Biathlon

Schweizer Frauenstaffel läuft auf den 6. Platz

Kein Exploit: Die Schweizer Frauenstaffel belegte an der WM in Antholz den 6. Platz

Kein Exploit: Die Schweizer Frauenstaffel belegte an der WM in Antholz den 6. Platz

Minimalziel erfüllt, Exploit verpasst: Die Schweizer Frauenstaffel läuft an der Biathlon-WM in Antholz auf den 6. Platz.

Zwar vermieden Elisa, Selina und Aita Gasparin sowie Lena Häcki eine Strafrunde, insgesamt elf Schiessfehler waren aber zu viel, um in den Kampf um die Podestplätze eingreifen zu können.

Es war vor allem die routinierte Selina Gasparin, die Nerven zeigte. Sie konnte sich auch in der Staffel nicht mit dem anspruchsvollen Schiessstand anfreunden und leistete sich liegend drei und stehend zwei Fehler. "Ich habe mega schlecht geschlafen", sagte die Olympia-Zweite von 2014 im Einzel-Wettkampf im Interview mit SRF. "Es waren krasse Emotionen. Ich wollte schon mitten in der Nacht aufstehen und das Rennen laufen. Die Hände haben brutalst gezittert beim Schiessen." Ganz neu sind die Schiessprobleme für die 35-jährige Engadinerin nicht, sie hatte auch im Weltcup wiederholt Mühe. In der Staffel konnte sie sich jedoch meist steigern.

Selina Gasparin übernahm auf der zweiten Ablösung auf Platz 6 von ihrer Schwester Elisa und übergab als Neunte an die jüngste Gasparin-Schwester Aita. Elisa und Aita schossen mit je einem Nachlader wie gewohnt am besten im Schweizer Lager. Lena Häcki riskierte wie üblich sehr viel. Mit einem schnellen und perfekten Stehendschiessen hätte sie vielleicht noch in den Kampf um die Bronzemedaille eingreifen können. Die Engelbergerin leistete sich aber zwei Nachlader und lief lediglich noch in den 6. Rang nach vorne.

Schönes Märchen wurde nicht wahr

Der Top-6-Platz war das erklärte Minimalziel der Schweizer Frauen. Im Weltcup hatten sie aber die Plätze 2, 3, 5 und 3 belegt und entsprechend mit einem Podestplatz geliebäugelt. "Ich merkte natürlich, dass ich weiter hinten übernahm als im Weltcup", stellte Aita Gasparin fest. "Einige der Favoriten patzten, es gab Chancen, die wir hätten packen können. Man hat heute aber wieder einmal gesehen, dass alle mega nahe beieinander sind." Und Selina Gasparin meinte: "Es wäre halt so ein schönes Märchen gewesen. Ich habe das Gefühl, allle hätten es uns gegönnt."

Das Swiss-Ski-Quartett hätte ein nahezu optimales Rennen gebraucht, um den Traum von der ersten Schweizer WM-Medaille im Biathlon wahr werden zu lassen. Dafür waren die Schiessleistungen aber während der ganzen zwei Wochen zu inkonstant. Auf Bronze fehlte den Schweizerinnen am Ende knapp eine halbe Minute. Zwei oder drei Nachlader weniger hätten wohl für die Medaille gereicht.

Wie im Weltcup setzten sich die Norwegerinnen durch, die ebenfalls wie fast immer auf den letzten beiden Ablösungen durch Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Röiseland das Feld unwiderstehlich von hinten aufrollten. Dahinter holten Deutschland und die Ukraine die weiteren Medaillen.

Männer auf dem 15. Platz

Frankreichs Männer wurden erstmals seit 2001 Staffel-Weltmeister. Dabei gewann Martin Fourcade seine 13. WM-Goldmedaille. Die Franzosen zeigten eine glänzende Schiessleistung mit nur vier Nachladern und distanzierten so Norwegen und Deutschland.

Die Schweizer schonten ihren Teamleader Benjamin Weger für das abschliessende Massenstart-Rennen vom Sonntag. In der Besetzung Mario Dolder, Serafin Wiestner, Jeremy Finello und Joscha Burkhalter reichte es so nur zum 15. Platz unter 26 Staffeln.

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