbei sein, aber nicht Hirschers Sport-Karriere. «Dafür ist er noch zu jung, steht zu voll im Saft, ist er zu sehr wettbewerbsorientiert», so Baumgartner bei «heute.at». «Marcel ist ja ein Multi-Sporttalent, kann alles extrem gut: Bike, Auto, Kajak. Ich bin absolut sicher, dass er in den nächsten Jahren einmal mit dem Motorrad die Rallye Dakar fahren wird.» (ram)

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