Minusgrade

Åre sucht den Superstar

Die Ski-WM in Åre dauert noch bis am 17. Februar.

Warum eine autofreie Zeit in Åre den Horizont öffnet: Geschichten und Erlebnisse rund um die Ski-WM in Åre.

Unser Mietauto hat seit ein paar Tagen plötzlich eine Anhängerkupplung. Zwei Stunden wartete
der WG-Kollege bei minus 19 Grad auf den Abschleppdienst. Irgendwo im Nirgendwo zwischen Åre und Tärnaby. Er war auf dem Weg in die Heimatstadt von Ingemar Stenmark, als die Reise abrupt ein Ende fand.

Stenmark hat 86 Rennen im Weltcup gewonnen. Der 62-Jährige ist damit bis heute Rekordsieger. So schnell wie Stenmark damals ist sein abschleppender Dorfgenosse aus Tärnaby nicht. Die sowieso über sechsstündige Fahrt des WG-Kollegen in den Norden verzögerte sich und
wir Daheimgebliebenen litten am Telefon mit – und ohne Auto.

Doch die autofreie Zeit in Åre öffnet den Horizont, wenn man zu Fuss in den Himmel schaut, oder das Portemonnaie, wenn man stattdessen ein Taxi braucht. Dafür wissen wir nun, dass der Schwede gerne singt. Fast jedes Taxi ist mit einer eigenen Karaokeanlage ausgerüstet, dass jeder Chinese neidisch würde. Das volle Programm – mit Bildschirm, mehreren Mikrofonen und einer tollen Soundanlage. Und der WG-Kollege, der auch unter der Dusche singt, setzte dann auch gleich zum Ständchen an.

Åre sucht den Superstar? Sagen wir es so: Wir anderen sind nicht unfroh, ist das Auto wieder zurück. Und weil der Abschlepper seine Kupplung vergass, hat unser Mietwagen sogar ein Upgrade erhalten.

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