Nationalteam
So kann die Schweizer Nati das EM-Ticket vorzeitig buchen

Die EM-Qualifikation erreicht die heisse Phase. Die Schweizer Aussichten sind gut: Eine geglückte Revanche gegen Slowenien reicht zum vorzeitigen Jubel.

Etienne Wuillemin
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Die direkte Qualifikation zur Europameisterschaft in Frankreich ist für die Schweizer Nati in fassbarer Nähe.

Die direkte Qualifikation zur Europameisterschaft in Frankreich ist für die Schweizer Nati in fassbarer Nähe.

Keystone

Es war eine laue Nacht in Maribor. Der Vollmond leuchtete prächtig am Himmel. Nur die Schweizer standen wie begossene Pudel da. Das 0:1 in Slowenien komplettierte den Fehlstart mit zwei Niederlagen in zwei Spielen unter Trainer Vladimir Petkovic.

Gut zehn Monate später ist vieles anders. Die Schweiz hat sich in der EM-Qualifikation zurückgemeldet. Nach vier Siegen en suite gegen San Marino, Estland und zweimal Litauen steht die Equipe von Petkovic auf dem zweiten Tabellenplatz, der erstmals zur direkten EM-Qualifikation reicht.

Am kommenden Samstag kommt es in Basel nun zur Revanche gegen Slowenien. Das Spiel ist wegweisend. Im besten Fall kann sich die Schweiz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorzeitig für die EM qualifizieren. Dann nämlich, wenn sie Slowenien mit zwei Toren Differenz besiegt. Warum? Ganz einfach: Die Schweiz hätte das Direktduell mit Slowenien gewonnen (bessere Tordifferenz nach 2:0-Sieg und 0:1-Niederlage). Zudem könnten die Slowenen den 6-Punkte-Rückstand kaum mehr wettmachen, weil die Schweiz noch auf San Marino trifft, wo drei Punkte quasi gratis abzuholen sind. Auch eine Aufholjagd von Estland würde an ein Wunder grenzen.

Neue Innenverteidigung

Innenverteidiger Johan Djourou kann erstmals unter Petkovic an einem EM-Qualifikationsspiel nicht dabei sein. Er, der sämtliche sechs bisherigen Spiele über die volle Distanz bestritten hat, erlitt beim HSV einen Muskelfaserriss.

Es könnte die Chance für Timm Klose sein. Der Basler hat sich nach einem schwierigen Start in Wolfsburg einen Stammplatz gesichert. Die letzte Erinnerung ans Nationalteam ist indes zwiespältig: Klose wurde im legendären Spiel gegen Island in der 89. Minute beim Stand von 4:3 eingewechselt und musste mit ansehen, wie die Isländer noch ausglichen.

Ansonsten gibt es im Schweizer Team kaum Fragezeichen. Im Tor steht Sommer. Lichtsteiner, Schär und Rodriguez sind in der Abwehr gesetzt. Im Mittelfeld wird Petkovic weiter auf den Dreizack Inler, Xhaka und Behrami setzen. Und im Sturm dürfte Mehmedi die besseren Karten haben als Drmic, um an der Seite von Shaqiri und Seferovic aufzulaufen. Shootingstar Breel Embolo darf mit einem Teileinsatz rechnen.

Sollte die Schweiz Slowenien nicht besiegen, wäre die Enttäuschung grenzenlos. Und die EM würde wieder zur Zitterpartie.